Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2014 >

WM-Titel macht Angst vor Fußball-Monokultur

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Zu Lasten anderer Sportarten"  

WM-Titel schürt Angst vor Fußball-Übermacht

17.07.2014, 17:44 Uhr | sid

WM-Titel macht Angst vor Fußball-Monokultur. Joachim Löw (Quelle: imago/MIS)

Goldene Zukunft: Joachim Löw und die Nationalmannschaft müssen sich über mangelndes Interesse keine Sorgen machen. (Quelle: MIS/imago)

Nach dem WM-Triumph von Rio geht im deutschen Sport die Angst vor einer weiter wachsenden Dominanz von "König Fußball" um. Im längst gnadenlosen Verteilungskampf um Mitglieder, Nachwuchs sowie TV-Zeiten und Sponsoreneinnahmen befürchten viele Verbände auch eine negative Strahlkraft des "vierten Sterns" auf ihre Sportarten. "Der Titel ist ein toller Erfolg, aber er geht natürlich zu Lasten der anderen Sportarten. Sie werden noch weiter an den Rand gedrängt. Das ist extrem schmerzhaft", sagte Geschäftsführer Frank Bohmann von der Handball-Bundesliga.

Tatsächlich gehört zu der Vorstellung, dass schon in Kürze Kids und Teens in noch größeren Scharen in die Fußballvereine strömen und die Medien noch ausführlicher als ohnehin schon über die Nationalelf und die Bundesliga berichten werden, nur wenig Phantasie.

Entsprechend resigniert klingt Sportdirektor Sven Ressel vom Deutschen Fechter-Bund (DFeB) auch schon bei der laufenden WM in Kasan: "Wir sind schon medial so weit abgemeldet, dass es kaum mehr schlimmer werden kann", sagte Ressel. Schlimmer geht's nimmer, meint auch Bohmanns Kollege Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga (DEL): "Es ist ohnehin schwer genug für uns."

Nr. 1 sind wir 
DFB-Elf führt die neue Weltrangliste an

Der alte Spitzenreiter fällt in der Tabelle deutlich zurück. Video

Vesper sieht den Titel als Chance

Beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verweigert sich Generaldirektor Michael Vesper jeglicher Schwarzmalerei: "Die Euphorie färbt hoffentlich auf andere Sportarten ab. Der Fußball und der DFB verhalten sich auch sehr solidarisch. Unser Ziel ist es, dass auch andere Sportarten stärker als bisher auf dem Bildschirm zu sehen sind. Wir sind in guten Gesprächen mit ARD und ZDF."

Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) hofft im ungleichen Konkurrenzkampf auf zündende Ideen auch von der Basis: "Der Nachwuchs wird sich auch immer daran orientieren, was die Vereine vor Ort anbieten."

Erfolge als Voraussetzung

Bedingt optimistisch ist beim Deutschen Skiverband (DSV) Marketing-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach: "Es ist zu befürchten, dass die Monokultur im Sommer nochmal verstärkt wird und speziell die olympischen Sommersportarten ins Hintertreffen geraten. So lange der Fußball Winterpause macht, haben wir weniger Sorgen." Allerdings verspürt auch Schwarzbach durch die neuerliche Fußball-Euphorie Druck: "Wir müssen mit attraktiven Angeboten dafür Sorge tragen, dass wir weiterhin genügend Talente begeistern. Wenn die Erfolge dauerhaft ausbleiben, bekommen wir mittelfristig ein Problem."

Vielleicht sogar dringender denn je benötigte Unterstützung erhofft sich Schimmelpfennig von einer verbesserten Zusammenarbeit der einzelnen Sportarten mit dem Fernsehen: "Man müsste gezielt Vorgaben und Konzepte entwickeln. Die Mitgliederzahlen der Verbände zeigen ja, dass viele Menschen noch andere Sportarten betreiben als Fußball. Das gehört auch öffentlich abgebildet."

Der perfekte Wurf 
Dirk Nowitzkis Karriere als Film im Kino

Die deutsche Basketball-Legende möchte jetzt die Leinwände erobern. Video

Zukunft in Internet und Schulen

Aus Sicht von Schimmelpfennigs "Chef" Thomas Weikert können andere Sportarten sogar zu Nutznießern des WM-Hypes avancieren. "Wer Fußball guckt, ist zum einen oft auch für andere Sportarten zu begeistern." Außerdem liegt für Sportarten neben Fußball auch in den Schulen und im Internet eine Zukunft." Auch Vesper verwies hinsichtlich Online-Angeboten auf die entsprechende DOSB-Plattform splink.tv.

Die neuen Medien hält auch Bohmann, der mit der HBL immerhin einen festen TV-Partner hat, für eine Chance: "Wir machen eine Menge vor allem über die verschiedenen Social-Media-Kanäle, um die breite Öffentlichkeit zu erreichen."

Keinerlei Sorgen hat beinahe naturgemäß Frauen- und Mädchenfußball-Direktorin Steffi Jones beim Deutschen Fußball-Bund: "Von der Fußballbegeisterung im Land wird auch der Frauenfußball profitieren. Denn ich sehe überhaupt keinen Unterschied zwischen der Leidenschaft für Frauen- oder Männerfußball. Dieser vierte Titel unserer Herren ist ein Glücksfall für uns alle. Wir sind ein DFB."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal