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Zwischen Hot Dogs und Haien - Rettungsschwimmer in Recife

01.07.2014, 08:04 Uhr | dpa

Zwischen Hot Dogs und Haien - Rettungsschwimmer in Recife. Rettungsschwimmer beobachten den Strand von Recife.

Rettungsschwimmer beobachten den Strand von Recife. Foto: Britta Kollenbroich. (Quelle: dpa)

Recife (dpa) - Die Warnung vor dem Hai ist am Strand von Boa Viagem in Recife allgegenwärtig. Große Schilder weisen alle 350 Meter auf die Gefahr von Angriffen hin, rote Fahnen mit der Aufschrift "Perigo" ("Gefahr") wehen im Wind.

Unter gelb-roten Sonnenschirmen sitzen Rettungsschwimmer vom Militär auf Klappstühlen im Sand - jederzeit bereit, ins Wasser zu hechten.

Nur ein paar Meter weiter spielen Kinder ausgelassen im flachen Meer mit ihrem Ball, Männer werfen ihre Angeln aus und Frauen sonnen sich. Von Panik keine Spur. Dabei gab es an den Stränden rund um Recife zwischen 1992 und 2013 insgesamt 59 Hai-Angriffe - 24 endeten tödlich. "Früher mussten wir öfter rein, um Menschen zu retten - aber mittlerweile halten sich die Badegäste mehr an die Regeln", sagt einer der Rettungsschwimmer.

Damit das Strandleben möglichst ohne Zwischenfälle ablaufen kann, gibt es seit 2004 die staatliche Kommission zum Monitoring von Hai-Unfällen (Cemit). Sie warnt Besucher vor dem Baden am Morgen, in der Abenddämmerung oder bei Vollmond, vor tiefem Wasser und dem offenen Meer - und lässt Haie fangen, die sich dem Strand nähern.

Als letzte Rettung bleiben die Lifeguards. "Natürlich habe ich auch Angst. Aber daran denke ich nicht, wenn ich ins Wasser gehe", sagt der Rettungsschwimmer. Schließlich sei es seine Pflicht, den Menschen zu helfen. Und bislang sei den Rettern noch nie etwas passiert: "Wir sagen immer: Haie mögen keine Rettungsschwimmer."

Der Strand ist Rekordhalter bei den Hai-Angriffen und zugleich einer der beliebtesten in der Metropolregion von Recife. Nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. "Hier kann man ganz sorglos baden", erklärt ein Rettungsschwimmer und zeigt auf eine Art Steinmauer im Meer. Zwischen Strand und Riff gibt es ein "natürliches Schwimmbad", erklärt er. "Das Riff hält die Haie ab, erst dahinter wird es gefährlich."

Ein Strandbesuch ist in Brasilien mehr als nur Sonnenbaden und Schwimmen. Der Strand ist ein Mikrokosmos mit eigenem Essen, Regeln und Risiken, er ist Erholungsort und Arbeitsplatz zugleich - Haie hin oder her. Marquez kommt seit zwölf Jahren fast jeden Tag an den Strand. Er trägt Sonnenhut und Sonnenbrille, weißes T-Shirt, helle Stoffhose und Flipflops - seine Arbeitskleidung. Auf dem Kopf balanciert er eine große rosafarbene Plastikschüssel voller Garnelen.

Kurz nach Sonnenaufgang, um 6.00 Uhr morgens, hat er die Schalentiere gefischt, danach in Salzwasser gekocht und gekühlt. Nun serviert er den Strandbesuchern kleine Portionen in Plastikschüsseln, auf Wunsch gibt es ein paar Spritzer Limette obendrauf. "Ich kann gut davon leben", sagt er und läuft breit grinsend zwischen den Strandstühlen hindurch.

Snacks aus Meeresfrüchten, Hot Dogs, Suppen oder ganze Menüs - das kulinarische Angebot am Strand ist riesig. Auf Fahrrädern, in Töpfen oder kleinen Aluminium-Wägelchen wird gekocht, gemixt und gegrillt. Ricardo arbeitet seit zwanzig Jahren am Strand von Boa Viagem. "Die Weltmeisterschaft hat aber nicht nur mehr Kunden, sondern auch mehr Verkäufer nach Boa Viagem gebracht", sagt er.

Ricardo steht barfuß, in Badeshorts und weißem Hemd in der prallen Mittagssonne hinter seinem glühenden Grill und wendet Spieße mit Würstchen, Käse oder Hühnerherzen. Sein Wagen ist einer der größten heute am Strand, seit zwanzig Jahren schiebt es ihn hier durch den Sand. "An die Hitze gewöhnt man sich, die Atmosphäre bleibt einzigartig", sagt er und bestreicht seine Spieße mit Soße. Haie hin oder her.

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