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Fußball WM 2014: Auch die deutschen Soldaten sind im Fußball-Rausch

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Fanmeile auf dem Mittelmeer  

Tore bejubeln und Giftgas bewachen

11.07.2014, 11:55 Uhr | sid

Fußball WM 2014: Auch die deutschen Soldaten sind im Fußball-Rausch. Fußball WM 2014; Mittelmeer; Bundeswehr;Verteidigung; Syrien; Chemiewaffen (Quelle: dpa)

Public Viewing mal anders: Die Soldaten auf der Fregatte Schleswig-Holstein fiebern bei der WM mit der Nationalelf mit (Quelle: dpa)

Ihr Auftrag ist lebensgefährlich und ihr Aufenthaltsort streng geheim: 200 deutsche Soldaten bewachen derzeit auf der Fregatte "Schleswig Holstein" im zentralen Mittelmeer die Vernichtung syrischer Chemiewaffen. Doch trotz aller Gefahren wird die Besatzung am Sonntag zum Finale zwischen Deutschland und Argentinien wieder vom WM-Fieber erfasst und pilgert auf ihre eigene Fanmeile - am Ende des 140 Meter langen Schiffes.

Hier, im Helikopter-Hangar des 1994 erbauten Kriegsschiffes, haben die Soldaten für den Fußball-Ernstfall alles vorbereitet. Schwarz-rot-goldene Fahnen und Girlanden schmücken die originelle Fanmeile auf hoher See. Eine Großleinwand bietet besten Empfang vom Finale in Rio de Janeiro. Die Seeleute treten mit Fan-Schals und Fanfaren zum Rudelgucken an und feuern Neuer, Klose und Co. lautstark im fernen Maracanã an - auch wenn der Seegang gerade besonders hoch ist.

Nationalelf liefert extra Motivationsschub

"Die Leistung unserer Nationalmannschaft trägt absolut positiv zur Motivation hier an Bord bei", sagte Kommandant Thorsten Geldmacher. Bei dem verantwortungsvollen Einsatz seien Gemeinschaftserlebnisse wie die Fußballabende "absolute Highlights und schweißen die Besatzung noch enger zusammen - besonders bei einem 7:1", wie Geldmacher betonte. "Wir freuen uns auf Sonntag, drücken alle Daumen und wünschen der Nationalmannschaft den Ball immer eine Handbreit unter die Latte des anderen Tores."

Wer es nicht so laut und stimmungsvoll mag, der besucht je nach Dienstgrad eine der Messen an Bord. Hier können die Soldaten in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre das Spiel der DFB-Elf entspannt verfolgen. Erheben muss man sich lediglich beim Abspielen der Hymne - dann wird aber kräftig mitgesungen.

Seewachen haben Public-Viewing-Verbot

Natürlich werden die Kollegen von den stehenden Seewachen, die das Spiel nicht live verfolgen dürfen, ständig mit aktuellen Informationen versorgt.

Pflicht für alle Soldaten auch beim Public Viewing ist das Mitführen der ABC-Schutzausrüstung. Diese Vorsichtmaßnahme wurde für den Fall getroffen, dass es bei der Vernichtung der syrischen Waffen zur Freisetzung von chemischen Gasen kommt.

"Es kann immer gefährlich werden"

Das Giftgas wird nicht von der Besatzung der Schleswig Holstein unschädlich gemacht, sondern von dem sich in Sichtweite befindenden US-Schiff "Cape Ray". Auf dem umgebauten Frachtschiff werden die Substanzen im Hydrolyseverfahren unter Einsatz von Wasser und verschiedenen Chemikalien zersetzt. Das deutsche Schiff leistet dabei Begleitschutz, das heißt, es warnt vor Bedrohungen aus der Luft, über und unter Wasser.

"Es kann immer gefährlich werden, wenn die "Cape Ray" zum Beispiel angegriffen wird", sagt Pressestabsoffizier Hauke Bunks in Potsdam. Man müsse bei solchen Aktionen auch Anschläge von Terroristen oder Demonstrationen von Umweltschutz-Aktivisten in Betracht ziehen, zudem kann es wie immer im Leben zu technischen Pannen kommen. "Dann müssen unsere Leute schnell reagieren", so Bunks.

1400 Menschen starben durch Giftgas

Die syrische Staatsführung hatte der Vernichtung der Kampfstoffe erst zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Chemiewaffeneinsatzes nahe Damaskus mit einem Militärangriff gedroht hatten. Bei der Sarin-Attacke in einem Vorort der syrischen Hauptstadt waren im August vergangenen Jahres 1400 Menschen getötet worden. Der Westen machte Präsident Baschar al-Assad dafür verantwortlich, Damaskus gab den Rebellen die Schuld.

Noch rund acht Wochen schieben die deutschen Marine-Soldaten Dienst auf der Schleswig Holstein, ehe es zurück in den heimischen Hafen geht. Dann weiß man auch längst, ob sich der Einsatz an der Fanmeile gelohnt hat und die Löw-Elf tatsächlich Weltmeister geworden ist. Eins steht aber jetzt schon fest - der Einsatz dieses Mal war ein ganz besonderer.

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