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Marco Reus fehlt: Löw und seine Zwickmühle mit Özil und Götze

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Reus fehlt enorm  

Löws Zwickmühle mit Özil und Götze

03.07.2014, 10:24 Uhr | t-online.de

Marco Reus fehlt: Löw und seine Zwickmühle mit Özil und Götze. Mario Götze und Mesut Özil laufen ihrer Form hinterher. (Quelle: imago/Schwörer Pressefoto)

Mario Götze und Mesut Özil laufen ihrer Form hinterher. (Quelle: imago/Schwörer Pressefoto)

Aus Santo Andre (Brasilien) berichtet Thomas Tamberg

Wer nach den WM-Spielen im brasilianischen Fernsehen nicht rechtzeitig das TV-Gerät ausschaltet, der kommt unausweichlich in einen ganz besonderen Genuss. Täglich werden hier bizarre Massengottesdienste übertragen, in denen selbsternannte Wunderheiler, Propheten, Erweckungstänzer oder ähnlich zweifelhafte Typen den Menschen alles Mögliche versprechen, wenn sie nur etwas spenden oder CDs kaufen mit knackigen Songs über Mythen und Heilige.

97 Prozent der Brasilianer glauben einer Umfrage zu Folge an Gott. Doch nirgendwo treibt die Mischung aus Glaube und Aberglaube so seltsame Blüten wie hier und spielt im gesellschaftlichen Leben eine solch bedeutende Rolle. Nicht selten kann man im TV sehen, wie Lahme plötzlich wieder gehen können.

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Özil und Götze sind das "Tarnkappen-Duo“ 

Unweigerlich muss man daher in diesen Tagen an Marco Reus denken. Gut möglich, dass die deutschen Fans bereit wären, containerweise CDs und spirituelle Fanartikel zu kaufen, nur damit der BVB-Star wieder richtig laufen könnte. Der 25-Jährige hatte sich im letzten Testspiel vor der Abreise nach Brasilien am Knöchel verletzt und wird bei der WM an allen Ecken und Enden vermisst. 

Der von seinen Kollegen zum besten Bundesliga-Spieler der Saison gekürte Offensiv-Allrounder würde der deutschen Nationalmannschaft gut zu Gesicht stehen. Denn seine Vertreter Mario Götze und Mesut Özil schaffen es bei diesem Turnier einfach nicht, ihr großes Potenzial abzurufen und tauchen immer wieder komplett ab. "Das Tarnkappen-Duo“ hat die "Süddeutsche Zeitung“ die beiden deshalb getauft. 

Unterschiedliche Wahrnehmung 

Interessant ist dabei die unterschiedliche Wahrnehmung von innen und von außen. So formuliert Götze in steter Regelmäßigkeit Sätze wie "ich habe immer den Anspruch zu spielen“. Doch woraus leitet sich dieser Anspruch ab? Aus seinem außergewöhnlichen Talent, das der 22-Jährige ohne Frage besitzt? Dann muss sich der Bayern-Star den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu wenig daraus macht. Özil sagte auf der Pressekonferenz vor dem USA-Spiel, dass er zwar wisse, dass er mehr könne, aber auch, dass er mit sich ganz zufrieden sei. 

Bundestrainer Joachim Löw nimmt den Arsenal-Spieler in Schutz. "Diese Art der öffentlichen Kritik ist für mich genauso unverständlich wie jene an Philipp Lahm. Mesut Özil war 2010 und 2012 der überragende Spieler des Turniers. Das kann ich doch nicht einfach vergessen", sagte Löw zuletzt in einem "Zeit"-Interview: "Zumal ich grundsätzlich meinen Spielern immer großes Vertrauen entgegenbringe, auch wenn es mal nicht so gut bei ihnen läuft.“ 

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Vertrauen bis zum Ende 

Irgendetwas scheint derzeit wahrnehmungstechnisch nicht so ganz stimmig zu sein. Um es mal klarzustellen: Natürlich spielen Özil und Götze nicht absichtlich unter Form. Das weiß jeder. Und nur weil sie ihre ganze Leistungsfähigkeit nicht abrufen, sind sie auch keine schlechteren Menschen. Auch das weiß jeder. Aber hört man sich die Äußerungen aus dem Kreis der Nationalmannschaft so an, dann hat man das Gefühl, dass alle, die Kritik üben, komplett ahnungslos wären. 

Es ehrt Löw, dass er seinen Spielern so großes Vertrauen entgegenbringt. Aber ist die WM 2014 der richtige Moment, weiterhin an Spielern festzuhalten, nur weil sie in der Vergangenheit überragende Leistungen gebracht haben? Ein André Schürrle drängt mit Vehemenz in die Startelf. Vielleicht ist es sein Nachteil, dass er in der Vergangenheit keine überragenden Leistungen im DFB-Trikot gezeigt hat. 2010 und 2012 war nicht dabei. Und wie muss sich eigentlich Miroslav Klose vorkommen? 

Der Fehler wurde vorher gemacht 

Doch der Einsatz anderer Kräfte ist natürlich auch leicht formuliert. Bei genauer Betrachtung bleibt dem Bundestrainer gar nichts anderes übrig, als seine beiden Sorgenkinder stark zu reden. Alternativen gibt es wenig. Wenn, dann wurde der Fehler vor der WM begangen, als man für Reus keinen weiteren Offensivmann nominiert hatte, sondern Abwehrspieler Shkodran Mustafi. Max Kruse, Kevin Volland wären Kandidaten gewesen. 

Lukas Podolski drängt sich derzeit nicht auf und war obendrein zuletzt leicht angeschlagen. Klose möchte der Trainer aus strategischen Gründen als Joker in der Hinterhand behalten. 

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Siegertypen müssen von der Bank kommen 

Eine durchaus nachvollziehbare Maßnahme. Gerade in der Hitze Brasiliens hat sich bereits gezeigt, dass Einwechselspieler den großen Unterschied ausmachen können. Weder Götze noch Özil sind Typen, die von der Bank kommend, die Ärmel hochkrempeln und signifikant neue Siegermentalität auf den Platz bringen. Daher ist Löw fast schon gezwungen das Duo aufzupäppeln und von Beginn an spielen zu lassen. 

Eine Zwickmühle, zumal Löw mit Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger im Wechsel bereits eine Auswechslung fest vorgesehen hat. Verletzt sich dann überraschend ein Abwehrspieler wie Mustafi gegen Algerien oder Jeromé Boateng gegen die USA, schwinden immer mehr die Wechsel-Alternativen. Die beste Alternative wäre Reus gewesen. Aber den wird auch kein Wunder mehr nach Brasilien bringen können.

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