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WM 2014: Brasiliens Mittelfeld hat Probleme - Neymar leicht angeschlagen

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Vor Duell mit Kolumbien  

Brasiliens Mittelfeld hat Probleme - Neymar ist leicht angeschlagen

01.07.2014, 10:46 Uhr | dpa, sid

WM 2014: Brasiliens Mittelfeld hat Probleme - Neymar leicht angeschlagen. Brasiliens Superstar Neymar (li.) und Kolumbiens Zauberfuß James Rodriguez treffen im Viertelfinale aufeinander. (Quelle: imago/ActionPictures/Teamfoto)

Brasiliens Superstar Neymar (li.) und Kolumbiens Zauberfuß James Rodriguez treffen im Viertelfinale aufeinander. (Quelle: ActionPictures/Teamfoto/imago)

Ausgerechnet im offensiven Mittelfeld, im Herzstück eines jeden Teams, krankt es bei Brasilien. Trainer Luiz Felipe Scolari hat keinen Didi, keinen Zico, keinen Falcao, keinen Socrates und auch keinen Ronaldinho oder Kaká mehr. Dieses Dilemma wird bei der WM 2014 immer offensichtlicher. Im Viertelfinale gegen Kolumbien (Freitag ab 21.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) muss der WM-Gastgeber zudem seinen zentralen Abräumer Luiz Gustavo ersetzen - was es der "Abteilung Attacke" auch nicht einfacher macht.

Nachdem der Wolfsburger Gustavo wegen seiner Gelbsperre in Fortaleza fehlt, wird Scolari möglicherweise Paulinho wieder in die Startelf stellen. Der Profi von Tottenham Hotspur saß die letzten eineinhalb Spiele draußen, nachdem er sich durch die Vorrunde geschleppt hatte. ManCity-Profi Fernandinho konnte den Brasilianern im Achtelfinal-Krimi gegen Chile hingegen nicht die nötigen Impulse nach vorne geben.

Hulk und Oscar noch nicht bei 100 Prozent

Dass die beiden Spieler auf den Außenbahnen ebenfalls mächtig mit sich selbst zu kämpfen haben, erschwert die Situation noch: Kraftpaket Hulk vom russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg gab zwar gegen Chile mächtig Gas, vergab aber eine Riesenchance und patzte beim Gegentor. Und der technisch so beschlagene Chelsea-Star Oscar FC Chelsea ist nach seinem starken Auftaktspiel gegen Kroatien abgetaucht.

Das Mittelfeld ist "eine Krankheit"

Die brasilianische Fußball-Elite kritisierte derweil die Leistung der Scolari-Truppe. "Unglücklicherweise steht die Mannschaft im Viertelfinale, ohne bisher guten Fußball gespielt zu haben. Das Mittelfeld kommt nur sehr langsam in Bewegung. Oscar und Paulinho haben bisher nicht ihre beste Form gezeigt, Hulk hat Probleme in der Vorwärtsbewegung und Fred hängt vorne isoliert zwischen den Innenverteidigern. Er bekommt einfach zu wenig Bälle", sagte Ex-Nationalspieler Careca, der bei der WM 1986 und 1990 sieben Tore erzielte.

Nach Meinung des brasilianischen ESPN-Kommentators Paulo Vinícius Coelho ist das Mittelfeld des Rekord-Weltmeisters "eine Krankheit". Tostao, der Weltmeister von 1970, hob in der "Folha de Sao Paulo" nur drei Spieler hervor. "Wir haben zwei ausgezeichnete Innenverteidiger - und Neymar", sagte er mit Blick auf das Duo David Luiz/Thiago Silva und den neuen Superstar der Brasilianer.

Neymar leicht angeschlagen

Apropos Superstar - Neymar wird wohl leicht angeschlagen in die Partie gegen Kolumbien gehen. Der 22-Jährige wurde mit elektrischer Nervenstimulation zur Schmerzlinderung behandelt, erklärte Mannschaftsarzt José Luiz Runco. Neymar hatte im Achtelfinal-Krimi gegen Chile (1:1, 3:2 n. E.) einen Schlag gegen das rechte Knie und den linken Oberschenkel bekommen. Die Schmerzen, so Teamsprecher Rodrigo Paiva, seien aber schon besser geworden.

Scolari sucht einen wie James Rodriguez

Doch Scolari hat vor der Heim-WM keinen brasilianischen Bastian Schweinsteiger oder Toni Kroos gefunden, auch niemanden wie den genialen Kolumbianer James Rodriguez. Die früheren brasilianischen Weltfußballer Ronaldinho und Kaká wurden aufgrund ihres Alters oder wegen ihrer Formschwäche gar nicht erst nominiert.

UMFRAGE
Wer gewinnt das Viertelfinale zwischen den beiden Südamerikanern?

Die beiden Weltmeister von 2002 hatten ihre große Chance bei der WM 2006 und 2010 - und scheiterten mit der Selecao jeweils im Viertelfinale. Aber auch sie hätten Scolari kaum weitergeholfen bei seiner Suche nach einem Denker und Lenker neben oder hinter Neymar.

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