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Keine Spur von Havelange - graue Eminenz fehlt bei Brasiliens "Copa"

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Fußball  

Keine Spur von Havelange - graue Eminenz fehlt bei Brasiliens "Copa"

02.07.2014, 07:44 Uhr | dpa

Keine Spur von Havelange - graue Eminenz fehlt bei Brasiliens "Copa". João Havelange hat sich zurückgezogen.

João Havelange hat sich zurückgezogen. Foto: Alessandro Della Bella. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Wo ist eigentlich João Havelange? Ausgerechnet bei seiner Heim-WM ist der langjährige FIFA-Präsident aus Brasilien bisher noch überhaupt nicht in Erscheinung getreten - weder in VIP-Logen in den Stadien, noch bei TV-Diskussionsrunden.

Es ist still geworden um Havelange. Erst kürzlich war der 98-Jährige wegen einer Atemwegsentzündung wieder im Krankenhaus in Rio. Doch die Abwesenheit der grauen Eminenz ist wohl vielen nicht so unrecht. Der ehemalige FIFA-Boss stand zuletzt vor allem wegen Korruption im Rampenlicht.

Am 30. April 2013 - rund zwei Monate vor Beginn des Confed-Cups in Brasilien - legte Havelange sein Amt als Ehrenpräsident des Fußball-Weltverbandes FIFA nieder. Schweizer Staatsanwälte hatten ihm nachgewiesen, dass er und sein Ex-Schwiegersohn und Ex-Chef des brasilianischen Fußballverbandes CBF, Ricardo Teixeira, Schmiergelder in Millionen-Höhe empfingen.

Schon im Dezember 2011 war Havelange wegen erwiesener Korruption aus dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausgetreten und damit einem Ausschluss zuvorgekommen. Als Vorzeige-Funktionär wäre Havelange während Brasiliens "Copa das Copas" (Weltmeisterschaft der Weltmeisterschaften) also nicht wirklich geeignet.

Dabei hat der Weltfußball Jean-Marie Faustin Godefroid (João) de Havelange unzweifelhaft vieles zu verdanken. Machtbewusst und sportbesessen trieb der Brasilianer den Fußballsport in seiner rund 25-jährigen Amtszeit als FIFA-Chef in ungeahnte Höhen. Er setzte seinen Kurs zielstrebig, aber nicht immer ohne Foul durch. Gerade die Förderung des Fußballs in Entwicklungsländern war ein Markenzeichen von Havelanges FIFA-Regentschaft. Er war es, der die Ausdehnung des WM-Turniers von 16 auf 24 und dann von 1998 an auf 32 Nationen forcierte.

Die FIFA hat heute auch dank Havelange mehr Mitglieder (209) als die Vereinten Nationen (193). Und seinen Kritikern fuhr der autokratische Sportfunktionär stets mit den Worten in die Parade: "Als ich (bei der FIFA) ankam, fand ich ein altes Haus und 20 Dollar in der Kasse. Als ich 24 Jahre später ging, hinterließ ich Eigentum und Verträge im Wert von vier Milliarden Dollar." Keine Frage, es war Havelange, der die FIFA von 1974 bis 1998 zum Weltkonzern machte, den er dann an seinen Nachfolger Joseph Blatter übergab.

Doch dem Fußball-Autokraten wurden in seiner Amtszeit auch immer wieder fragwürdige Kontakte zu Diktaturen in Südamerika und auch zu menschenrechtsverachtenden Regierungen in Afrika vorgeworfen. Er protegierte seinen damaligen Schwiegersohn Teixeira, der über 20 Jahre den brasilianischen CBF führte und ebenfalls FIFA- Exekutivmitglied war, beide Ämter aber wegen Korruptionsaffären letztlich aufgeben musste. Nach Havelange wurde in Rio ein Stadion benannt, in dem 2016 olympische Wettbewerbe ausgetragen werden sollen. Aber es gab bereits Diskussionen, den Namen zu ändern.

Havelange warb bei der IOC-Vollversammlung 2009 in Kopenhagen aktiv für die Vergabe der Olympischen Spiele an den Zuckerhut. "Ich hoffe, ich bin 2014 und 2016 noch da, um die WM und die Olympischen Spiele in meinen Land zu sehen", sagte er einmal. Damals lud er alle IOC-Mitglieder zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 2016 nach Rio ein und Brasiliens damaliger Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva sagte: "Ich hoffe, dass wir ihm bei der Eröffnungsfeier ein Ständchen zu seinem Geburtstag singen können." Doch die Schar der Havelange-Bewunderer ist in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Die Zahl der prominenten Geburtstagsgäste dürfte 2016 eher überschaubar bleiben.

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