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WM 2014: Frankreich-Trainer Deschamps mahnt vor Euphorie

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WM 2014  

Noch keine "Könige der Welt": Trainer Deschamps mahnt

27.06.2014, 11:04 Uhr | dpa

WM 2014: Frankreich-Trainer Deschamps mahnt vor Euphorie. Frankreichs Trainer Didier Deschamps versucht seine Spieler auf den Boden der Realität zurückzuholen.

Frankreichs Trainer Didier Deschamps versucht seine Spieler auf den Boden der Realität zurückzuholen. Foto: Oliver Weiken. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Der maue Auftritt zum Vorrunden-Ende kam Didier Deschamps gerade recht: Nach den ersten Titel-Träumen holte Frankreichs Trainer die Fans zurück in die Realität - nur seine Spieler hielten sich nicht an das Understatement.

"Manche haben gedacht, dass wir die Könige der Welt sind, aber vergesst nicht, dass andere auch Qualitäten haben", warnte Deschamps vor dem Achtelfinale am Montag gegen Außenseiter Nigeria.

Das enttäuschende 0:0 gegen Ecuador, mit dem Karim Benzema & Co. in Rios legendärem Estadio do Maracanã das Weiterkommen als Gruppensieger perfekt machten, war für Deschamps der willkommene Realitäts-Check. "Wir wollen unsere Arbeit beenden und unsere Dynamik aufrechterhalten, aber wir haben noch nichts erreicht", sagte Deschamps, in der Hoffnung, die überbordende Euphorie um sein Team einfangen zu können. Frankreichs Präsident François Hollande ließ sich davon nicht beeindrucken und twitterte Glückwunsche an die Mannschaft.

"Gebremst, aber Erste", titelte "L'Équipe" am Donnerstag. Und dennoch wurde der frühere Weltmeister immer wieder mit dem weiteren Turnierverlauf konfrontiert: Zuerst die afrikanischen Super Eagles, danach im Viertelfinale eventuell das Team von Bundestrainer Joachim Löw, vielleicht sogar ein Aufeinandertreffen mit Brasilien? "Lasst uns doch jedes Spiel nacheinander angehen", flehte Deschamps. "Nigeria ist ein solides und schnelles Team, deshalb wird das ein sehr hartes Match."

Immerhin ziehen die Aussetzer von zwei Säulen seiner Mannschaft keine Konsequenzen nach sich. In der Anfangsphase donnerte Innenverteidiger Mamadou Sakho seinem Gegenspieler Oswaldo Minto den linken Ellenbogen ins Gesicht, gegen Ende leistete sich Stürmer Olivier Giroud ein ähnliches, wenn auch weniger brutales Vergehen gegen Gabriel Achilier. Beide hätten sich über Rote Karten nicht beschweren können.

"Wenn sie denken, dass ich eine Strafe verdiene, sollen sie ihre Entscheidung treffen. Ich respektiere immer den Gegner", sagte Sakho. Am Abend durfte er aufatmen, denn die Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA kündigte an, kein Verfahren gegen ihn einzuleiten. Unmittelbar nach dem Spiel hatte Sakho eine eigenwillige Interpretation für sein Verhalten gegeben: "Ich wollte mich schützen."

Ungeachtet dieses Fehlverhaltens dachten seine Teamkollegen nach der mit einer B-Elf erfüllten Pflichtaufgabe gegen das einzige in der Vorrunde gescheiterte Team aus Südamerika schon weiter. Warum sollte auf die zweitbeste Vorrunde ihrer WM-Geschichte nicht ein ähnlicher Coup wie 1998 gelingen - damals war Frankreich, beflügelt von drei Vorrundensiegen, zum bislang einzigen WM-Titel gestürmt. "Wenn wir nicht daran glauben, Weltmeister zu werden, können wir auch gleich aufhören. Natürlich glauben wir daran", formulierte Mittelfeldspieler Morgan Schneiderlein nach seinem erst zweiten Länderspiel forsch.

Auch Blaise Matuidi äußerte die Hoffnung, "dass wir ins Maracanã zurückkehren" - dann bei einem möglichen Finale. Ein wichtiger Baustein für die Renaissance der in der Heimat lange gescholtenen Auswahl ist Coach Deschamps, der seinem Team ohne den verletzten Franck Ribéry ein junges, frisches Gesicht verpasst hat. "Er war Weltmeister, er weiß wie so ein Team zu führen ist", schwärmte Bacary Sagna. Und im Notfall auch, wie träumende Fans zurück in die Wirklichkeit geholt werden können.

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