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Martin Kaymer: "Die Nummer eins der Welt wäre ein Traum" 

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Golf  

"Wo ich nächstes Jahr spiele, steht noch nicht fest" 

11.11.2010, 12:05 Uhr | t-online.de, t-online.de

Martin Kaymer: "Die Nummer eins der Welt wäre ein Traum" . Martin Kamyer hat sich in der absoluten Golf-Weltspitze etabliert. (Foto: imago)

Martin Kamyer hat sich in der absoluten Golf-Weltspitze etabliert. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Das Interview führte Johann Schicklinski

Martin Kaymer ist Deutschlands erfolgreichster Golfer. Der 25-jährige Shootingstar spielt die beste Saison seiner noch jungen Karriere, hat es bis auf Rang drei der Golf-Weltrangliste geschafft. Als Kaymer im August spektakulär die PGA-Championship in Wisconsin gewann, löste er damit knapp 25 Jahre nach Bernhard Langers Sieg beim Masters in Augusta wieder einen Boom des Golfsports in Deutschland aus. Im Exklusiv-Interview mit t-online.de spricht Kaymer darüber, dass er seine Pläne für die nächste Saison in Dubai bekanntgeben wird, seinen Traum vom Ryder Cup in Deutschland und Olympia 2016.

t-online.de: Herr Kaymer, 2010 ist Ihr Jahr. Haben Sie eigentlich schon realisiert, warum Sie dieses Jahr so erfolgreich sind?

Martin Kaymer: Es ist ja nicht so, dass ich erst seit diesem Jahr auf der Tour spiele. Auch wenn ich noch verhältnismäßig jung bin, stecken bereits viele Jahre harte Arbeit in dem Erfolg, der sich jetzt abzeichnet.

Wo sehen Sie die Gründe für Ihren sportlichen Höhenflug?

Ich habe ein großartiges Team um mich, das mich in allen Belangen perfekt unterstützt. Dazu kommt, dass sich die intensive Arbeit mit diesem Team im Moment auszuzahlen scheint. Ich weiß ja schon länger, dass ich oben mitspielen kann und bin einfach nur dankbar, dass sich im Moment vieles zu bestätigen scheint. Bis auf einige Ausnahmen bin ich zurzeit sehr zufrieden mit meinem Spiel. Das Wichtigste ist jetzt, dieses Gefühl und die damit verbundene Leistung auch auf lange Sicht zu bestätigen.

"Die Nervosität hat mich eingeholt"

Mit etwas Abstand: Wie hoch war Ihr Puls, als Sie dieses Jahr Ihr Debüt beim Ryder Cup feierten?

Glücklicherweise war ich ja 2008 schon mal eingeladen, um etwas in dieses großartige Turnier hineinzuschnuppern. Ich hatte also bereits eine Vorstellung, wie es sein kann, wenn man als Spieler dazugehört. Dazu kam, dass mir von den Kollegen im Vorfeld auch die Anspannung etwas genommen wurde. Bernhard Langer hat zum Beispiel gesagt, dass dies lediglich eine Bestätigung meiner Leistung sei und ich da eben hin– und deswegen auch dazugehöre. Vor dem ersten Abschlag mit so vielen Zuschauern im Nacken hat mich die Nervosität dann doch eingeholt.

Beim Ryder Cup kam es zum Duell Mann gegen Mann, im sogenannten Matchplay. War das für Sie eine schöne Abwechslung zum normalen Turnier-Alltag?

Ich muss sagen, dieses Spiel hat einen besonderen Reiz. Wobei ich mich über fehlende Abwechslung in meinem Sport eigentlich nicht beklagen kann.

Wie war das Verhältnis zu den anderen Spitzen-Golfern während des Ryder Cups? Kollegial, weil sie ja ein Team bilden, oder herrscht doch eher das unter Einzelsportlern verbreitete Konkurrenz-Denken?

Das Konkurrenzdenken rückt beim Ryder Cup total in den Hintergrund, da es ja ausschließlich darum geht, gegen den Gegner zu bestehen. Es geht also sehr kollegial zu und gerade als junger Sportler nimmt man sehr viel mit aus so einem Mannschaftswettkampf.

Die Atmosphäre war für den angeblich so elitären Golf-Sport ungewöhnlich: Singende Zuschauer, wehende Fahnen. Eine willkommene Abwechslung?

Absolut! Man ist natürlich deutlich exponierter als bei allen anderen Turnieren auf der Tour, aber das muss man für sich nutzen. Der Grat zwischen Motivation und Ablenkung ist beim Golfsport doch deutlich schmaler als bei anderen Sportarten, da ist maximale Konzentration gefragt, das in sein Spiel einfließen zu lassen, sich aber nicht zu unüberlegten Entscheidungen hinreißen zu lassen.

Martin Kamyer freut sich über den Sieg beim Ryder Cup. (Foto: imago) (Quelle: imago)Martin Kamyer freut sich über den Sieg beim Ryder Cup. (Foto: imago)

"Langer sollte für jeden Golfer ein Vorbild sein" 

Die deutsche Golf-Legende Bernhard Langer war insgesamt elf Mal beim Ryder Cup dabei, 2004 sogar als Kapitän. Ist er früher ein Vorbild für Sie gewesen?

Bernhard Langer hat für den Golfsport in Deutschland Unglaubliches erreicht. Über Jahrzehnte hat er sich in der Weltspitze des Golfs behauptet und spielt nach wie vor oben mit. Er sollte für jeden jungen Golfer ein Vorbild sein!

 Denken Sie, dass Tiger Woods den Ausnahmestatus, den er einmal hatte, nach den ganzen Turbulenzen um seine Person noch einmal erreichen kann?

Durchaus möglich. Sie haben ja selbst gesehen, wie er am letzten Tag des Ryder Cups gespielt hat. Er hat so viele Jahre den Golfsport dominiert und hat ja jetzt wieder die Chance die Nummer eins der Welt zurückzuerobern – Tiger Woods sollte man nie abschreiben.

Wer ist für Sie aktuell der beste Golfer der Welt?

Den gibt es nicht. Meiner Meinung sind es beim Golf immer einige, die zu den besten gehören, das ist relativ eindeutig an den Ranglisten abzulesen.

"Die Nummer eins der Welt wäre ein Traum" 

Sie gewannen vier Turniere in dieser Saison und kratzten an der Nummer eins der Golf-Weltrangliste. Würde ein Traum für Sie in Erfüllung gehen, wenn Sie eines Tages ganz oben stehen?

Nach den Turniersiegen in diesem Jahr gilt es jetzt für mich erst einmal, meine Erfolge auch zu bestätigen – und das auf lange Sicht. Aber irgendwann – glücklicherweise habe ich ja noch einige Jahre in diesem Sport vor mir – wäre es natürlich ein Traum auch die Nummer eins der Welt zu sein.

Sie sind auch erster der Geldrangliste für diese Saison. Nach einem solchen Jahr: Mit welchen Zielen gehen Sie in die nächste Saison?

Wie schon gesagt – es geht jetzt in erster Linie darum, die Leistungen zu bestätigen. Die Erwartungen werden durch den Erfolg ja auch nicht weniger – ich möchte also das Niveau halten, auf dem ich mich derzeit befinde und dann sehen wir weiter!

"Weiß noch nicht, ob ich die European PGA Tour oder die US PGA Tour spiele"

Spielen Sie im nächsten Jahr wieder auf der European PGA Tour oder wechseln Sie auf die US PGA Tour?

Alle Gerüchte und vermeintlichen Zitate meinerseits die im Internet kursieren sind falsch – ich habe mich noch nicht entschieden! Ich werde mich in Dubai öffentlich zu meinen Plänen für die kommende Saison äußern.

