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Deutschland gegen USA: Darauf muss das DFB-Team aufpassen

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Neu-Gladbacher besonders stark  

Darauf muss das DFB-Team gegen die USA aufpassen

25.06.2014, 07:56 Uhr | t-online.de

Deutschland gegen USA: Darauf muss das DFB-Team aufpassen. Für Taktik-Experte Titz gehören Philipp Lahm, Toni Kroos und Sami Khedira (v.li.) zu Deutschlands Schlüsselspielern. (Quelle: imago/Eibner)

Für Taktik-Experte Titz gehören Philipp Lahm, Toni Kroos und Sami Khedira (v.li.) zu Deutschlands Schlüsselspielern. (Quelle: Eibner/imago)

Jetzt also Jürgen Klinsmann. Die deutsche Nationalmannschaft trifft im entscheidenden dritten Gruppenspiel der WM auf die bislang überraschend starke Mannschaft der USA (Donnerstag, ab 17.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Bereits bei einem Remis winkt zwar der Gruppensieg – und selbst eine Niederlage könnte für das Achtelfinale reichen. Dennoch ist diese Partie richtungsweisend für den weiteren Turnierverlauf. Ein weiterer schwacher Auftritt wäre Gift für die nächsten Aufgaben und der WM-Titel würde in immer weitere Ferne rücken.

Aus diesem Grund hat Taktik-Experte Christian Titz das US-Team genau unter die Lupe genommen. Der 43-jährige Fußballlehrer lobt die taktischen Kniffe von Klinsmann, erkennt auf einigen Positionen sogar Vorteile für die USA – verrät aber auch, wo die Schwachstellen der US-Boys liegen.

Das Interview führte Mark Weidenfeller

Herr Titz, im letzten Gruppenspiel gegen die USA reicht der DFB-Elf bereits ein Punkt, um sicher Gruppensieger zu sein. Bei einem Remis wäre auch das Team von Ex-Bundestrainer Klinsmann in der nächsten Runde. Gibt es eine Taktik, um auf Unentschieden zu spielen?

Im Fußball ist vieles möglich. Aber seine Taktik darauf auszulegen, 0:0 oder 1:1 zu spielen, halte ich für schwierig. Sollte allerdings nach 70 Minuten noch kein Team führen, wird mit Sicherheit niemand mehr blind nach vorne rennen und einen Konter riskieren. Dass die Partie dann mit einem Unentschieden endet, halte ich sogar für realistisch und alles andere als verwerflich.

Unser Mann vor Ort 
Löw wird die Aufstellung in der Offensive ändern

Unser Redakteur Thomas Tamberg gibt seine Einschätzung zum anstehenden USA-Spiel ab. Video

Gegen Ghana lag die DFB-Elf nach 70 Minuten mit 1:2 hinten. Was muss dieses Mal anders laufen, damit das nicht wieder passiert?

Die deutsche Mannschaft hat gegen Ghana zwei grundverschiedene Halbzeiten gezeigt. Die Leistung im ersten Durchgang war noch in Ordnung und taktisch diszipliniert. Die DFB-Elf hatte das Spiel im Griff, ohne dabei die ganz großen Glanzpunkte zu setzen. Nach der Pause hat die Kompaktheit dann aber plötzlich komplett gefehlt, es wurde mit offenem Visier gespielt, die Partie schwappte hin und her. Das war für den Zuschauer zwar sehr schön und spannend anzusehen, für das Team von Joachim Löw war das allerdings genau das Falsche.

Wie konnte es dazu kommen, dass die Ordnung gefehlt hat?

Das lag hauptsächlich am zentralen Mittelfeld. Philipp Lahm hatte einen schlechten Tag, Sami Khedira war körperlich nicht auf der Höhe und Toni Kroos hat nicht die Zweikampfstärke, um die Leistung der anderen beiden aufzufangen. Diese drei Spieler bilden das Herzstück der Mannschaft, sie geben den Takt vor und müssen das Spiel an sich reißen. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Dort sind die für das schnelle Umschaltspiel verantwortlich und müssen die entscheidenden Bälle in die Schnittstellen spielen. Das hat gegen Ghana überhaupt nicht geklappt. Und wenn das nicht funktioniert, hat das ganze Team ein Problem. Das war deutlich zu sehen.

Trotzdem ist die Mannschaft noch zum Ausgleich gekommen. Was war der ausschlaggebende Punkt dafür?

