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Trainer Halilhodzic vor Abschied - Algerier stolz

01.07.2014, 17:04 Uhr | dpa

Trainer Halilhodzic vor Abschied - Algerier stolz. Vahid Halilhodzic hat sein letztes Spiel als Algeriens Trainer gecoacht.

Vahid Halilhodzic hat sein letztes Spiel als Algeriens Trainer gecoacht. Foto: Thomas Eisenhuth. (Quelle: dpa)

Porto Alegre (dpa) - Vahid Halilhodzic wurde zum Abschied ganz weich. Mit Tränen in den Augen nahm Algeriens scheidender Nationalcoach jeden Spieler und Betreuer nach dem 1:2 im WM-Achtelfinale gegen Deutschland in den Arm.

Mit dem WM-Aus endete auch die dreijährige Amtszeit des knorrigen Disziplinfanatikers aus Bosnien, der die Nordafrikaner erstmals in die Runde der besten 16 Mannschaften geführt hatte. "Er ist sehr emotional. Er hat geweint, weil er so enttäuscht war", erklärte Kapitän Madjid Bougherra und würdigte Halilhodzic: "Der Trainer hat es verdient, durch die ganz große Tür hinauszugehen."

In der Heimat wurden die unglücklichen Verlierer für ihren leidenschaftlichen Auftritt wie Sieger gefeiert. "Ihr habt wie Männer gespielt und wie Helden verloren", schrieb die Zeitung "Echorouk". Das Team habe bei seinem WM-Abenteuer "alle Araber, Muslime und Afrikaner würdig vertreten", stellte das Blatt voller Pathos fest.

Präsidialamt und Regierung treffen bereits letzte Vorbereitungen für einen großen Empfang der Nationalmannschaft nach der Rückkehr aus Brasilien. Die Auswahl wird an diesem Mittwoch in Algier erwartet. Wie dpa von einem hochrangigen Regierungsmitglied erfuhr, werde das Team mit einer Regierungsmaschine heimfliegen. Noch unklar ist, ob Präsident Abdelaziz Bouteflika oder Ministerpräsident Abdel Malek Sallal zum Flughafen kommen werden. Vermutet wird, dass die Mannschaft danach in einem Bus durch die Hauptstadt fahren wird, um mit ihren Fans zu feiern.

Bei Halilhodzic saß der Schmerz über das Aus dagegen tief. Er blieb der obligatorischen Pressekonferenz fern. Und auch in der Mixed-Zone des Estadio Beira-Rio von Porto Alegre schritt er mit einem grimmigen Gesicht wortlos an den wartenden Journalisten vorbei. Zermürbt durch die Scharmützel mit der Presse, denen er vorwirft, ihn zu diffamieren und seine Arbeit nicht zu respektieren.

Dies tun die Spieler umso mehr. Sie würden gerne mit dem knorrigen Bosnier weiter arbeiten. "Ich möchte dem Trainer im Namen aller Spieler danken. Er hat sehr viel geleistet. Wir lieben unseren Trainer", sagte Bougherra und fügte hinzu: "Wir haben ein gutes Image, eine bessere Disziplin und viel mehr an Wert gewonnen." Auch Torwart Rais M'Bohli stellte die Vorzüge des Coaches heraus. "Wir haben ein sehr gutes Niveau erreicht, das haben wir auch ihm zu verdanken", sagte der "Man of the Match".

Mit der Leistung seiner Mannschaft, die der DFB-Auswahl alles abverlangte, konnte Halilhodzic sehr zufrieden sein - so wie auch die Spieler selbst. "Wir haben fast das Wunder erreicht. Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können. Wir können stolz sein", betonte Bougherra. "Wir sind jetzt eines der größten Teams in Afrika."

Erst die späten Tore von André Schürrle (92.) und Mesut Özil (119.) in der Verlängerung machten gegen die tapfer und vor allem zu Beginn clever spielenden Algerier den Unterschied. Der Treffer durch Abdelmoumene Djabou in der Nachspielzeit der Verlängerung kam zu spät, aber wenigstens darf er auf ein pesönliches Happy End hoffen. Ein algerischer Geschäftsmann versprach jedem Spieler, der gegen die Deutschen ein Tor schießt, einen Porsche Cayenne als Prämie.

Nach der Partie sprach der flinke Außenstürmer Sofiane Feghouli davon, wie viel es ihm bedeute, das algerische Trikot zu tragen. "Der Gedanke daran hat mir Energie gegeben. Wir haben uns zusammen mit den Fans als Einheit gefühlt", beschrieb der frühere französische Jugendnationalspieler seine Emotionen.

Die kochten auch in der Heimat hoch. In den Straßen der Hauptstadt Algier sangen tausende Fans und schwenkten dazu die Nationalflagge. "Danke ihr Helden. Algerien ist stolz auf euch", kommentierte die Zeitung "Elbilad". Auch Keeper M'Bohli genoß die kollektive Euphorie: "Auf dieser Leistung können wir für die Zukunft aufbauen." Die wird allerdings wohl ohne Halilhodzic gestaltet werden müssen. Sein Nachfolger soll der Franzose Christian Gourcuff werden.

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