Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2014 >

WM 2014: Mario Götze beschert Deutschland den vierten Stern

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

In der Verlängerung  

Götze schießt Deutschland zum Weltmeistertitel

14.07.2014, 08:11 Uhr

WM 2014: Mario Götze beschert Deutschland den vierten Stern. Deutschland ist Weltmeister! Lukas Podolski und Kevin Großkreutz heben den WM-Pokal in den Abendhimmel von Rio de Janeiro. (Quelle: Reuters)

Deutschland ist Weltmeister! Lukas Podolski und Kevin Großkreutz heben den WM-Pokal in den Abendhimmel von Rio de Janeiro. (Quelle: Reuters)

Aus Rio de Janeiro (Brasilien) berichtet Thomas Tamberg

Was für ein Kampf, welch ein Drama! Aber es ist geschafft: der vierte Stern für Deutschland. Die Nationalmannschaft hat das Finale der WM 2014 gegen Argentinien mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung gewonnen und darf sich nach 1954, 1974 und 1990 wieder Weltmeister nennen.

Joker Mario Götze erzielte in der 113. Minute den goldenen Treffer für das DFB-Team gegen eine bärenstarke Albiceleste, die sich ihr mit Abstand bestes Turnierspiel für den Schluss aufgehoben hatte. Am Ende war es ein wahrer Kraftakt, mit dem sich Deutschland den Sieg im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro sicherte. Um vier Minuten nach Mitternacht unserer Zeit nahm Kapitän Philipp Lahm den WM-Pokal von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff in Empfang.

Löw: Der Titel war einfach fällig

"Die Spieler sind über ihre Grenzen gegangen und haben so viel gegeben wie noch nie, um das mitzunehmen, was sie noch nie hatten", sagte ein glücklicher Bundestrainer lange nach dem Abpfiff. "Es waren zehn Jahre harte Arbeit. Wir sind in dieser Zeit immer besser geworden. Das war einfach fällig. Für mich ist das auch ein toller Erfolg. Die Mannschaft war eine verschworene Einheit, die für den Titel gekämpft hat."

Torwart Manuel Neuer, der nach der Partie als bester Keeper des Turniers ausgezeichnet wurde, war begeistert: "Die Mannschaft hat einen unglaublichen Zusammenhalt gezeigt, auch die Spieler, die nicht auf dem Platz gestanden haben. Das ist hier in Brasilien, aber auch schon in der Vorbereitung passiert. Wir denken auch an die Bender-Zwillinge oder an Marco Reus, die hier nicht mit dabei sein können. Auch die sind Weltmeister. Ganz Deutschland ist Weltmeister! Irgendwann werden wir aufhören zu feiern, aber wir werden immer wieder mit einem Grinsen aufstehen."

Auch Lahm war glücklich und stolz auf das Erreichte: "Es fühlt sich unglaublich an, Weltmeister zu sein. Wie wir gearbeitet und geackert haben heute, jeder für jeden. Und auch die Ersatzleute, der Blick auf die Bank in der Verlängerung war immer wieder toll. Wir sind die erste europäische Mannschaft, die in Südamerika den Titel holt." Matchwinner Mario Götze sagte erleichtert: "Es war kein einfaches Jahr für mich und kein einfaches Turnier. Es ist wie im Traum. Ich bin einfach nur stolz auf die Mannschaft und alles, was passiert ist hier in Brasilien. Ich denke, wir haben diese Trophäe verdient."

Kramer ersetzt Khedira in der Startelf

Dabei gab es für die deutsche Mannschaft kurz vor dem Anpfiff erst einmal eine schlimme Schrecksekunde zu verarbeiten: Mittelfeldmotor Sami Khedira musste kurzfristig passen, weil ihn beim Aufwärmen überraschend Wadenprobleme plagten. Für den Star von Real Madrid rückte der Gladbacher Shooting-Star Christoph Kramer in die Startelf. Sein 5. Länderspiel - und gleich ein WM-Finale! Ansonsten vertrauten beide Trainer für die finale WM-Aufgabe exakt den Spielern, die sich im Halbfinale gegen Brasilien respektive Holland durchgesetzt hatten. Eventuelle Gedankenspiele beim DFB-Team, Miroslav Klose wieder auf die Bank zu schicken und zu einer Lösung ohne echten Stürmer zurückzukehren, hatten sich spätestens zum Anpfiff aufgelöst.

Bei Argentinien zerschlug sich die kleine Hoffnung von Nationaltrainer Alejandro Sabella, vielleicht doch Angel di Maria in der Startelf bringen zu können. Der offensive Mittelfeldspieler hatte sich bereits im Viertelfinale gegen Belgien verletzt und seitdem zusehen müssen. Der Stimmung unter den zahlreichen Argentinien-Fans tat das zunächst keinen Abbruch. Mehr als 100.000 Anhänger der Albiceleste hatten den Weg in die Metropole des Nachbarlands Brasilien gefunden, sie dominierten das Bild in Rio und natürlich auch im traditionsreichen Stadion. Gut 8000 deutsche Fans auf den Rängen hielten nach Kräften dagegen. Unterstützt von den Brasilianern, die etwas gegen einen Triumph ihres Erzrivalen hatten.