Das waren natürlich die Einwechslungen von Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger. Vor allem Schweinsteiger hat es dank seiner körperlichen Präsenz und Qualität geschafft, das Spiel wieder mehr zu ordnen. Er war letztlich das fehlende zweikampfstarke Element, das die Mannschaft mitgerissen hat.

Kommen wir zu den USA. Jürgen Klinsmann hat in Deutschland den Ruf eines reinen Motivators. Kann man im US-Team also überhaupt von einer Taktik sprechen?

Definitiv. Vor allem das Spiel gegen Portugal hat mir sehr gut gefallen. Klinsmann hat es geschafft, seiner Mannschaft taktische Disziplin einzuimpfen und nimmt sogar während des Spiels immer wieder kleinere Veränderungen vor.

Können Sie das erklären?

Die Basisaufstellung in den Spielen zuvor war ein 1-4-4-2- oder 1-4-2-3-1-System. Gegen Portugal sah das anders aus, da spielte mit Kyle Beckerman nur ein Sechser und mit Clint Dempsey nur ein Stürmer. Wenn sie dann allerdings mal das Tempo verschärfen und früher angreifen wollten, rückte Michael Bradley mit in die Spitze und im Mittelfeld wurde auf einer Viererlinie gespielt. Die defensivere Variante ist ein Art Tannenbaum mit Beckerman und den beiden Außenbahnspielern Alejandro Bedoya und Graham Zusi als zusätzliche Dreierkette vor der Abwehr sowie Jermaine Jones und Michael Bradley hinter der Sturmspitze. Das US-Team ist in der Lage, je nach Situation blitzschnell umzustellen. Das hat Klinsmann hervorragend hinbekommen.

Der Countdown läuft 
Auf dem Weg zum Entscheidungsspiel

Die DFB-Elf begibt sich auf die Reise nach Recife, wo das Spiel gegen die USA stattfindet. Video

Wer sind die entscheidenden Spieler der USA? Wer gibt diese taktischen Veränderungen vor?

Der zentrale Mann im Spiel der USA ist ganz klar Michael Bradley. Er ist der verlängerte Arm von Klinsmann und gibt auf dem Feld die Marschrichtung vor. Er lässt sich oft fallen, um mehr Kontrolle zu bekommen. Dann greift er aber auch wieder ganz vorne an und gibt das Signal zum Pressing.

Aber einer alleine wird die DFB-Elf kaum in Verlegenheit bringen. Hat die USA noch mehr Stärken?

Ein herausragender Akteur ist der ehemalige deutsche U-21-Nationalspieler Fabian Johnson. Der Neu-Gladbacher interpretiert das Spiel als rechter Außenverteidiger beinahe perfekt. Er steht hinten sicher und sorgt immer wieder für Gefahr in der gegnerischen Hälfte. Seine Tempovorstöße und Flankenläufe sind eine echte Waffe. Hier hat das US-Team sogar echten Vorteil gegenüber Deutschland. Denn so etwas gibt es in der DFB-Elf nicht.

Voll auf Sieg 
Flick stellt klar: Es gibt keinen Nichtangriffspakt

Sowohl den USA, als auch Deutschland würde ein Remis reichen. Doch die DFB-Elf will den Sieg. Video

Was sind die Schwächen? Wo sollte Joachim Löw ansetzen?

Es gibt drei Schwachstellen, die das deutsche Team ausnutzen sollte. Das ist zum einen die linke Abwehrseite mit DaMarcus Beasley, der oft etwas zu weit weg steht vom Mann. Diese Räume können dribbelstarke Spieler wie Thomas Müller, Mesut Özil oder Mario Götze ausnutzen und über diese Seite Torchancen kreieren. Dann ist der einzige Sechser Beckerman zwar stark im Spielaufbau, aber zu langsam in der Umschaltbewegung. Das sollte Möglichkeiten zum Kontern bieten. Und zudem ist klar zu erkennen, dass die Innenverteidigung der USA wackelt, wenn sie unter Druck gesetzt wird. Die DFB-Elf muss also wieder den richtigen Mix finden: Selbst angreifen und die USA bespielen, dann aber auch wieder Räume anbieten und blitzschnell kontern.

Mehr Informationen zu Christian Titz, der schon bei großen Vereinen wie Bayer Leverkusen, Schalke 04 oder Ajax Amsterdam hospitierte und den FC Homburg als Chefcoach 2012 in die Regionalliga Südwest führte, finden Sie bei Facebook (www.coaching-zone-portal.de) und seinem YouTube-Channel (https://www.youtube.com/watch?v=unV1795mTkA).

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