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Handball - WM: Das Wintermärchen - Schöner geht's nimmer

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WM-Nachlese  

Das Wintermärchen: Schöner geht's nimmer

06.02.2007, 08:23 Uhr | t-online.de

Von Arne Henkes und Norman Gosch

Jubel bei der deutschen Mannschaft (Foto: dpa) (Quelle: dpa)Jubel bei der deutschen Mannschaft (Foto: dpa) (Quelle: dpa) Das Wintermärchen ist geschrieben, die Geschichte einer Mannschaft mit Herz und Leidenschaft, eines markanten Trainers mit Schalk im Nacken, eines begeisterten Publikums und des einen oder anderen schlechten Verlierers. Es ist ein schönes Märchen mit Happy End, eines wie es sich die zahllosen Fans schon im vergangenen Jahr von den Fußballern erhofft hatten. Doch erst Heiner Brand und seine Jungs schafften es, diese Geschichte auch wirklich zuende zu bringen - mit dem Weltmeistertitel im eigenen Land.

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Nur "unerschütterliche Optimisten" glauben ans Team


Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus, als hätte die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Heim-WM auch nur den Hauch einer Chance. Drehen wir die Zeit noch einmal zurück. Da traf sich die Nationalmannschaft am Ammersee, um sich auf die kommenden Titelkämpfe im eigenen Land vorzubereiten. Nur "unerschütterliche Optimisten" glaubten damals laut Bundestrainer Heiner Brand an den Titel. Zu diesen Hoffnungsfrohen gehörten offenbar auch seine Spieler, die sich von immer neuen Verletztenmeldungen und einem durchwachsenen Turnierstart nicht aus der Ruhe bringen ließen.

In der Hauptrunde werden Helden geboren


Der Start ins Turnier war ein wackliger, der in der Vorrundenniederlage gegen Polen gipfelte. Doch genau diese Schlappe sollte der Mannschaft Auftrieb geben, ihr zeigen worum es geht. In der Hauptrunde wurden plötzlich Helden geboren. Ein Michael Kraus preschte durch die Deckung des Europameisters Frankreich, als hätte er nie etwas anderes getan. Der wackere Kämpfer Oliver Roggisch fand das richtige Maß zwischen Aggression und kontrollierter Defensivarbeit. Im Stillen sorgte Torsten Jansen für Aufruhr. Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk verwertete er auf dem linken Flügel die sich ihm bietenden Chancen. Diese Konstanz ist umso erstaunlicher, da er in der Abwehr auf der Halbposition Weltklassespieler wie Polens Marcin Lijewski, Sloweniens Jure Natek, Spaniens Ion Belaustegui und Frankreichs Jerome Fernandez mit großem Kraftaufwand zu Statisten degradierte.

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Schwarzers Auftritt sorgt für Furore


Auch die Garde der alten Helden durfte noch einmal für Sternstunden sorgen. Markus Baur zeigte, dass er zu Recht als der verlängerte Arm von Heiner Brand auf dem Feld gilt, selbst mit einer gezerrten Wade. Die Rückkehr von Christian Schwarzer glich einem Triumphzug. Allein die Anwesenheit von "Blacky" spornte die junge Mannschaft an, elektrisierte die Zuschauer und sorgte bei den Gegnern für Verunsicherung.

Der neue Hexer im Tor


Das spannendste Kapitel im Wintermärchen schrieb aber Torhüter Henning Fritz. Im Verein auf die Tribüne verbannt, wurde er von seinem Fürsprecher Brand und Torwartlegende Andreas Thiel behutsam wieder aufgerichtet. Die Konkurrenten um den Platz zwischen den Pfosten, Johannes Bitter und Carsten Lichtlein, verhielten sich wie Ehrenmänner und ließen nie einen Zweifel an der Vormachtstellung des Welthandballers von 2004 aufkommen. Das Vertrauen in "Fritze" sollte sich auszahlen. In den beiden Spielen gegen Frankreich und im Viertelfinale gegen Weltmeister Spanien avancierte der 32-Jährige zum Matchwinner und dürfte nicht nur seinem Kieler Trainer Noka Serdarusic bewiesen haben, dass er nach wie vor zur absoluten Weltspitze der Torhüter zählt.

Die breite Brust der Neider


Doch wo Helden auf den Plan treten, sind meist die Neider nicht weit. Die Trainer Kasim Kamenica, Juan Pastor und vor allem Claude Onesta erwiesen sich als schlechte Verlierer. Als Begründung für die Niederlagen gegen das deutsche Team mussten die Schiedsrichter herhalten, Onesta will dabei sogar eine "deutsche Mafia" innerhalb des Weltverbandes ausgemacht haben. Dabei vergisst er allzu schnell, dass sich auch die Equipe Tricolore bei ihrem WM-Titel 2001 im eigenen Lande nicht über die Schiedsrichter beschweren konnte. Nach dem in der Verlängerung verlorenen Viertelfinale erschien der deutsche Trainer, anders als Onesta heuer, bei der Pressekonferenz um dem Sieger zu gratulieren. Der Bundestrainer hieß damals wie heute Heiner Brand.

Heiner Brand, der Macher des Erfolges


Der Trainer, der als bisher einziger Handballer sowohl als Spieler als auch als Trainer den Weltpokal erringen konnte, ist wahrscheinlich der größte Gewinner der Titelkämpfe. Er hat aus einem Lazarett voller Leistungsträger doch noch eine Mannschaft geformt, die sich vor keinem Team dieser Welt verstecken musste. Mehr ging einfach nicht, mehr kann ein Trainer nicht schaffen. Das große Ziel Brands ist jetzt Olympia 2008 in Peking. Da könnte es nach dem Wintermärchen vielleicht auch noch ein Sommermärchen geben - und dem großen Mann mit dem noch größeren Schnurrbart würde in Gummersbach ein Denkmal gesetzt.

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