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Kaymer, der Ryder Cup und das "Gefühl des Sieges"

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Kaymer, der Ryder Cup und das "Gefühl des Sieges"

26.09.2012, 10:19 Uhr | dpa

Kaymer, der Ryder Cup und das "Gefühl des Sieges". Martin Kaymer startet zum zweiten Mal beim Ryder Cup.

Martin Kaymer startet zum zweiten Mal beim Ryder Cup. (Quelle: dpa)

Medinah (dpa) - Auf dem schweren Ryder-Cup-Platz des Medinah Country Clubs spielt Deutschlands Golf-Star Martin Kaymer um Ruhm und Ehre statt um einen dicken Scheck.

Die 39. Auflage des prestigeträchtigen Kontinentalvergleichs der besten Golfer aus Europa und den USA stellt auch für den 27 Jahre alten Düsseldorfer die wöchentliche Jagd nach den immensen Siegprämien auf den Turnieren rund um den Globus in den Schatten - auch emotional. Seine Anspannung und das Adrenalin muss Kaymer in die richtigen Bahnen lenken, wenn er am Freitag am ersten Abschlag des über 7000 Meter langen Course No.3 rund 40 Kilometer nordwestlich von Chicago steht.

"Es geht um die Ehre, die Besten der Besten treffen sich im Kontinentalvergleich. Geld spielt keine Rolle, wir spielen als Team und füreinander. Diese Situationen sind für uns Golfer selten, aber für mich von besonderer Bedeutung", stellte Kaymer vor seinem zweiten Ryder-Cup-Start im Interview der Nachrichtenagentur dpa klar. "Ich werde versuchen, einen kleinen Teil für Deutschland zum Erfolg beizutragen." Bereits 2010 gelang dies dem 1,84 Meter großen Modellathleten. Zusammen mit seinen europäischen Teamkollegen eroberte er bei seinem Debüt im Luxusressort Celtic Manor in Wales die kleine goldene Trophäe von den US-Amerikanern zurück.

Damals besiegten die Spieler aus der alten Welt die US-Millionäre hauchdünn mit 14,5:13,5. Und Kaymer hatte mit 2,5 Punkten einen großen Anteil daran. Die Erinnerungen an den Triumph in Wales vor zwei Jahren sind für ihn allgegenwärtig: "Jetzt, wo der Ryder Cup vor der Tür steht, denke ich immer mal wieder daran, wie stolz ich während der Eröffnungszeremonie war, als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Und das Gefühl des Sieges am Sonntag war spektakulär... ein schöner Gedanke für den 30. September 2012."

Der Herbst 2010 war die Zeit, in der Kaymer von Erfolg zu Erfolg eilte und einer der besten Spieler der Welt war. Fast unbezwingbar schien der unbekümmert aufspielende Deutsche. Die Krönung war der Sieg bei der PGA Championship - einem der vier Major-Turniere. Zwei Jahre später hat sich das Bild gewandelt. In der Weltrangliste rangiert die ehemalige Nummer eins nur noch auf Platz 32, und Trophäen könnte er in dieser Saison auch noch nicht in die Höhe stemmen.

Die Lockerheit schien dem 27-Jährigen abhanden gekommen zu sein. Anfang August nahm sich Kaymer eine dreiwöchige Auszeit, arbeite intensiv in seiner US-Wahlheimat Scottsdale/Arizona an seinem Schwung und musste kurzfristig auch um seine Ryder-Cup-Teilnahme zittern. Am Ende reichte es doch noch für den zehnten Platz im Europa-Ranking und den Sprung ins Team von Kapitän José Maria Olazabal. "Die Qualifikation war für mich sehr wichtig und hat mir einen weiteren Motivationsschub gegeben", sagte er. Nach der Pause kam ein erstarkter Kaymer zurück auf die European Tour. Mit dem fünften Platz bei der Italian Open in Turin zeigte er, dass beim Ryder Cup wieder mit ihm zu rechnen ist.

Kaymer sieht die US-Gastgeber am Wochenende aufgrund des Heimvorteils leicht in der Favoritenrolle: "Wir fahren dort aber nicht zum Spaß hin. Wir verfügen über ein sehr ausgeglichenes und junges Team - ich traue uns die Titelverteidigung mit ein wenig Glück zu." Das Selbstvertrauen ist beim Ryder-Cup-Champion zurück - schon vor dem ersten Abschlag auf dem Course No.3.

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