In diesem Jahr steht noch das Golfturnier in Dubai an, das höchstdotierte der Welt. Mit welchem Ziel gehen Sie dort an den Start?

Noch stehe ich ganz vorne und das möchte ich bis dahin und vor allem in Dubai auch bestätigen. Die Nummer eins in Europa zu sein ist für mich in greifbarer Nähe und das möchte ich dort erreichen.

Sie haben ja in diesem Jahr auch Ihr erstes Major-Turnier gewonnen. Wo sehen Sie trotzdem noch Verbesserungspotenzial?

Sie werden nie einen Sportler finden, der sagt, bei mir gibt es nichts zu verbessern, alles läuft perfekt – egal ob derjenige gerade Weltmeister, Olympiasieger oder eben Gewinner eines Major-Turnieres geworden ist. Und das ist auch eine Einstellung, die man sich, solange man aktiv Leistungssport betreibt, immer beibehalten sollte. Der Ehrgeiz bezieht sich eben nicht auf einzelne Titel, sondern auf das große Ganze und daran lässt sich immer feilen. 

"Würde mich über Ryder Cup in Deutschland freuen"

Deutschland bewirbt sich ja für die Ausrichtung des Ryder Cups 2018. Derzeit gibt es allerdings noch Unstimmigkeiten bei der deutschen Bewerbung. Wie wichtig wäre es für den Golf-Sport hierzulande, wenn es tatsächlich gelänge, den Ryder Cup auszurichten?

Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn ich 2018 in Deutschland dabei wäre - das wäre ja dann eine Art Heim-WM für mich. Ob das nun einen Golf-Boom in Deutschland auslösen würde, kann ich nicht beurteilen. Die Infrastruktur ist in jedem Fall gegeben und ich bin mir sicher, dass es ein erfolgreiches Turnier werden würde.

Golf gilt ja in Deutschland als Trendsportart. Ist Ihrer Meinung nach der Schritt vom "elitären Freizeitvergnügen für Snobs“ hin zum „Sport für Jedermann“ schon vollzogen?

In anderen Ländern wurde schon viel in diese Richtung getan und das begrüße ich. Aber auch dort ist der Schritt noch nicht ganz vollzogen. In Deutschland sind wir sicherlich noch einige Schritte weiter davon entfernt – die Tendenz ist aber auf jeden Fall vorhanden. Dass Golf ein Riesenpotenzial hat, von wesentlich mehr Menschen aktiv betrieben zu werden ist, denke ich, unbestritten.

Was denken Sie? Warum gibt es in Deutschland so wenige Weltklasse-Golfer?

Der Schritt vom talentierten Jugendspieler zum Profi ist hier noch ein sehr großer. Noch wird Golf im Nachwuchsbereich eben nicht so gefördert wie andere Sportarten. Aber es wird schon wesentlich mehr getan als vor zehn, zwanzig Jahren.

"Olympia wäre ein Traum für mich"

2016 in Rio de Janeiro wird Golf wieder olympisch werden. Sie wären dann 31 Jahre alt. Das beste Golf-Alter, um eine Medaille zu holen, oder?

Das wäre natürlich ein Traum für mich. Wissen Sie, ich lebe in Deutschland, ich bin Deutscher und ich freue mich immer nach all den Reisen und Turnieren nach Hause nach Mettmann zu kommen! Es wäre für mich eine besondere Ehre für meine Heimat bei der olympischen Golf-Premiere Gold zu holen, auch wenn es bis dahin noch ganzschön lange hin ist.

Ihr Kollege Alex Cejka fällt durch seinen extravaganten Kleidungsstil auf dem Golfplatz auf. Was halten Sie von seinen Outfits? Würden Sie sich trauen, eine Hose von ihm auf dem Golf-Platz zu tragen?

Ist doch eine nette Abwechslung. Mir ist das allerdings nicht so wichtig. Klar suche auch ich mir die Sachen aus, die mir gefallen, ich würde meinen Geschmack aber eher als "klassisch geprägt“ bezeichnen.

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