Higuain vergibt die Riesenchance

Wer gedacht hätte, dass die Argentinier sich erst einmal hinten reinstellen und abwarten in ihrem fünften WM-Finale, der sah sich schnell getäuscht. Die DFB-Elf versuchte zwar, das Spiel zu dominieren, aber es waren zunächst die Südamerikaner, die immer wieder mit schnellen Vorstößen für Gefahr sorgten. So musste Mats Hummels früh eine knifflige Situation überstehen, als der Abwehrchef im Laufduell mit Superstar Lionel Messi nur dessen Hacken sah und Glück hatte, dass in der Mitte kein Argentinier mitgelaufen war. Noch mehr Massel brauchte die deutsche Mannschaft in der 20. Minute, als Toni Kroos ein katastrophaler Rückpass unterlief. Stürmer Gonzalo Higuain stand frei vor Manuel Neuer, war aber so überrascht, dass er unbedrängt am Tor vorbeizog. Das hätte die Führung sein müssen.

Dafür konnte sich die Albiceleste bedanken, dass der italienische Schiedsrichter Nicola Rizziolo kurz zuvor ein übles Foul von Ezequiel Garay an Youngster Kramer übersah. Der Argentinier hatte den Deutschen innerhalb des Strafraums mit der Schulter k.o. gecheckt. Über einen Elfmeter hätten sich die Weltmeister von 1978 und 1986 nicht beschweren können. Zehn Minuten hielt der Gladbacher noch durch, dann musste er vollkommen groggy und mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Feld. Für ihn kam André Schürrle. Mesut Özil rückte ins Zentrum, um die Lücke zu schließen.

Schürrle scheitert an Romero

Für das Spiel der DFB-Elf waren all diese Umstellungen Gift. Gegen tief stehende und immer wieder körperbetont spielende Argentinier suchten sie verzweifelt nach dem Schlüssel. Gleichzeitig boten sich diesen immer wieder Räume für schnelle und gefährliche Gegenstöße. Erneut sah Hummels gegen Messi kein Land, und der Dortmunder konnte sich bei Neuer und Jerome Boateng bedanken, die in der Mitte gerade noch gemeinsam klären konnten (40.).

Dennoch boten sich der deutschen Mannschaft im ersten Durchgang noch zwei Großchancen. Erst scheiterte Joker Schürrle am glänzend aufgelegten Torwart Sergio Romero (37.), nachdem Thomas Müller klasse von der Grundlinie zurückgelegt hatte. Und fast mit dem Pausenpfiff krachte ein Kopfball von Benedikt Höwedes an den Pfosten. Der Schalker hatte sich bei einer Ecke mit nach vorne gewagt und war völlig frei zum Abschluss gekommen.

Klose hängt in der Luft

Zur zweiten Halbzeit wurde Trainer Sabella noch mutiger und schickte Sergio Aguero aufs Feld, einen weiteren Offensivspieler. Der Schwiegersohn von Fußball-Legende Diego Maradona kam für Ezequiel Lavezzi, der zuvor im Mittelfeld viele, viele Meter gemacht hatte. Argentinien hatte auch gleich die erste Chance, doch als die Abseitsfalle versagte, setzte erneut Messi den Ball knapp neben den rechten Pfosten. Insgesamt funktionierte nun das Umschaltspiel noch besser bei der Albiceleste, während Özil und Co. etwas schwerfällig wirkten. Kaum einmal kam ein Ball bis in die Spitze, wo Klose in seinem 24. WM-Spiel ziemlich in der Luft hing.

Je länger das Spiel dauerte, desto intensiver wurde es. Zum Nägel kauen. Neuer kam mit einem harten Einsteigen gegen Higuain davon, weil er zuvor noch die Faust an den Ball brachte. Argentiniens Javier Mascherano senste Klose auf Kosten einer Verwarnung um, um einen gefährlichen Konter zu unterbinden. Und nach vorne? Ging nicht mehr viel. Schürrle versprang der Ball im Strafraum, Messis Schlenzer von der Strafraumkante verfehlte sein Ziel knapp. Neun Minuten vor dem Ende konnte der enttäuschende Kroos eine schöne Vorlage von Özil nicht nutzen. Götze ersetzte Oldie Klose, doch zunächst blieb das ohne Wirkung aufs deutsche Spiel. Wie zwei angeschlagene Boxer standen sich beide Teams zum Schluss gegenüber, die Kräfte ließen deutlich nach. So schleppte sich Bastian Schweinsteiger sichtlich entkräftet vom Platz, als Rizzoli die reguläre Spielzeit beendete und zur Verlängerung pfiff. Auch Hummels machte keinen besseren Eindruck.

Fast ein Traumstart in die Verlängerung

Die dramatischen 30 Minuten plus starteten mit einem Paukenschlag: Erneut war es Schürrle, der den erlösenden Treffer auf dem Fuß hatte. Doch der Chelsea-Star schoss wieder Romero an. Auf der anderen Seite hatte der eingewechselte Rodrigo Palacio die große Chance zur Führung, doch im Angesicht von Torwart Neuer verlor er die Nerven und der Heber landete neben dem Tor. Der völlig entkräftete Hummels hatte zuvor eine Flanke falsch eingeschätzt.

In der 113. Minute dann die Befreiung, die Erlösung, der Traum, der wahr wird: Götze nahm einen Ball von Schürrle perfekt im Strafraum an und zirkelte den Ball aus unmöglichem Winkel kunstvoll zum 1:0 ins Tor. Wahnsinn. Weltmeister Deutschland. Danke, Jungs!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal