Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2014 >

WM-Phantom Blatter: FIFA-Boss schickt Kurznachrichten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

WM 2014  

WM-Phantom Blatter: FIFA-Boss schickt Kurznachrichten

07.07.2014, 22:56 Uhr | dpa

WM-Phantom Blatter: FIFA-Boss schickt Kurznachrichten. Joseph Blatter meidet bei der WM das Scheinwerferlicht.

Joseph Blatter meidet bei der WM das Scheinwerferlicht. Foto: Marco Mendez. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Ganz kurz war Joseph Blatter nur zu sehen. Ein paar Sekunden vielleicht. Als der FIFA-Präsident merkte, dass sein Konterfei auf der riesigen Video-Leinwand in der Arena Pernambuco in Recife erschien, wirkte es, als zucke er erschrocken zusammen.

Und schon sahen die Fernsehzuschauer in aller Welt vor dem Umschnitt auf das WM-Spiel zwischen Costa Rica und Griechenland wieder jubelnde Fans. Man kann dem FIFA-Präsidenten Blatter viele Vorwürfe machen, aber nicht den, dass er bei der WM in Brasilien ins Scheinwerferlicht drängt. Die Absenz des mächtigsten Fußballfunktionärs der Welt beim Traumturnier am Zuckerhut ist so auffällig, dass sie schon wieder Fragen aufwirft.

Am Montag war der 78-Jährige als Besucher beim Football for Hope Zentrum in Caju im Norden Rios, solch einen sozialen Termin lässt er sich ungern nehmen. Ansonsten war er unter anderem Gastredner vor den WM-Schiedsrichtern, bei einem Kongress von Studenten eines FIFA-Master-Studiengangs, einmal zu Besuch im International Broadcasting Center und bei einem "Apéro" mit Schweizer Journalisten. Laut FIFA absolviert er die gleiche Anzahl an Terminen wie in Südafrika 2010. Auf fifa.com wurde zudem ein verbandseigenes Interview publiziert.

Aber warum taucht Blatter dann für die Fußball-Öffentlichkeit fast gar nicht auf? Was bezweckt der Schweizer mit seinem offenbar künstlich unterdrückten Publicity-Drang? Noch vor der WM hatte er in einer Medienoffensive bis zum FIFA-Kongress von São Paulo jede Chance genutzt, seinen WM-Optimismus auszudrücken und die Ankündigung für seine Kandidatur zur angestrebten Wiederwahl im Mai 2015 vorzubereiten. Und mit dem WM-Anpfiff: Schluss damit.

Wer bei der WM wissen will, was Blatter bewegt, muss ihm auf Twitter folgen. Dort lässt der 78-Jährige von seinem Stab alle schönen, traurigen und belanglosen Neuigkeiten der Fußball-Welt in kurzer Form veröffentlichen. Sei es zum Torrekord von Miroslav Klose, zum Karriereende von Ottmar Hitzfeld oder seinem Handshake mit Basketball-Star Kobe Bryant. "Fantastisch ihn zu treffen", zwitscherte Blatter.

Auch das Treffen mit Angela Merkel in Salvador beim deutschen Auftaktspiel ist so dokumentiert. Gemeinsame TV-Bilder der Sitznachbarn auf der Tribüne der Arena Fonte Nova gab es dann aber nicht. Die Regie zeigte nur die deutsche Kanzlerin rechts neben dem FIFA-Boss. Verdächtig, meinten viele Blatter-Kenner. Eine Anweisung gäbe es nicht, versicherte der Weltverband.

Doch welcher Regisseur des FIFA-TV-Partners HBS sollte auf einen Kamera-Schuss auf den Präsidenten samt deutscher Regierungschefin verzichten? Zumal dieser bei der WM in Südafrika bei jedem Stadionbesuch telegen präsentiert wurde. Auch in Brasilien war er bei weit mehr als einem Dutzend Spiele und mindestens einmal in jedem der zwölf Spielorte.

Eine Argumentationskette ist schlüssig: Beim Confederations Cup war die Reaktion der Fans in Brasilien auf Bilder von Blatter und Staatschefin Dilma Rousseff verheerend. Aus diesem Grund verzichtete das Präsidenten-Duo auch auf die traditionelle Eröffnungsrede vor dem Auftaktspiel. Beim Finale wird Rousseff aber nicht kneifen. "Ich werde den Pokal am Sonntag überreichen", kündigte sie am Montag an. Und Blatter? Der wird sich den Auftritt mit dem künftigen Weltmeister ebenfalls nicht nehmen lassen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
38 % sparen: Boxspringbett inkl. Topper für nur 499,- €

Traumhaft und erholsam schlafen auf 180x200 cm - jetzt zum reduzierten Preis bei ROLLER.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal