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"Goleador" Rodríguez: Nach Tränen doch noch ein Titel?

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Fußball  

"Goleador" Rodríguez: Nach Tränen doch noch ein Titel?

06.07.2014, 19:08 Uhr | dpa

"Goleador" Rodríguez: Nach Tränen doch noch ein Titel?. Trainer Jose Pekerman (l) tröstet seinen Superstar James Rodriguez.

Trainer Jose Pekerman (l) tröstet seinen Superstar James Rodriguez. Foto: Tolga Bozoglu. (Quelle: dpa)

Bogotá (dpa) - Bei der umjubelten Rückkehr in die Heimat hatte James Rodríguez sein Lächeln wiedergefunden. Mit schwarzer Sonnenbrille stieg Kolumbiens Shootingstar in Bogotá winkend aus dem Flugzeug.

Nach seinem tränenreichen Abschied von der WM-Bühne darf er nun noch auf den historischen Titel als Torschützenkönig hoffen. Selbst vom Staatschef erhielt der 22-Jährige ein dickes Extra-Lob. "Wir haben den besten Goleador der Welt, unseren geliebten und verehrten James Rodríguez", schwärmte Jose Manuel Santos zur Rückkehr der Mannschaft vom Weltturnier.

Nicht nur Rodríguez, der als erster Kolumbianer die Torjägerkrone holen kann, wurde dabei frenetisch bejubelt. Insgesamt feierten mehr als 100 000 Fans ihr Team, das in einem Bus durch die Straße fuhr. Der übervolle Park Simón Bolívar glich einem Meer aus gelben Trikots. "Willkommen zu Hause, glorreiche Auswahl Kolumbiens!", titelte "El Tiempo" auf seiner Internetseite.

"Danke für die Unterstützung und die Zuneigung. Es lebe Kolumbien", sagte Nationaltrainer José Pékerman auf der Bühne. Stürmerstar Rodríguez hielt ein Trikot seines Teamkollegen Radamel Falcao in die Höhe, der wegen eines Kreuzbandrisses nicht an der WM teilnehmen konnte. "Er war nicht bei uns, aber er war ein wichtiger Teil der Mannschaft", sagte Rodríguez. Unter der Anleitung von Pablo Armero tanzten Spieler und Fans schließlich den Bunde, einen Tanz aus der Pazifikregion, mit dem der Außenverteidiger auch sein Tor beim WM-Auftaktspiel gegen Griechenland gefeiert hatte.

Der sechste Treffer von Rodríguez bewahrte das Überraschungsteam beim 1:2 gegen Brasilien aber nicht vor dem Aus, so dass sich der Youngster noch betrübt auf die Heimreise machte. "Ich war so traurig, weil ich unbedingt wollte, dass wir hier Geschichte schreiben", berichtete Rodríguez über die Gefühle, die ihn noch auf dem Rasen des Estádio Castelão übermannten.

Wie seine Wundertaten - mit dem Traum-Volleytreffer im Achtelfinale gegen Uruguay als Krönung - werden auch die Szenen der rührenden Anteilnahme der Brasilianer im kollektiven WM-Gedächtnis bleiben. Als Rodríguez auf dem Rasen bitterlich weinend zusammenbrach, nahmen ihn Dani Alves und David Luiz fürsorglich in ihre Mitte. Der Innenverteidiger bedeutete den Fans in Fortaleza per Fingerzeig sogar, doch lieber Rodríguez als das siegreiche Team zu feiern. "Diese Tränen sind die Tränen eines Helden. Auch Männer weinen", verkündete der Jüngling mit den zarten Gesichtszügen.

Die Fortsetzung seiner beeindruckenden Torserie war diesmal jedoch zu wenig. Jeweils ein Erfolgserlebnis in den ersten fünf WM-Spielen überhaupt gelang zuletzt dem Peruaner Teófilo Cubillas (1970/1978). Im Ranking der besten Torschützen liegt Rodríguez nun vor den Halbfinals jeweils zwei Treffer vor den etablierten Branchengrößen wie Lionel Messi, Thomas Müller und dem verletzt ausgeschiedenen Neymar. Mehr als sechs Tore gelangen in den vergangenen 36 Jahren bei einer WM nur Brasiliens Ronaldo 2002 (8).

"Kein Zweifel, dass er uns in der Zukunft zeigen wird, dass er einer der Besten der Welt sein kann", kommentierte Trainer José Pékerman diese Leistung, nachdem er den schluchzenden Rodríguez innig umarmt hatte. Neben einem Bild, wie Rodríguez sein Gesicht an die Schulter des Coaches presst, schrieb "La Patria": "Es gibt nichts zu weinen". Mehr als 20 000 Anhänger in Bogotá feierten die erste Viertelfinal- Teilnahme nach Ende des Spiels.

Auch Ersatzkeeper Faryd Mondragon, der im Alter von 43 seine Karriere beendete, und Juan Zúñiga erhielten von den eigenen Anhängern Ovationen. Im Gastgeberland katapultierte sich der Verteidiger mit dem Foul an Neymar jedoch in den Rang des Staatsfeinds Nummer Eins. "Verfluchter Kolumbianer" schimpften die Zeitungen nach dem WM-Aus ihres Nationalhelden. "Ich bin bekümmert über diese Situation, die sich aus einer normalen Aktion im Spiel ergeben hat", schrieb Zúñiga an Neymar.

Dank des eigenen Topstars darf Kolumbien nach 16 Jahren WM-Abstinenz auf ein dauerhaftes Ende der fußballerischen Leidenszeit hoffen. Zumal auch der verletzte Radamel Falcao, eigentliche Nummer Eins im Angriff, zurückkehren wird. "Wir können nur stolz sein, was unsere Auswahl geschafft hat. Gracias muchachos", twitterte der Top-Stürmer. "Nun geht es weiter, das Beste kommt erst noch."

Überwältigt posierte auch Staatschef Santos im roten Nationaltrikot neben Weltverbandschef Joseph Blatter und bat Pékerman, den Job fortzusetzen. "Ihr habt Geschichte geschrieben", schrieb der Präsident. "Die Auswahl hat uns als Nation zusammengebracht." Die Zeitung "El Espectador" betonte ebenfalls den vereinenden Faktor des Teams in dem lange vom Drogenkrieg gebeutelten Land: "In diesem Monat haben wir gelernt, die Nationalhymne zu singen, ohne Komplexe, sondern mit Enthusiasmus wie wir es noch nie getan haben."

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