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Gastgeber Brasilien kämpft weiter mit sich selbst

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Fußball  

Gastgeber Brasilien kämpft weiter mit sich selbst

30.06.2014, 18:23 Uhr | dpa

Gastgeber Brasilien kämpft weiter mit sich selbst. Thiago Silva (M) brach nach dem Ende des Fußballkrimis in Tränen aus.

Thiago Silva (M) brach nach dem Ende des Fußballkrimis in Tränen aus. Foto: Peter Powell. (Quelle: dpa)

Teresópolis (dpa) - Nach dem Elfmeterkrimi gegen Chile geht Gastgeber Brasilien gestärkt in die Vorbereitung auf das WM-Viertelfinale gegen Kolumbien. Bei Fans und Spielern ist die Zuversicht wieder gewachsen, dass die Seleção die hohen Hürden bis zum Endspiel am 13. Juli im Maracanã überwinden kann.

In den Medien aber wird die Mannschaft jedoch weiter hart angegangen. "Ich glaube, dass sich Brasilien in der K.o.-Phase weiter steigern wird", sagte hingegen Carlos Dunga, der Weltmeister-Kapitän von 1994, frühere Profi des VfB Stuttgart und Ex-Nationaltrainer der Nachrichtenagentur dpa.

Der 50-Jährige setzt vor allem auf Chefcoach Luiz Felipe Scolari: "Felipão hat Titel gewonnen, er ist ein erfahrener Trainer. Er weiß genau, wie man mit dieser Mannschaft arbeiten muss. Er weiß, was sie kann und wie man Fehler des Gegners ausnutzen kann."

Derweil hat der Weltmeisterkapitän von 1970, Carlos Alberto Torres, vom Favoriten mehr mentale Stärke beim Heim-Turnier gefordert. "Die Mannschaft muss auf diesen Druck vorbereitet sein, sie hat ja auch eine Psychologin. Alle müssen mehr Härte zeigen. Die WM wartet nicht", sagte der 69-Jährige in einem Interview der Zeitschrift "Lance" (Montag).

Seine Kritik entzündete sich vor allem am aktuellen Spielführer Kapitän Thiago Silva, der sich vor dem Elfmeterschießen gegen Chile abseits der Mannschaft auf einen Ball gesetzt hatte und nach dem Ende des Fußballkrimis in Tränen ausgebrochen war. "Wie viele Leute wundere ich mich über diese depressive Reaktion", sagte Torres. Silva hatte auch keinen Strafstoß geschossen und begründete seine Aktion davor: "Ich wollte nur einen Moment, um zu beten. Okay?"

Scolari versammelte am Montag im Trainingscamp "Granja Comary" in Teresópolis wieder seine Spieler um sich, die sich am freien Sonntag einigermaßen vom mehr als zweistündigen kräfteraubenden Achtelfinal-Akt gegen Chile erholen konnten.

Am Freitag fordern nun die spielfreudigen Kolumbianer mit dem neuen Superstar James Rodríguez den Rekord-Weltmeister; im Halbfinale droht den Brasilianern das deutsche Team als Gegner. "Wir haben dazugelernt, wir sind reifer geworden und verstehen jetzt besser, was es bedeutet, eine WM zu spielen", betonte Innenverteidiger David Luiz, nachdem man Chiles "Krieger" aus dem Weg geräumt hatte.

"Der Sieg gegen Chile hat unser Selbstbewusstsein enorm gesteigert", erklärte auch Außenverteidiger Dani Alves vom FC Barcelona. In der Vorrunde hatte die Seleção selten geglänzt. Die Angst, sich bei der Heim-WM bereits im Achtelfinale zu blamieren, ist jedoch erstmal weggewischt.

Die Experten in Brasilien sehen Scolaris Auswahl aber weiter kritisch. "Wir haben zwei ausgezeichnete Innenverteidiger - und Neymar", analysierte der einstige Mittelfeldstar Tostão in der "Folha de São Paulo" mit Blick auf das Duo David Luiz/Thiago Silva und den neuen Superstar als Alleinunterhalter im Angriff. Im gleichen Blatt gab Juca Kfouri, bekanntester Kolumnist des Landes, zu bedenken: Der einzige Vorteil der Brasilianer für das Kolumbien-Spiel sei das Gewicht eines fünfmaligen Weltmeisters gegenüber einem Außenseiter, der erstmals im Viertelfinale steht.

Die Schwächen im Mittelfeld, wo zuletzt Paulinho seinen Stammplatz verlor und am Freitag in Fortaleza zu allem Übel Aufräumer Luiz Gustavo vom VfL Wolfsburg wegen seiner Gelbsperre fehlt, ist nach Meinung des ESPN-Kommentators Paulo Vinícius Coelho "eine Krankheit": "Das muss von Montag an im Training korrigiert werden."

Für Kapitän Thiago Silva ist das alles nicht eine Frage der Taktik, Technik oder Physis, sondern des Drucks auf den WM-Gastgeber und -Favoriten. "Wir wissen, dass nur der Titel interessiert. Wenn wir ausscheiden oder Zweiter werden, ist alles vorbei. Klar ist das eine Last, aber das müssen wir kapieren und daran arbeiten", sagte der Profi von Paris St. Germain.

Auch das Nervenkostüm von Scolari und seinen Mitstreitern hat nach über vier Wochen mit der Mannschaft im öffentlichen Brennpunkt gelitten: Dass sich der ansonsten so souveräne Weltmeistermacher von 2002 in Belo Horizonte über das Schiedsrichtergespann und die gegnerischen Betreuer auf der Bank nebenan beschwerte, wurde mit Verwunderung registriert. Sein Pressesprecher Rodrigo Paiva, der in der Halbzeit des Chile-Spiels im Kabinengang den gegnerischen Stürmer Mauricio Pinilla geschlagen haben soll, wurde am Montag von der Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA für das Kolumbien-Spiel suspendiert.

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