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Frankreich gegen Deutschland: Hummels köpft DFB-Elf ins WM-Halbfinale

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Sieg über Frankreich  

Hummels köpft Deutschland ins Halbfinale

04.07.2014, 20:22 Uhr | t-online.de

Frankreich gegen Deutschland: Hummels köpft DFB-Elf ins WM-Halbfinale. Torschütze Mats Hummels freut sich über seinen Treffer. (Quelle: dpa)

Torschütze Mats Hummels freut sich über seinen Treffer. (Quelle: dpa)

Aus Rio de Janeiro berichtet Thomas Tamberg

Halbfinale! Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der WM 2014 das nächste große Etappenziel erreicht. Dank eines frühen Treffers von Mats Hummels setzte sich die DFB-Elf knapp mit 1:0 (1:0) im Klassiker gegen Frankreich durch. Damit steht Deutschland zum 13. Mal überhaupt und zum vierten Mal in Folge unter den besten Vier - das hat noch keine Mannschaft in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften geschafft.

Im traditionsreichen Maracana-Stadion von Rio de Janeiro musste Deutschland bis zum Schluss zittern, weil auch beste Konterchancen nicht im gegnerischen Tor landen wollten. Die Franzosen waren über weite Strecken das aktivere Team, ohne dabei aber allergrößte Gefahr auszustrahlen. Während Les Bleus nach einem überraschend starken WM-Auftritt die Heimreise antreten muss, trifft das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Halbfinale am kommenden Dienstag auf den Sieger der Partie Brasilien gegen Kolumbien.

Unser Mann vor Ort 
Eiskalter Weltrekord im Glutofen Maracana

Unser Redakteur Thomas Tamberg hat gegen Frankreich mit der DFB-Elf im Stadion geschwitzt. Video

"Unser Weg ist hoffentlich noch nicht zu Ende"

Nach dem hart erkämpften Sieg waren die DFB-Spieler erleichtert und glücklich: "Wir standen wieder als Mannschaft auf dem Feld. Das war insgesamt wieder eine gute Leistung von uns", sagte Kapitän Philipp Lahm. Matchwinner Mats Hummels jubelte: "Das ist der nächste Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Ich hoffe, dass unser Weg noch nicht zu Ende ist."

Frankreichs Trainer Didier Deschamps zeigte sich als fairer Verlierer: "Wir haben alles versucht bis zum Schluss. Uns hat ein wenig die Präzision gefehlt. Der Gegner hatte höchste Qualität. So groß war der Unterschied zwischen beiden Teams nicht, aber sie haben gewonnen."

Lahm und Klose feiern Comeback auf alten Positionen

Extra für das Prestigeduell mit Les Bleus hatte der Bundestrainer seine bisherigen WM-Plan deutlich angepasst: So beorderte Löw nun doch Lahm vom defensiven Mittelfeld zurück auf die rechte Abwehrseite - genau diese Umstellung war seit dem schwachen DFB-Auftritt gegen Algerien bundesweit heftig diskutiert worden. Weil Jerome Boateng dafür in die Innenverteidigung rückte, blieb für Abwehrchef Per Mertesacker nur noch ein Platz auf der Ersatzbank. Im defensiven Mittelfeld beantwortete Löw die Frage nach "Bastian Schweinsteiger oder Sami Khedira?" mit einem kapitalen UND. Die beiden WM-Helden von 2010 liefen gemeinsam auf. Allerdings nicht als Doppelsechs, sondern mit Schweinsteiger als alleinigem Abräumer vor der Abwehr und Khedira an der Seite von Toni Kroos auf den Halbpositionen.

Und schließlich beendete der Bundestrainer auch im Angriff das Experiment mit der "falschen Neun" und schenkte erstmals bei dieser WM von Beginn an einem echten Stürmer das Vertrauen: Miroslav Klose. Damit blieb auch kein Platz mehr für Mario Götze in der Startelf, weil der viermalige Turniertorschütze Thomas Müller auf die Seite auswich. Löws Gegenüber Deschamps beließ es bei zwei positionsgetreuen Änderungen gegenüber dem 2:0-Sieg über Nigeria: Mamadou Sakho ersetzte den zuletzt wackelnden Laurent Koscielny in der Innenverteidigung und Antoine Griezmann rückte für den blassen Olivier Giroud in die Startelf.

