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Von A wie Aberglaube bis Z wie Zensur

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Fußball  

Von A wie Aberglaube bis Z wie Zensur

06.07.2014, 10:46 Uhr | dpa

Von A wie Aberglaube bis Z wie Zensur. Ronaldo wurde 2002 Weltmeister und will auch die Torschützenrangliste künftig anführen.

Ronaldo wurde 2002 Weltmeister und will auch die Torschützenrangliste künftig anführen. Foto: Alberto Estevez. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Mit dem Einzug der deutschen Elf ins Halbfinale neigt sich die Fußball-WM schon wieder dem Ende entgegen. Höchste Zeit für das ultimative WM-ABC:

A wie Aberglaube: Damit Miroslav Klose ihn nicht von der Spitze der WM-Torjägerliste verdrängt, hat Brasiliens ehemaliger Stürmer-Star Ronaldo an seine Landsleute appelliert, den Konkurrenten zu verhexen.

B wie Beißattacke: Der nötige Biss hat Uruguays Stürmerstar Luis Suárez im Vorrundenspiel gegen Italien nicht gefehlt. Für die Attacke auf Italiens Giorgio Chiellini bekam Suárez eine Rekordsperre.

C wie Campo Bahia: Das Quartier der DFB-Elf. An der Atlantikküste gelegen, abgeschieden und nur erreichbar per Fähre.

D wie Demonstrationen: Hunderttausende Brasilianer haben gegen Misswirtschaft, Korruption und ihrer Ansicht nach zu hohe WM-Kosten protestiert - teilweise gewaltsam.

E wie Elfmeterschießen: Deutschland ist Weltmeister! Zumindest im Elfmeterschießen. Alle vier "Nervenkrimis vom Punkt" in WM-Endrunden hat die Nationalelf bisher gewonnen.

F wie Fuleco: Das WM-Maskottchen Fuleco stellt ein Gürteltier dar. Fuleco leitet sich ab aus Futebol (portugiesisch für Fußball) und Ecologia (Ökologie).

G wie GoalControl: Ball drin oder nicht? Diese Entscheidung nehmen den Schiedsrichtern bei dieser WM sieben Hochgeschwindigkeitskameras pro Tor ab. Registriert das GoalControl-System den Ball über der Linie, vibriert die Uhr des Schiedsrichters.

H wie Haarpracht: Hauptsache auffallen - das scheint die Devise bei so manchem Kicker zu sein. Ghanas Asamoah Gyan hat sich seine Rückennummer auf dem Kopf einrasieren lassen. Cristiano Ronaldo zog mit einer Zacke auf dem Kopf Blicke auf sich.

I wie Infarkt: Beim Fußball ist das Herz in Gefahr. Das haben Studien während der WM 2006 in Deutschland gezeigt. Demnach stieg das Risiko eines Infarkts während eines Spiels und danach um beinahe das Dreifache.

J wie Jubel: Fällt bei der WM ein Tor, wird ausgefallen gejubelt. Etwa mit Salto (Miroslav Klose), einem Gruppentanz (Nigeria oder Kolumbien) oder mit einem Kuss auf eine Kameralinse (Xherdan Shaqiri/Schweiz).

K wie Kanada: Der zweitgrößte Staat der Erde hat sage und schreibe einmal an einer Fußball-WM teilgenommen. 1986 schied das Team nach drei Niederlagen bereits in der Vorrunde aus.

L wie Liebesdienerin: Nach der Vorrunde mussten einige europäische Nationalteams die Heimreise antreten. Mit ihnen auch viele zahlungskräftige Fans - zum Ärger brasilianischer Prostituierter. Ihnen sei so der Großteil des Geschäfts weggebrochen, klagten einige.

M wie mollig: Besonders korpulente Fußballfans müssen sich bei der WM nicht in enge Schalensitze zwängen. Für Dicke gibt es in brasilianischen Stadien Spezialsitze.

N wie Nackedei: Ob halb oder ganz nackt - Flitzer sind schon oft bei Weltmeisterschaften auf den Platz gerannt. Den TV-Zuschauern bleiben sie inzwischen aber meist verborgen. Flitzer zeigt die Fifa ungern.

O wie Orakel: Pinguin, Elefant oder Ferkel - längst haben Tierparks Orakel für sich entdeckt. Ungewiss ist, ob sie Krake Paul toppen können, der 2010 alle Deutschlandspiele und das Finale richtig tippte.

P wie Prämien: Schon für den Achtelfinalerfolg gegen Algerien haben die deutschen Kicker 50 000 Euro vom DFB abgesahnt. Gewinnt Deutschland den Titel, bekommen die Spieler 300 000 Euro.

Q wie Quote: Millionen Fernsehzuschauer bundesweit fiebern bei den Spielen der Nationalelf mit.

R wie Rasierschaum: Pfffft - mit einer Art Rasierschaum markieren die Unparteiischen bei Freistößen den Standort der Mauer und des Balls. Obwohl das Spray mit dem Namen "915 Fair Play Limit" anfangs belächelt wurde, könnte es bald in der Bundesliga eingesetzt werden.

S wie Sammelfieber: Die Fußballsticker des italienischen Herstellers Panini sorgen bei Erwachsenen wie Kindern zu Weltmeisterschaften regelmäßig für ein wahres Sammelfieber.

T wie Twitter: Um mit Fans in Kontakt zu bleiben, nutzen zahlreiche Fußballprofis den Kurznachrichtendienst Twitter. Längst nicht alle dürfen das. Russlands Trainer Fabio Capello etwa hatte seinen Spielern die Nutzung von Twitter verboten.

U wie Utensilien: Ob Kontaktlinsen in Nationalfarben, Gartenzwerge im DFB-Dress oder Klodeckel im Fußballdesign - eingefleischten Fans reichen Flaggen und Trikots längst nicht mehr.

V wie Volltreffer: Allein während der Vorrunde fielen 136 Tore - ein Schnitt von 2,83 Toren pro Spiel. Einen ähnlichen Wert gab es zuletzt bei der WM 1982 in Spanien in 52 Spielen mit 2,81 Toren pro Partie.

W wie Wetten: Weil sie auf eine Bissattacke von Uruguay-Stürmer Luis Suárez gewettet haben, konnten sich 167 Zocker freuen. Darunter ein Norweger. Er soll mit einem Einsatz von 32 norwegischen Kronen (3,85 Euro) 5600 Kronen (etwa 674 Euro) ausgezahlt bekommen.

X wie ein Satz mit X: War wohl nix. Weltmeister Spanien wurde vom Thron gestoßen. Auch Italien, Portugal oder Uruguay schieden schon in der Vorrunde aus.

Y wie Ypern: Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte wegen des EU-Gipfels im belgischen Ypern das Vorrundenspiel USA-Deutschland nicht live sehen.

Z wie Zensur: Aus Angst vor halbnackten Zuschauerinnen überträgt der iranische Fernsehsender IRIB WM-Partien nur mit zehn Sekunden Verzögerung. So bleibt genügend Zeit, vermeintlich unmoralische Szenen in Stadien durch andere Bilder zu ersetzen.

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