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Ausschreitungen in Brasilien nach WM-Aus: Busse brennen in Sao Paulo

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Brennende Busse und Schlägereien  

Wütende Brasilianer randalieren nach verlorenem Halbfinale

09.07.2014, 15:56 Uhr | sid

Ausschreitungen in Brasilien nach WM-Aus: Busse brennen in Sao Paulo. Ausgebrannte Busse in Sao Paulo nach dem Halbfinal-Aus. (Quelle: dpa/EPA/Carlos Villalba Racines )

Ausgebrannte Busse in Sao Paulo nach dem Halbfinal-Aus. (Quelle: EPA/Carlos Villalba Racines /dpa)

Auf das 1:7-Debakel der brasilianischen Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Deutschland haben aufgebrachte Fans an mehreren Orten in Brasilien mit gewaltsamen Ausschreitungen reagiert. Dabei gingen unter anderem mehrere Autos und Busse in Flammen auf.

Nach vier Gegentoren in nur sieben Minuten und der höchsten Halbfinal-Niederlage der WM-Geschichte verfiel ganz Brasilien in Schockstarre. Im Estadio Mineirao flossen bei gestandenen Männern und kleinen Kindern die Tränen, aber auch Fäuste flogen beim Frustabbau auf den Rängen. Die Security-Leute waren allerdings meist schnell zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern. Im Halbfinalort Belo Horizonte war die erste Bilanz: acht Verhaftete, zwölf Verletzte.

15 Busse in Brand gesteckt

Doch nicht nur am Austragungsort schlugen Wut, Trauer und Entsetzen der Fans in Gewalt um. In Sao Paulo zündeten Randalierer mehrere Busse in einer Garage eines Transport-Unternehmens an. Es seien 23 Busse in Brand gesetzt worden, berichtete das Nachrichtenportal UOL. Bei 20 der Fahrzeuge habe es sich um stillgelegte Busse gehandelt, die in einem Depot der Verkehrsbetriebe standen. Niemand sei verletzt worden. Des weiteren hätten in der Millionenmetropole Unbekannte drei Busse sowie zwei Autos angezündet. Zudem sei ein Geschäft für Elektrogeräte geplündert worden. Die Polizei habe sechs Menschen festgenommen, darunter vier Minderjährige.

Auch in Curitiba richtete sich die Wut über die historische Pleite gegen den öffentlichen Nahverkehr. Kurz nach dem Schlusspfiff wurden in mehreren Bussen die Scheiben eingeschlagen. Der tobende Mob versuchte, drei Fahrzeuge in Brand zu stecken.

Massenschlägereien auf Fan-Festen

Auch auf den gut besuchten FIFA-Fanfesten schlug die Partystimmung in Gewalt um. An der Copacabana in Rio de Janeiro liefen nach dem Spiel Hunderte Fans wegen Schlägereien verängstigt auseinander. Es wurden auch Überfälle gemeldet, wie die Polizei mitteilte. Zehntausende Seleção-Anhänger hatten die FIFA-Fanfeste im Land dagegen traurig und enttäuscht, aber völlig friedlich verlassen.

Festnahmen gab es auch in Salvador da Bahia, wo es bei einem Fanfest zu Auseinandersetzungen kam. Ein Konzert des Musikers Leo Santana wurde daraufhin abgesagt. In Recife musste berittene Polizisten Kämpfe unter den Fans stoppen.

Deutscher Fan verletzt

In Belo Horizonte, wo die denkwürdige Partie stattfand, sei es auf den Rängen des Mineirão-Stadions zu Rangeleien gekommen, berichtete das Portal UOL weiter. Beim Feiern eines der Tore habe ein deutscher Fan einen Schlag auf das rechte Ohr erlitten. Der junge Mann sei in der Krankenstation des Stadions behandelt worden. Er habe auf der rechten Seite vorübergehend das Gehör verloren, hieß es weiter.

"Ich bin nicht böse. Aber ich bin sehr traurig, weil ich meine Mannschaft nicht sehen kann", wurde der Deutsche zitiert. Mindestens vier Randalierer seien des Stadions verwiesen worden. Bei Krawallen in der Stadt setzte die Polizei Tränengas ein und nahm vier Menschen fest, wie es weiter hieß.

Staatpräsidentin Rousseff beschimpft

Brasiliens Presse reagierte noch während des Spiels mit verbitterten Schlagzeilen. "Schande im Mineirao" (Estadao), "Beschämende Leistung" (O Globo), "Erniedrigung" (Zero) war zu lesen. Den Frust über das Debakel bekam auch Staatspräsidentin Dilma Rousseff ab, die mit Schmährufen beschimpft wurde. Drei Monate vor der Präsidentenwahl hatte die Amtsträgerin nach den bisherigen Auftritten des fünfmaligen Weltmeisters bei den Wählern im Stimmungshoch gelegen.

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