Nächster Standardtreffer für Deutschland

Obwohl die deutsche Elf von Beginn an sehr kompakt auftrat, hatte Frankreich zunächst die besseren Chancen. Erst schoss Benzema aus 15 Metern nur knapp am Tor vorbei (7.), dann rettete der von einer Grippe genesene Mats Hummels vor dem Stürmerstar von Real Madrid (11.). Dafür war gleich der erste ernsthafte Ausflug der Nationalmannschaft in den gegnerischen Strafraum erfolgreich: Nach einer perfekten Freistoß-Hereingabe von Kroos donnerte Hummels den Ball per Kopf in die Maschen. Die frühe 1:0-Führung, ein perfekter Start für den Weltranglisten-Zweiten. Es war bereits der vierte deutsche Treffer nach einer Standardsituation bei dieser WM, rechnet man den Elfmetertreffer gegen Portugal dazu.

Der oft kritisierte Benedikt Höwedes hatte eine weitere gute Möglichkeit. Der sonst als Tricktechniker unverdächtige Außenverteidiger hob den Ball nach einer Ecke kunstvoll per Hacke über das Tor von Hugo Lloris (30.). Der Rest der ersten Halbzeit gehörte dann aber den Franzosen, die mehr und mehr auf den Ausgleich drängte. Erneut war es Benzema, der beste Franzose im ersten Durchgang, der aus fünf Metern die größte Möglichkeit hatte. Doch wieder stand Hummels richtig und lenkte den Ball gerade noch mit dem Knie über die Torauslinie (34.). Der deutsche Verteidiger wiederum überragte nicht nur wegen seines Treffers im DFB-Team, sondern weil er auch nahezu alle Zweikämpfe gewann.

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Nach dem Sieg über Frankreich: Was ist jetzt drin für das DFB-Team?

Trotz der Führung im Rücken bekam die deutsche Mannschaft das Spiel aber noch nicht so recht in den Griff. Vor allem im Spiel nach vorne hakte es weiter. WM-Rekordtorschütze Klose war bei Raphael Valbuena und Sakho meist sehr gut aufgehoben und hatte keine einzige Chance, sich vom zweiten zweiten Inhaber der Bestmarke von 15 Treffern abzusetzen, dem Brasilianer Ronaldo. Kroos, Khedira und Özil spielten allesamt nicht schlecht, aber es fehlte noch das gewisse Etwas, die zündende Idee, um die solide Abwehr von Les Bleus zu überraschen. Vor allem das Flügelspiel blieb mangelhaft, im Zweifel lief der Ball immer durch die vollgestellte Mitte.

Schürrle lässt Chancen liegen

Im zweiten Durchgang blieben die Franzosen dran und drängten immer vehementer auf den Ausgleich, eine richtige Torchance ließ aber lange auf sich werten. Dem DFB-Team boten sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr Raum für Entlastungsangriffe. Besonders, als André Schürrle für Kose in die Partie kam, wurde das deutsche Konterspiel auch zielstrebiger.

Erst die Schlussviertelstunde wurde dann dramatisch. Erst prüfte Schürrle Frankreichs Keeper Lloris mit einem Distanzschuss, dann sorgte Müller für Chaos in der Abwehr von Les Bleus, doch kein Mitspieler stand bereit, um die Hereingabe zu verwerten. Auf der anderen Seite musste erneut Hummels in letzter Sekunde gegen Benzema klären, als sich der Ausnahmestürmer im Strafraum schon gegen Lahm freigespielt hatte.

Neuers Riesenparade in der Nachspielzeit

Den deutschen Spielern schwanden sichtlich immer mehr die Kräfte gegen das deutlich jüngere französische Team, dafür lief dem Weltmeister von 1998 nun die Zeit weg. Kurz vor Schluss hatte Schürrle dann gleich zwei Mal die Chance, alles klar zu machen. Doch in beiden Situationen schloss der Chelsea-Spieler aus bester Position zu überhastet ab.

In der Schlussminute der Nachspielzeit rettete Neuer mit einer Wahnsinnsparade gegen den freistehenden Benzema die Führung ins Ziel. Dann war es geschafft, Abpfiff durch den argentinischen Schiedsrichter Nestor Pitana. Der Rest war ausgelassener Jubel auf deutscher Seite, soweit es angesichts der Erschöpfung nach diesem außergewöhnlichen Kraftakt möglich war.

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