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Frankreich gegen Deutschland: Schicksalstag für die Nationalmannschaft

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Zäsur oder Griff nach Pokal  

Schicksalstag für die DFB-Elf in Rio de Janeiro

04.07.2014, 09:48 Uhr | , t-online.de

Frankreich gegen Deutschland: Schicksalstag für die Nationalmannschaft. Alles ist möglich: Bundestrainer Joachim Löw (Mitte) schwört seine Spieler auf die Partie gegen Frankreich ein. (Quelle: dpa)

Alles ist möglich: Bundestrainer Joachim Löw (Mitte) schwört seine Spieler auf die Partie gegen Frankreich ein. (Quelle: dpa)

Aus Rio de Janeiro berichtet Thomas Tamberg

Wohl selten zuvor war das Gesamtbefinden einer deutschen Nationalmannschaft so schwer vorherzusagen wie vor dem Viertelfinale gegen Frankreich (ab 17.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) bei der WM 2014 in Brasilien. Nach der teilweise heftigen Kritik im Zuge des Achtelfinal-Zittersiegs gegen Algerien verfestigte sich zuletzt der Eindruck, dass bei der DFB-Elf derzeit alles auf dem Prüfstand steht. Weder Taktik, noch System und schon gar nicht die Mannschaftsaufstellung lassen sich seriös vorhersagen.

Auf der Abschlusspressekonferenz gab sich Joachim Löw betont locker. Nur ein Pfeifen im Walde oder ist der 54-Jährige tatsächlich so sehr von seiner Mannschaft überzeugt? Erleben wir die Geburtsstunde einer möglichen Weltmeister-Mannschaft oder den unvollendeten Abgang eines vielversprechenden Talentschuppens? Himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt: Alles ist möglich.

Die größte Bühne, die es gibt

Die Bühne für dieses Schicksalsspiel, das bei negativem Ausgang durchaus das Ende der Ära Löw als Nationalcoach bedeuten könnte, ist das Maracanã-Stadion, die wohl mythenreichste Fußballarena der Welt. Größer geht es nicht. Und Spielort ist Rio de Janeiro, die vielleicht schönste Stadt der Welt, aber auch ein Ort voller Widersprüche. Wie derzeit auch die Nationalmannschaft.

UMFRAGE
Schlägt das DFB-Team die Franzosen im Viertelfinale?

Wenn der eigene Wortschatz einfach nicht das hergibt, was er bräuchte, um die Schönheit dieser 6,4 Millionen-Einwohner-Stadt zu beschreiben, kann man sich zum Glück immer noch an Stefan Zweig anlehnen. "Hier hat die Natur in einer einmaligen Laune von Verschwendung von den Elementen der landschaftlichen Schönheit alles in einen engen Raum zusammengerückt, was sie sonst sparsam auf ganze Länder verteilt und vereinzelt", hat der österreichische Schriftsteller einmal gesagt.

So fühlt sich die Copacabana an

Es ist so vieles an Rio beeindruckend, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Die Cariocas, wie die Einwohner Rios genannt werden, leben mit einer Lebenslust und Freundlichkeit in den Tag hinein, dass man sich für jeden schlechtgelaunten Moment in seinem bisherigen Leben aufrichtig in Grund und Boden schämt. Aber wie soll man auch griesgrämig sein in einer Stadt voller Strände, Palmen, Parks und Kokosnüsse, wo das Thermometer auch im tiefsten Winter so gut wie nie unter 20 Grad fällt.

Wie fühlt sich Copacabana an, der wohl berühmteste Strand der Welt? Vielleicht so: Ein Fußballspiel am Abend unter Scheinwerferlicht mit Freunden auf richtige Tore. Umrahmt von den sanften Wellen des Atlantiks auf der einen Seite und einem Boulevard mit Bars, Restaurants und kleinen Märkten, auf dem jede Menge entspannter Menschen flanieren, auf der anderen. Und dahinter ragt die Kulisse traumhafter Hotels empor, von denen man dachte, dass es sie nur in Filmen gibt.

Schönheit spielt eine große Rolle

Doch was ist das schon gegenüber dem Panorama, das sich von der weltbekannten Christusstaue aus erschließt. Oder haben Sie schon einmal einem Flugzeug von oben (!) beim Landeanflug zugesehen, wie es aus den Wolken heraustritt über der Stadt und Maracanã hinwegschwebt und hinter dem Zuckerhut eine enge Kurve fliegt, um auf dem Inlandsflughafen zu landen, der im Meer seine natürliche Grenze findet?

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Doch es sind nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten. Schönheit spiegelt sich in Rio auch noch anders wider. In keiner anderen Stadt sieht man so viele wohljustierte Körperteile wie hier. Man sagt: Der Deutsche geht zum Arzt, der Argentinier zum Psychologen und der Brasilianer zum Schönheitschirurgen.

Die hässliche Seite

Das ist die eine Seite Rios. Und man muss aufpassen, dass man beim Staunen darüber nicht über Menschen hinwegstolpert, die mit all diesen Dingen nur wenig anfangen können. Die ohne Hab und Gut auf der Straße liegen und sich nachts vor dem Touristenhotel mit Pappe ihren Schlafplatz zurecht machen. Es sind die Vorposten der Menschen aus den Favelas, von denen es hier jede Menge gibt. Hier wird Schönheit anders definiert.

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Was will man darauf antworten, wenn man im schicken Restaurant eine Kellnerin fragt, wie sie denn die WM so finde und zu hören bekommt: Das sei ihr ziemlich egal. Gestern haben sie in ihrer Favela zwei Nachbarskinder erschossen, weil sie keine Drogen verkaufen wollten. Das ist ebenfalls Rio. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.

Wie wird sich die DFB-Elf präsentieren?

Auch wenn sich ein Vergleich verbietet, so ist es auch das Motto der K.-o.-Runde bei dieser WM. "Magische Spiele", hat sie Joachim Löw genannt. Gegen Algerien war allerdings eher Drama angesagt. Bisher hat die deutsche Nationalmannschaft die PS nicht auf die Straße gebracht, aber sie steht im Viertelfinale. Das kann nicht jede große Fußballnation von sich behaupten. Was kommt nun gegen Frankreich? Favela-Fußball oder Copacabana-Kick? Keiner kann sagen, in welchem Zustand sich das Team wirklich befindet.

Die Debatte um Philipp Lahm, Mittelfeld oder Außenverteidiger, nahm zuletzt groteske Züge an. Das Gute daran ist, dass die deutsche Mannschaft nicht nur für die Fans in der Heimat, sondern auch für Gegner Frankreich überhaupt nicht auszurechnen ist. Plötzlich ist alles möglich. Lahm Außenverteidiger, Miroslav Klose von Beginn an im Sturm, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira gemeinsam auf der Doppelsechs und Mesut Özil als Spielmacher hinter den Spitzen. Immerhin sind bis auf Shkodran Mustafi alle Spieler fit.

Erlebt Frankreich sein blaues Wunder?

Die DFB-Elf und auch der Bundestrainer mussten in den letzten Tagen viel Kritik einstecken. Die Mannschaft fühlt sich ungerecht behandelt. Diese Reibung kann jede Menge Energie freisetzen. Gelingt es Löw sie in die richtigen Bahnen zu lenken, dann könnte Frankreich sein blaues Wunder erleben. Ein Weiterwurschteln wird es danach jedenfalls nicht geben. Zäsur oder der Griff nach dem Pokal, lautet das Gebot der Stunde. "Maracanã ist ein Mythos. Das motiviert uns“, sagte der Bundestrainer. Was für ein Spiel, was für ein Druck, was für ein Ort.

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