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WM 2014: Javier Mascherano ist Argentiniens heimlicher Kapitän

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"El Jefecito" - das Chefchen  

Javier Mascherano ist Argentiniens heimlicher Kapitän

11.07.2014, 16:52 Uhr | dpa

WM 2014: Javier Mascherano ist Argentiniens heimlicher Kapitän. Dreh- und Angelpunkt im Spiel der argentinischen Nationalmannschaft: Javier Mascherano. (Quelle: imago/Actionpictures)

Dreh- und Angelpunkt im Spiel der argentinischen Nationalmannschaft: Javier Mascherano. (Quelle: Actionpictures/imago)

Der Mittelkreis ist bei dieser WM das Revier von Javier Mascherano. Nach dem Elfmeterschießen im Halbfinale gegen die Niederlande stürzten alle Spieler und Betreuer auf Torwart Sergio Romero zu - nur ihr heimlicher Chef verharrte am Anstoßpunkt in einer langen, innigen Umarmung mit Verteidiger Ezequiel Garay.

Schon nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Belgien war Mascherano genau dort auf die Knie gefallen und hatte sekundenlang wie von Sinnen seine Fäuste geballt.

Gleichzeitig Lunge und Gehirn der Albiceleste

Beide Szenen zeigen die große Erleichterung eines mittlerweile 30 Jahre alten Weltklasse-Spielers, der an diesem Sonntag gegen Deutschland zum ersten Mal in einem WM-Finale steht, nachdem er zuvor 2006 und 2010 jeweils gegen den gleichen Gegner auf äußerst schmerzhafte Weise ausgeschieden ist. "Wir haben Argentinien wieder in den Kreis zurückgebracht, in den es hinein gehört. 24 Jahre lang nicht mindestens ein WM-Halbfinale erreicht zu haben, ist eine viel zu lange Zeit für eine Fußball-Nation von unserer Größe", sagte Mascherano. Über das Endspiel selbst sagte er: "So etwas erlebt man vielleicht nur einmal im Leben. Aber noch haben wir nicht Geschichte geschrieben. Dazu fehlt uns noch ein Sieg."

Das Zentrum des Spiels ist auch sportlich Mascheranos Heimat. Er ist der Chef im argentinischen Mittelfeld, bei ihm beginnt nahezu jeder Angriff, von dort aus dirigiert er seine Mitspieler. Das Besondere daran ist, dass er nur der heimliche aber nicht der offizielle Kapitän des WM-Finalisten ist. Wahrscheinlich gab es im gesamten Turnier keinen zweiten Spieler, der einen derart großen Einfluss auf seine Mannschaft hat, ohne dabei die Binde zu tragen. "Messi ist das Herz der Argentinier, Mascherano ist die Lunge und auch das Hirn", schrieb die "Süddeutsche Zeitung" dazu.

Das Chefchen stärkt dem Keeper den Rücken

Superstar Messi und nicht den Strategen Mascherano zum Kapitän zu ernennen, war vor drei Jahren vor allem eine symbolische Entscheidung des Trainers Alejandro Sabella. Er wollte damit den in der Heimat nicht immer unumstrittenen Stürmerstar stärken.

Vor dem Finale 
Müller: "Habe noch nie gegen Messi verloren"

Auch wenn das nicht ganz stimmt, weiß er, wie man Messi verteidigen muss. Video

Praktisch hat das an den internen Abläufen aber nicht viel geändert. Sabella bespricht jede wichtige Entscheidung nach wie vor mit Mascherano. Während des Halbfinals gegen die Niederlande war es "El Jefecito" (das Chefchen) und nicht Messi, der die Mannschaft auf die Verlängerung einschwor und später vor dem Elfmeterschießen Torwart Sergio Romero zur Seite zog. "Ich habe ihm gesagt: Heute ist dein Tag. Heute kannst du in die Geschichte eingehen." Genauso kam es dann auch. Romero hielt zwei Elfmeter.

Ein Titel fehlt noch in der Sammlung

Das Nebeneinander eines offiziellen und eines heimlichen Kapitäns funktioniert aber nur deshalb, weil sich Messi und Mascherano auch persönlich gut verstehen. Beide spielen schon seit vier Jahren beim FC Barcelona zusammen. Pep Guardiola holte Mascherano einst vom FC Liverpool. "Er ist intelligent. Solche Spieler will ich immer haben", sagte der heutige Trainer von Bayern München. Mit diesem Satz bestätigte Guardiola auch, was Nationalcoach Sabella nach dem WM-Halbfinale in einer wahren Eloge auf seine Nummer 14 formulierte: "Mascherano ist wie eine Bastion für unser Team. Mit ihm wollte bislang jeder Trainer unbedingt zusammenarbeiten. Und das waren bei ihm immer große Namen wie Pep Guardiola oder Rafa Benitez."

Junioren-Weltmeister, Champions-League-Sieger, sogar zweimal Olympiasieger ist Mascherano in seiner Karriere schon geworden. Fehlt nur noch der WM-Titel. "Das ist vielleicht eine einmalige Chance", sagte er vor dem Finale. "Wir sollten sie nutzen."

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