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Oranje nach Elfmeterdrama im WM-Halbfinale

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Fußball  

Oranje nach Elfmeterdrama im WM-Halbfinale

06.07.2014, 01:42 Uhr | dpa

Oranje nach Elfmeterdrama im WM-Halbfinale. Die Niederländer jubeln ausgelassen nach dem gegen Costa Rica gewonnenen Elfmeterschießen.

Die Niederländer jubeln ausgelassen nach dem gegen Costa Rica gewonnenen Elfmeterschießen. Foto: Chema Moya. (Quelle: dpa)

Salvador (dpa) - Oranjes Titeltraum geht weiter, Costa Ricas Fußball-Märchen ist zu Ende. Mit einem 4:3 in einem dramatischen Elfmeterschießen über den großen Außenseiter aus Mittelamerika wahrten Arjen Robben und Co. die Chance auf den ersten WM-Gewinn für die Niederlande.

Dank der Reaktionsschnelligkeit des erst wenige Minuten zuvor eingewechselten Torhüters Tim Krul, der die Elfmeter von Bryan Ruiz und Michael Umana parierte, zog die "Elftal" vor 51 179 Zuschauern in Salvador mit Glück zum insgesamt fünften Mal in ein WM-Halbfinale ein. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 0:0 gestanden.

Bei einem weiteren Erfolg am Mittwoch in São Paulo über Argentinien stünde Holland wie schon vor vier Jahren in Südafrika im Endspiel. Dagegen blieb dem großen Außenseiter aus Mittelamerika ein weiterer WM-Coup verwehrt. Auch der erneute große Rückhalt Keylor Navas im Tor konnte das Aus seiner Mannschaft nicht abweden. Anders als gegen die Griechen im Achtelfinale gab es kein Happy End im Elfmeterschießen.

"Das ist nicht normal. Da sitzt du die ganze Zeit draußen und dann kommst du rein und sollst das Halbfinale retten. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung", sagte Matchwinner Krul. Ähnlich euphorisch kommentierte Angreifer Robin van Persie den Erfolg: "Das ist bizarr. Der Wechsel am Ende war genial. Jeder weiß, dass Tim stark beim Elfmeterhalten ist. Er hat zweimal fantastisch reagiert." Bei allem Frust über das Aus überwog bei Costa Ricas Schlussmann Navas der Stolz: "Wir haben ein großartiges Spiel gezeigt und in diesem Turnier kein einziges Spiel verloren. Wir können stolz nach Hause fahren."

Im ersten Duell beider Mannschaften überhaupt waren die Rollen von Beginn an klar verteilt. Wie erwartet, übernahmen die Niederländer die Regie, Costa Rica verlegte sich aufs Kontern. Doch die Hoffnungen der Elftal auf einen ähnlich furiosen Auftritt wie schon beim furiosen 5:1 über Spanien in ihrem ersten WM-Gruppenspiel an gleicher Stätte erfüllten sich zunächst nicht.

Zum wiederholten Mal entpuppte sich Costa Rica als unangenehmer Gegner - wie schon in den bisherigen WM-Partien gegen die ehemaligen Weltmeister Italien, Uruguay und England sowie den Achtelfinal-Kontrahenten Griechenland. Nicht zuletzt deshalb tat sich die auf zwei Positionen veränderte Oranje-Elf beim Herausspielen von Torchancen ungewohnt schwer. Gegen das von Coach Jorge Luis Pinto glänzend eingestellte Team fand die holländische Offensive lange kein Durchkommen.

Erst nach 20 mehr oder weniger ereignislosen Minuten gewann die Partie an Fahrt. Robin van Persie sorgte für den ersten Aufreger: Doch beim Schuss des Angreifers von Manchester United bewies der zuletzt hochgelobte Schlussmann Keylor Navas, warum angeblich auch der FC Bayern mit einer Verpflichtung liebäugelt. In ähnlich überzeugender Manier klärte der Schlussmann sieben Minuten später gegen den WM-Startelf-Debütanten Memphis Depay und in der 39. Minute bei einem platzierten Freistoß von Wesley Sneijder.

Das Fehlen der gesperrten Stammkraft Oscar Duarte machte sich in der Abwehr von Costa Rica nicht negativ bemerkbar. Der für ihn in die Mannschaft gerückte Johnny Acosta vertrat ihn prächtig und trug dazu bei, dass sich die überlegenen Niederländer bis zur Pause vergeblich um ein Tor bemühten. Auf der anderen Seite blieb der niederländische Keeper Jaspar Cillessen allerdings nahezu beschäftigungslos.

Auch nach Wiederanpfiff war das Angriffsspiel des Favoriten lange Zeit zu statisch. Das machte den Gegner mutiger. Bei einem Kopfball von Giancarlo Gonzáles (64.) über das Tor kam Costa Rica einem Treffer zum ersten Mal nahe. Doch angesichts einer drohenden Verlängerung erhöhte Oranje in der Schlussphase das Tempo und wurde dafür fast belohnt. Doch der Freistoß von Sneijder in der 82. Minute landete nur am Pfosten. In der dramatischen Nachspielzeit der regulären Spielzeit rettete Yeltsin Tejede bei einem Schuss von van Persie auf der Linie.

In der Verlängerung blieben die Niederländer ihrer Abschlusschwäche treu: Zahlreiche Chancen blieben ungenutzt. Doch auch der Gegner war dem Siegteffer nahe: So klärte Cillessen kurz vor seiner Auswechslung in höchster Not gegen Marco Urena (116.).

Für das Elfmeterschießen griff Trainer Louis van Gaal zu einer besonderen Maßnahme und wechselte mit Krul den späteren Matchwinner ein.

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