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Kommentar zur WM 2014: Tatsachenentscheidung nicht antasten!

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Kommentar zu Neymar  

Tatsachenentscheidung nicht antasten!

05.07.2014, 14:22 Uhr | Jens Bistritschan, t-online.de

Kommentar zur WM 2014: Tatsachenentscheidung nicht antasten!. Stein des Anstoßes: Das rüde Einsteigen von Kolumbiens Juan Zuniga gegen Brasiliens Superstar Neymar. (Quelle: dpa)

Stein des Anstoßes: Das rüde Einsteigen von Kolumbiens Juan Zuniga gegen Brasiliens Superstar Neymar. (Quelle: dpa)

Ein Kommentar von Jens Bistritschan

Der Fußball-Weltverband FIFA steckt in einem Dilemma. Die ganze Welt empört sich angesichts des brutalen Fouls von Juan Zuniga gegen Neymar. Und das vollkommen zu Recht. Die Attacke des Kolumbianers galt einzig und allein dem Körper des Gegners, er hatte keine Chance auf den Ball.

Und angesichts der dramatischen Auswirkung auf die Gesundheit des gefoulten Spielers ist insbesondere einem Zuschauer, der sich nur während eines großen Turniers für Fußball interessiert, nur schwer zu vermitteln, warum Zuniga nicht nachträglich bestraft wird.

Nicht mit zweierlei Maß messen

Doch sollte der Weltverband sich wirklich dazu durchringen, das Foul nachträglich zu sanktionieren, würde er an einem von ihm bisher eisern hochgehaltenen Prinzip rütteln: der Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Dieser hatte die Szene gesehen und bewertet. Es gab zwar den Freistoßpfiff, aber noch nicht einmal eine Gelbe Karte für den Übeltäter. Die FIFA würde sich dem Vorwurf aussetzen, nur gehandelt zu haben, weil es sich um einen Superstar und die WM gehandelt hat. Denn solch rüde Attacken gibt es viel zu oft auf den Sportplätzen landauf landab. Meistens enden sie zum Glück nicht so dramatisch wie jetzt bei Neymar.

Und würde sich die FIFA nicht bei einer nachträglichen Sperre selbst ad absurdum führen? Wie wäre das vereinbar mit dem Druck, den sie immer wieder aufbaut, wenn ein Mitgliedsverband aufgrund von Fernsehbildern nachträglich noch etwas abändern will, was der Schiedsrichter gesehen hat? Man denke nur an das Kießling-Phantom-Tor in der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Da stand sogar die Drohung im Raum, Deutschland könnte von der WM ausgeschlossen werden, sollte der DFB an der Tatsachenentscheidung rütteln.

Leuchtturmwirkung bis in die Kreisliga

So tragisch das Resultat des Fouls von Zuniga gegen Neymar auch ist. Die FIFA ist gut beraten, die Büchse der Pandora nicht zu öffnen. Denn wenn bei der Vorzeigeveranstaltung WM Entscheidungen nachträglich geändert werden – eine Sperre statt einer nicht gegebenen Karte wäre eine solche – würde bis in die untersten Klassen eine Flut von zusätzlichen Sportgerichtsverfahren hinzukommen. Jede Entscheidung eines Unparteiischen wäre auf dem Prüfstand. Denn eine Videokamera ist immer schnell zu Hand.

Stattdessen sollte die FIFA bei Spielen in ihrem Einflussbereich die Schiedsrichter anweisen, konsequenter mit Gelben aber auch Roten Karten gegen Fouls vorzugehen, bei denen es keine Chance auf die Eroberung des Balles gab. Ihre Mitgliedsverbände müssten dann mitziehen. Und das hilft dann hoffentlich auch dabei, solche Fouls auf den Kreisliga-Plätzen einzudämmen – dort wo die breite Öffentlichkeit von solchen fiesen Attacken eben nichts mitbekommt.

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