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WM 2014: Mario Götze spielt längst keine Rolle mehr

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Der "kaiserliche" Glanz verblasst  

Götze: Der Stern von Stuttgart ist längst verglüht

07.07.2014, 15:13 Uhr | sid

WM 2014: Mario Götze spielt längst keine Rolle mehr. Experten sahen ihn ihm den nächsten Weltstar - die Realität sieht aktuell anders aus: Mario Götze muss bei der WM meist auf der Bank Platz nehmen. (Quelle: imago/MIS)

Experten sahen ihn ihm den nächsten Weltstar - die Realität sieht aktuell anders aus: Mario Götze muss bei der WM meist auf der Bank Platz nehmen. (Quelle: imago/MIS)

Die Experten überschlugen sich vor Begeisterung. Von "Götzinho" war die Rede, von einem kommenden Weltstar, Vergleiche mit dem jungen Franz Beckenbauer wurden gezogen. Fast drei Jahre liegt jener spektakuläre Auftritt von Mario Götze beim 3:2 gegen Brasilien zurück. Und jetzt? Wieder geht es am Dienstag (ab 21.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) gegen Brasilien - doch Götze spielt vor dem WM-Halbfinale in der deutschen Nationalmannschaft längst keine Hauptrolle mehr. Von "kaiserlichem" Glanz ist er weiter entfernt denn je.

Während die Fußball-Welt den Ausfall von Brasiliens Superstar Neymar, der an jenem 10. August 2011 in Stuttgart auch am Beginn seiner Karriere stand, bedauert, nimmt von Götzes "Schicksal" derzeit kaum jemand Notiz. Ob der Münchner nun spielt oder nicht, große Beachtung findet das nicht. Im Gegensatz zu Neymar.

Götze sieht sich als Star

Der Offensivspieler vom FC Barcelona erfüllte bei der WM bis zu seinem Aus auch die höchsten Erwartungen - Götze, wie Neymar 22 Jahre alt, blieb dagegen bislang weit hinter den Ansprüchen zurück. Günter Netzer bezeichnete ihn schon als "einzige Enttäuschung".

Dabei sieht sich Götze als Star. Er ist einer, der sich gerne in Szene setzt. Nach seinem ersten WM-Tor in der Gruppenphase gegen Ghana breitete er die Arme weit aus und blickte verklärt in den Himmel - nicht auszuschließen, dass eine Assoziation zur weltberühmten Christus-Statue in Rio de Janeiro beabsichtigt war.

Unterirdische Leistung gegen Algerien

Der 22-Jährige liebt diese Auftritte, diese großen Gesten. Er pflegt dieses Image, ganz im Sinne seiner Berater und zahlreichen Sponsoren. Dass die WM derzeit aber nicht nach Wunsch verläuft, dürfte auch dem Umfeld des Münchners nicht so gefallen.

Einem guten Auftakt gegen Portugal und dem Treffer gegen Ghana folgten ein wenig beachteter Kurzeinsatz gegen die USA, eine unterirdische Leistung gegen Algerien mit Auswechslung zur Pause und ein paar Spielminuten gegen Frankreich im Viertelfinale. Zu wenig für einen, der auszog, um Brasilien im Sturm zu erobern. Der zeigen wollte, dass er mindestens auf einer Stufe mit einem Neymar steht. Doch im Halbfinale gegen die Selecao droht erneut die Reservisten-Rolle.

Begehrter Werbepartner und Teenie-Star

Dabei hatte Götze noch während der Gruppenphase in einem kicker-Interview vollmundig erklärt, beim Turnier in Brasilien "große Ambitionen" zu hegen: "Ich will hier in Brasilien zeigen, was ich kann." Bislang war das nicht viel.

Dabei gilt Götze angesichts seiner Veranlagungen nach wie vor als größtes Versprechen der deutschen Fußball-Nation. Doch wie lange noch? Götze bewegt sich als begehrter Werbepartner und Teenie-Star auf einem schmalen Grat zwischen öffentlicher Präsenz und sportlichen Ambitionen - Absturz nicht ausgeschlossen.

Guardiola wollte Neymar

Dabei kann Götze alles, scheiterte aber bislang oft genug am immensen Druck und auch an seinem eigenen Körper. Seit 2012 stoppten ihn immer wieder langwierige (Muskel-) Verletzungen. Dies ist auch ein Grund, warum der 37,5 Millionen Euro teure Profi sowohl bei Bayern München unter Pep Guardiola als auch bei Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft auf den ganz großen Durchbruch noch immer wartet.

Guardiola hatte eine derartige Entwicklung offenbar vorausgesehen. Er wollte vor seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer Gerüchten zufolge Neymar zum FC Bayern holen. Die Verantwortlichen in München sprachen sich jedoch für den ehemaligen Dortmunder Götze aus. Doch der blieb bisher trotz allen Talents oft den Beweis schuldig, "Götzinho" zu sein.

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