Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2014 >

Weinender "Pitbull" Medel - Chile schwört Rache

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

Weinender "Pitbull" Medel - Chile schwört Rache

29.06.2014, 17:46 Uhr | dpa

Weinender "Pitbull" Medel - Chile schwört Rache. Trotz des Ausscheidens war Chiles Nationaltrainer Jorge Sampaoli (r) stolz auf seine Spieler.

Trotz des Ausscheidens war Chiles Nationaltrainer Jorge Sampaoli (r) stolz auf seine Spieler. Foto: Felipe Trueba. (Quelle: dpa)

Belo Horizonte (dpa) - Chiles Präsidentin Michelle Bachelet verschob nach dem bitteren Elfmeter-K.o. der "Roja" gegen Gastgeber Brasilien sogar ihren Flug zu US-Präsident Barack Obama.

Die Staatschefin wollte den neuen Fußball-Helden der Heimat bei einem Empfang im Regierungspalast La Moneda in der Hauptstadt Santiago de Chile unbedingt persönlich für eine unvergessliche WM danken. Den Trost konnten Superstar Alexis Sánchez, "Pitbull" Gary Medel und Co. nach der Nervenschlacht von Belo Horizonte auch gut gebrauchen.

"Die Spieler haben Fußballgeschichte geschrieben, weil sie unser Land in wunderbarer Weise repräsentiert haben", lobte Trainer Jorge Sampaoli. "Wir haben unser Leben auf dem Platz gegeben", meinte der ehemalige Bundesliga-Profi Arturo Vidal - und damit war nach dem 2:3 im Elfmeterschießen das Wesentliche gesagt.

Medel, der härteste Hund im chilenischen Team, weinte hemmungslos, und ausgerechnet der ebenso traurige Gonzalo Jara - einer der drei Fehlschützen im dramatischen Elfmeterschießen - nahm ihn tröstend in den Arm. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Sieger der Herzen ihren Stolz wiederfanden und sogar die Lust auf Rache formulierten. "Im Fußball gibt es Revanchen, und das hier ist noch nicht zu Ende", kündigte Medel an. "Die Copa América wird unsere Rache werden", betonte Kollege Marcelo Díaz. Im kommenden Jahr steigt die Südamerika-Meisterschaft in Chile, dann soll alles anders werden.

Bei der WM am Zuckerhut fehlten der Mannschaft aus der 16,3 Millionen-Einwohner-Nation am Ende nur Zentimeter. Ein Lattenschuss von Mauricio Pinilla beim Stand von 1:1 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung verhinderte die Sensation. "Moralische Siege zählen nicht", analysierte Sampaoli nach der emotionalen Elfmeterlotterie im Estádio Mineirão. "Höchststrafe", titelte die Zeitung "El Mercurio".

Vor allem Medel wurde am Samstag zum Sinnbild dieses denkwürdigen Achtelfinal-Duells auf den Tag genau vier Jahre nach der chilenischen 0:3-Achtelfinalpleite gegen Brasilien bei der WM in Südafrika. Damals war Medel gesperrt. Nicht einmal 24 Stunden vor der Neuauflage in Brasilien hatte Sampaoli noch gesagt: "Wenn das Spiel heute wäre, könnte er nicht spielen." Medel aber lief auf, der verletzte Oberschenkel war getapt. "Das war meine Entscheidung" erklärte er. "Ich hätte auch mit einem Bein gespielt." Beim Elfmeterschießen war er schon nicht mehr dabei. Gepeinigt von Schmerzen musste er vorher raus.

Sampaoli konnte das Elfmeterschießen kaum mitansehen. Hypernervös tigerte er an der Außenlinie auf und ab. Als Sánchez, Torschütze zum 1:1-Ausgleich, und Pinilla an Brasiliens Keeper Júlio Cesar scheiterten, schien das Energiebündel der Verzweiflung nahe. Als der Elfmeter von Jara, dem fünften chilenischen Schützen, an den Innenposten klatschte, war das Aus besiegelt. Rückflug statt Viertelfinale. Sampaoli schoss auf dem Weg in die Kabine zwei Trinkflaschen aus dem Weg. Zum vierten Mal im vierten WM-Duell war bei einer K.o.-Runde Schluss gegen die Brasilianer. "Chile ist in einer markerschütternden Schlacht gefallen", kommentierte der Verband via Twitter.

"Selbst wenn jeder gegen uns war im Stadion und wir alles gegeben haben, ist es sehr hart für uns", sagte Sampaoli. "Wir hatten gedacht, es geht anders aus, und wir müssten nicht ins Elfmeterschießen", betonte der gebürtige Argentinier, der mit seiner Mannschaft Weltmeister Spanien entthront und in der Gruppenphase hinter sich gelassen hatte.

Statt weiterer Tage im WM-Camp Toca da Raposa II nicht einmal acht Kilometer vom WM-Stadion in Belo Horizonte entfernt, musste Chile die Heimreise antreten. Für einen würdigen Empfang dort war gesorgt. "Brasilien konnte nur im Elfmeterschießen den Giganten Chile aus 'seiner' WM ausscheiden lassen", schrieb das Nachrichtenportal "Emol". "Wie ein Gigant", kämpfte Chile auch für "Radio Cooperativa".

"Heute sind wir traurig und verletzt", meinte Sampaoli schließlich noch: "Aber nach einiger Zeit werden wir zu schätzen wissen, was wir gegen den Gastgeber der WM geleistet haben."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal