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WM 2014: Julio Cesar avanciert gegen Chile zum Helden einer Nation

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Torhüter rettet Brasilien das Turnier  

Julio Cesar: Vom Sündenbock zum Nationalhelden

29.06.2014, 11:37 Uhr | sid

WM 2014: Julio Cesar avanciert gegen Chile zum Helden einer Nation. Julio Cesar feiert die 1:0-Führung seiner Brasilianer. (Quelle: dpa)

Julio Cesar feiert die 1:0-Führung seiner Brasilianer. (Quelle: dpa)

Julio Cesar sah nicht aus wie ein Held. Der umstrittene Torwart hatte ganz Brasilien gerade vor der Katastrophe gerettet, da liefen ihm die Tränen noch immer über das Gesicht. Mit verquollenen Augen und roten Wangen stammelte der 34-Jährige: "Ich will den Pokal küssen und in den Arm nehmen - genau wie 200 Millionen Brasilianer." Der Traum vom sechsten WM-Titel lebt - dank Julio Cesar.

Der Sündenbock von einst wurde im Elfmeterschießen gegen Chile zum Helden und Liebling der Fans - danach weinte er hemmungslos. 1:1 hatte es in einem packenden Achtelfinale nach 120 Minuten gestanden, 3:2 endete das Elfmeterschießen, in dem Cesar zweimal hielt und Superstar Neymar aufreizend lässig den entscheidenden Treffer erzielte.

Im Viertelfinale kommt es nun zum nächsten Südamerika-Duell, diesmal gegen Kolumbien. "Wir haben versprochen, den Titel zu holen. Und Versprechen muss man halten. Noch sind drei Schritte zu gehen, um den Himmel zu erreichen", sagte Trainer Luiz Felipe Scolari.

"Er hat allen das Maul gestopft"

Julio Cesar wusste einstweilen nicht, wie ihm geschah. "Vor vier Jahren war ich der Buhmann", sagte er. Nach dem WM-Aus der Brasilianer 2010 gegen die Niederlande (1:2) stand er wegen eines Patzers im ganzen Land am Pranger. "Nur Gott und meine Familie wissen, was ich seitdem durchgemacht habe", sagte er: "Das war sehr schwierig. Ich widme diesen Sieg meiner Frau Susana und meinen Kindern."

Bis zuletzt waren die Zweifel an Cesar riesig. Ist er nicht schon viel zu alt, um ein starker Rückhalt zu sein? Ist er fit, schließlich spielt er bei Toronto FC in einer Operetten-Liga? Ist nicht Jefferson von Botafago viel besser in Form? Diese Fragen stellten sich Fans und Experten bis zuletzt. Cesar antwortete jetzt mit seinen Paraden.

"Was haben sie nicht alles über den Klub von unserem Torhüter gesagt und geschrieben. Und jetzt hat er allen das Maul gestopft und gezeigt, dass er es noch kann", sagte Neymar mit einem zufriedenen Grinsen. Der Superstar vom FC Barcelona hatte wie sein Keeper eine ganz starke Vorstellung gegen die aggressiven Chilenen geboten, der fünfte Turniertreffer gelang ihm diesmal nicht - aber immerhin der entscheidende im Elfmeterschießen.

Rasante Partie ohne wirklichen Gewinner

David Luiz brachte die Brasilianer früh in Führung (18.), doch Alexis Sanchez (32.) glich schnell aus. Es entwickelte sich eine rasante Partie, die eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. Doch am Ende jubelten nur Julio Cesar und seine Brasilianer. Selbst Staatspräsidentin Dilma Rousseff bedankte sich beim neuen Volkshelden. "Es war ein schweres Stück Arbeit. Mit Siegeswille, Tränen und den Paraden von Julio Cesar haben wir gewonnen", twitterte sie. Und die Legende Romario meinte: "Das ist ein Teufelskerl."

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Die ganze Aufmerksamkeit war Cesar hinterher sichtlich unangenehm, auch wenn er die Genugtuung nach all den Schmähungen genoss. "Es gab viele Zweifel an mir. Aber ich habe gezeigt, dass ich gut vorbereitet und in Form bin", sagte er, nachdem die Tränen endlich getrocknet waren: "Ich muss Felipao (Trainer Scolari, d. Red.) danken, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat. Ich hatte versprochen, das zurückzuzahlen."

Scolari schenkt Spielern einen freien Tag

Auf dem Weg ins Finale will er ein weiteres Elfmeterschießen aber unbedingt vermeiden: "Sonst gibt es in unseren Familien viele Herzinfarkte."

Von Scolari gab es zur Belohnung eine freien Sonntag. Die Stunden wollte Julio Cesar mit seiner Susana verbringen. Auch die Schauspielerin ist mächtig stolz auf ihren Mann und twitterte: "Für mich könnte die WM jetzt ruhig zu Ende sein, wenn ihr mich recht versteht. Vielen Dank an alle, die an Julio geglaubt haben und ihm die Daumen drücken." Brasilien hat einen neuen Helden.

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