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Neymar nach WM-Aus: "Traum vom Titel nicht vorbei"

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WM 2014  

Neymar nach WM-Aus: "Traum vom Titel nicht vorbei"

06.07.2014, 13:08 Uhr | dpa

Neymar nach WM-Aus: "Traum vom Titel nicht vorbei". Brasiliens verletzter Starspieler Neymar wurde per Helikopter aus dem WM-Camp geflogen.

Brasiliens verletzter Starspieler Neymar wurde per Helikopter aus dem WM-Camp geflogen. Foto: Marcelo Sayao. (Quelle: dpa)

Teresópolis (dpa) - Auf der Trage winkte Neymar noch einmal kurz mit schmerzverzerrtem Gesicht, dann schlossen sich die Türen des Helikopters. Schweren Herzens trennte sich der Superstar nach seinem WM-Aus von Brasiliens Mannschaft und wurde vom Trainingscamp in Teresópolis aus nach Hause geflogen.

Seinen innigsten Wunsch gab er der Seleção mit auf ihren weiteren Weg. "Mein Traum als Spieler ist ein WM-Finale, aber der Traum vom WM-Titel ist noch nicht vorbei. Es fehlen noch zwei Spiele, und ich bin sicher, dass meine Teamkollegen alles tun werden, um diesen Pokal hoch zu heben", sagte der 22 Jahre alte Stürmer in einer bewegenden Videobotschaft an die brasilianische Öffentlichkeit. "Sie werden den Titel holen, und ich werde bei der Mannschaft sein. Ganz Brasilien wird zusammen feiern."

Seine Augen waren rotgeweint. In Guaruja soll er sich jetzt im Kreis seiner Familie von dem gebrochenen Lendenwirbel erholen. Vielleicht kehrt er fürs Halbfinale am Dienstag gegen Deutschland sogar in den Kreis der Mannschaft zurück.

Neymars Abreise wurde im brasilianischen Fernsehen live übertragen. Die Bilder, wie er, festgeschnallt auf einer Trage, in den Hubschrauber geschoben wurde, lösten Beklemmen aus. Neymar brach sich beim 2:1 im Viertelfiale gegen Kolumbien den dritten Lendenwirbel - Juan Zúñiga war ihm kurz vor Schluss mit dem Knie voran in den Rücken gesprungen. Der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco ließ Vorteil gelten und die Attacke ungeahndet. Die Zeitung "Extra" schrieb von einem "kriminellen Einsatz" von Zúñiga. "Feigheit hat Neymar aus der WM geworfen", kritisierte das Blatt. "Der Schmerz, der unsere Freude verstummen ließ", titelte "Correio Braziliense"

Das Verletzungsdrama um ihren Hoffnungsträger sorgte bei den 200 Millionen Brasilianern und in der Sportwelt für Entsetzen und Bedauern - und eine Schiedsrichterdebatte. Brasiliens WM-Rekordtorschütze Ronaldo fand deutliche Worte: "Es gab eine Absicht von dem kolumbianischen Spieler, Schaden zu verursachen. Ich glaube, es war sehr gewalttätig." Der Fußball-Weltverband hat inzwischen Untersuchungen aufgenommen. Die Disziplinarkommission werde die mögliche Einleitung eines Verfahrens prüfen, so die FIFA. Viele Brasilianer werten dies als Alibiaktion. "Ein Schlag gegen Brasilien. Das Team ohne ihn: Der Albtraum.", befürchtete "O Globo".

Brasiliens Mannschaftsarzt José Luiz Runco hält einen Besuch seines Patienten beim Halbfinale gegen Deutschland in Belo Horizonte für möglich. "Wenn er schmerzfrei ist und sich gut fühlt, kann man es erlauben", sagte Runco. Neymar müsse ein Stützkorsett tragen, drei bis sechs Wochen pausieren, aber keine Folgeschäden am Rücken befürchten, erklärte der Mediziner.

Unmittelbar nach dem Foul hatte Neymar zu seinem Team-Kollegen Marcelo noch gesagt, er spüre seine Beine nicht mehr. In heller Aufregung hatten die Reporter die traurige Botschaft im ganzen Land verbreitet: "Neymar esta fora da copa!" - Neymar ist raus aus der WM. Abwehrstratege David Luiz brach in den Stadionkatakomben von Fortaleza in Tränen aus und versprach: "Wir werden für ihn beten, denn der Platz von Ney ist auf dem Rasen. Jetzt spielen wir für ihn." Auch Hulk kündigte eine Trotzreaktion an: "Wir widmen den WM-Titel Neymar."

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff drückte dem verletzten Angreifer in einem emotionalen Brief und mit martialischen Worten ihre Anteilnahme aus. "Es hat mein Herz und das aller Brasilianer gebrochen, gestern den Schmerz auf Deinem Gesicht im Castelão-Stadion zu sehen", schrieb die Staatschefin. "Aber wir haben auch die immense Kraft eines großen Kriegers gesehen, der sich nie schlagen lässt, auch wenn er verwundet ist." Sie sprach auch von einer "Schlacht, die unsere Seleção kämpft". Neymars Clubkollege Lionel Messi vom FC Barcelona tröstete via Facebook: "Neymar, ich hoffe, Du erholst dich sehr schnell, mein Freund." Sprint-Olympiasieger Usain Bolt twitterte: "Traurig, die Nachricht zu hören. Erhol' dich schnell."

Der deutsche Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus brachte das Bedauern "aller deutschen Fans" über das Fehlen des Superstars im Halbfinale zum Ausdruck: "Kein deutscher Fan und kein deutscher Spieler freut sich über die Verletzung von Neymar. Das verbietet das Fair Play. Natürlich haben wir auch Tränen in den Augen, wenn wir das Bild von gestern sehen."

Der kolumbianische Übeltäter Zúñiga bekam sogar Morddrohungen. "Ich bin bekümmert über diese Situation, die sich aus einer normalen Aktion im Spiel ergeben hat", verteidigte er sich bei Instagram. Es sei "keine böse Absicht, Bosheit oder Unüberlegtheit" gewesen, schrieb Zúñiga weiter und wünschte Neymar eine schnelle Rückkehr auf den Platz. "Ich bewundere, respektiere dich und erachte dich als einen der besten Spieler der Welt."

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