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Ottmar Hitzfeld: Bitteres Ende einer erfolgreichen Karriere

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Fußball  

Hitzfeld: Bitteres Ende einer erfolgreichen Karriere

02.07.2014, 08:18 Uhr | dpa

Ottmar Hitzfeld: Bitteres Ende einer erfolgreichen Karriere. Ottmar Hitzfeld applaudiert nach dem WM-Aus seinen Spielern.

Ottmar Hitzfeld applaudiert nach dem WM-Aus seinen Spielern. Foto: Peter Klaunzer. (Quelle: dpa)

São Paulo (dpa) - Nach dem Schlusspfiff schritt Ottmar Hitzfeld über den Rasen und reichte jedem seiner niedergeschlagenen Spieler die Hand. So ging in São Paulo eine der erfolgreichsten Trainerkarrieren der Fußball-Geschichte auf bittere Weise zu Ende.

Mit 0:1 nach Verlängerung verlor die Schweiz ihr Achtelfinal-Spiel gegen Argentinien und schied damit bei der Weltmeisterschaft in Brasilien äußerst unglücklich aus. Für genau diesen Moment hatte der 65-Jährige schon vor Monaten seinen Rücktritt angekündigt.

"Ich habe das schon gegen Manchester United erlebt, als wir nach einer Führung innerhalb von drei Minuten ein Champions-League-Finale verloren haben. Das war heute ähnlich", meinte Hitzfeld. "Jeder Moment bleibt in Erinnerung, solche Emotionen erlebt man nur im Fußball. Aber heute war ein gewaltiger Moment. So kann man sich erhobenen Hauptes von der Fußball-Bühne verabschieden."

Was er bei seiner Rücktrittserklärung im Dezember nicht ahnen konnte: Das WM-Aus und das späte Gegentor durch Angel di María in der 118. Minute waren nicht die traurigsten Momente am Ende einer mit Titeln nur so gepflasterten Laufbahn. Am Morgen vor dem Spiel wurde bekannt, dass Hitzfelds älterer Bruder Winfried in der Nacht zu Montag nach langer Krebserkrankung im Alter von 82 Jahren gestorben war. Hitzfeld ließ über den Schweizerischen Verband ausrichten, dass dies Teil seiner Privatsphäre sei und er sich dazu nicht äußern werde. Bei der Nationalhymne vor dem Spiel war er den Tränen nahe. Sonst ließ er sich nichts anmerken.

Selbstdisziplin war schon immer die große Stärke dieses nur mäßig erfolgreichen Spielers aber später umso bedeutenderen Trainers. Hitzfeld fiel nie dadurch auf, dass er den Fußball taktisch revolutionierte. Aber er hatte selbst große Egos wie Stefan Effenberg und Oliver Kahn in München oder zuvor Matthias Sammer und Andreas Möller in Dortmund im Griff. "In der Menschenführung ist er herausragend", sagte Effenberg einmal über ihn. Seine Erfolgsbilanz bestätigt das.

Mit Bayern München wurde er fünfmal deutscher Meister und 2001 Champions-League-Sieger. Mit Borussia Dortmund gewann er die Königsklasse bereits 1997 und die Meisterschaft immerhin zweimal. Neben Ernst Happel, José Mourinho, Jupp Heynckes und Carlo Ancelotti ist Hitzfeld einer von nur fünf Trainern, der die Champions League mit zwei verschiedenen Vereinen gewann. "Ich bin stolz auf meine Laufbahn. Ich habe die Ehre gehabt, mit vielen tollen Mannschaften arbeiten zu dürfen", sagte er nach dem Argentinien-Spiel.

Begonnen hatte diese Trainerkarriere in der Schweiz, wo Hitzfeld auch schon die längste Zeit seiner Spielerlaufbahn verbracht hatte. Und genau dort ging sie auch zu Ende. Voller Stolz präsentierte der Schweizerische Verband den ewigen Grenzgänger zwischen beiden Ländern 2008 als neuen Nationalcoach. Hitzfeld führte die "Nati" 2010 zur WM in Südafrika, verpasste zwei Jahre später aber die Qualifikation für die EM in Polen und der Ukraine, weshalb er sich auch in den letzten Wochen seiner Karriere noch einmal besonders reinhängte. "Ich habe ihn noch nie so fokussiert erlebt", sagte der SFV-Präsident Peter Gilliéron in Brasilien. Denn Hitzfeld, ein Resultat-Trainer durch und durch, betonte immer: "Es ist das letzte Bild, das bleibt."

Am Ende verlor Hitzfelds Team mit viel Pech gegen Messi und Co. Der 65-Jährige hatte noch einmal eine Strategie entworfen, die einen der größten Stars des Weltfußballs fast 120 Minuten aus dem Spiel nahm. Eine Trainerkarriere, die 1983 im Stadion Herti Allmend des SC Zug begann, endete auf der großen WM-Bühne in der Arena São Paulo. Dieses letzte Bild kann sich trotz der Niederlage sehen lassen.

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