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Handball-EM 2008: Henning Fritz bewertet EM schwieriger als WM

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Handball-EM 2008  

Henning Fritz: "Die EM wird schwerer als die WM"

09.01.2008, 17:15 Uhr | Von Jörg Runde

Henning Fritz (Foto: imago) Henning Fritz (Foto: imago) Henning Fritz war bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr der Garant für den Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft. Auch jetzt, bei der bevorstehenden Europameisterschaft in Norwegen, steht der 33-Jährige wieder zwischen den Pfosten. Was er von der EM erwartet, erzählt der Profi der Rhein-Neckar Löwen im Interview. 

Herr Fritz, Sie haben einen Sehnen-Teilabriss im kleinen Finger der rechten Hand erlitten. Wie geht es Ihnen?
Henning Fritz: Gut, ich habe keine Probleme. Ich spiele und trainiere mit einer Schiene am Finger. Das geht wunderbar.



Schränkt Sie die Verletzung ein?
Nein, das ist überhaupt kein Problem. Der Finger wird bandagiert und damit kann ich ganz normal spielen.



Deutschland Gruppengegner im Porträt:
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Spanien Der ständige Rivale
Weißrussland Der große Außenseiter

Ist das deutsche Team der Topfavorit auf den EM-Titel?
Normal wird es immer so gemacht, dass die Mannschaft, die das letzte große Turnier gewonnen hat, als Favorit beginnt. Ich sehe das nicht ganz so. Bei der WM haben wir den Heimvorteil gehabt. Wenn man bedenkt, wie eng manche Partien waren, können die Spiele auch anders ausgehen. Ich sehe unsere Chancen gut, ganz weit vorne zu landen. Ob wir aber Europameister werden, kann ich nicht sagen. Das Ziel EM-Titel haben wir auf jeden Fall.

Hat die Mannschaft das Potenzial dazu?
Dass wir in der Lage sind, ist klar. Im Handball sind die Spiele so eng, dass oft die Tagesform entscheidet.

Wen sehen Sie als Hauptkonkurrenten?
Das sind eigentlich die üblichen Verdächtigen: Die Spanier, die Franzosen, die Kroaten und auch die skandinavischen Teams. Und die Polen zähle ich auch dazu. Das Feld der heißen Titelkandidaten ist groß.

War es schwieriger, die WM im eigenen Land zu spielen oder ist eine EM als amtierender Weltmeister härter?
Schwieriger ist es jetzt. Denn wir sind bei der EM die gejagte Mannschaft. Jeder will uns ein Bein stellen. Der Druck war aber bei der WM vor eigenem Publikum größer. Damals wussten wir zudem nicht, wo wir stehen. Die Erwartungshaltung war extrem.

Und für Sie persönlich?
Die Situation ist eine ganz andere. Damals hatte ich vor dem Turnier durch meine Reservistenrolle in Kiel kaum Spielpraxis und auch keine überragende Fitness. Ich hatte vor dem Start der WM-Vorbereitung also gar keine Form. Jetzt habe ich eine gute Form. Und die will ich bis zum Start auch noch verbessern. Zufrieden bin ich aber eigentlich nie.

Das EM-Turnier ist extrem hart. Es gibt kaum Ruhetage. Das muss neben der körperlichen Belastung vor allem für die Psyche anstrengend sein?
Mir persönlich ist es zuletzt eigentlich immer ganz gut gelungen, die Balance zu halten. Das lag natürlich auch daran, dass wir mit der Mannschaft Erfolg hatten und ich auch persönlich sehr gut dabei war. Dann verspürt man eine gewisse Zufriedenheit und Euphorie. Da kann man mit so einem harten Programm leicht und ruhig umgehen. Wenn das nicht so ist, wird es schwierig. Da ist dann das Team gefragt, dass alle Spieler das Gefühl haben, gebraucht zu werden und eine wichtige Rolle zu haben. Das zeichnet ein gutes Team aus.

Das gilt auch für das Torhüterteam, das sich bei der WM bewährt hat?
Auf jeden Fall. Beim Handball braucht man in der Weltspitze die kompletten 60 Minuten eine gute Torhüterleistung. Ein Mann kann das kaum schaffen. Da ist es immer gut, wenn man zwei Keeper hat, die sich verstehen. Das Gefühl, dass draußen noch einer sitzt, der einspringt, wenn es mal nicht so läuft, gibt mir eine gewisse Sicherheit. Wichtig ist, dass es nicht um Konkurrenz untereinander geht und man sich nichts neidet. Gegenseitige Unterstützung ist wichtig. Bei mir und Johannes Bitter ist das jedenfalls der Fall.

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Haben Sie als Torhüter eigentlich manchmal Angst, wenn Ihnen aus sieben Metern Entfernung der Ball entgegen gefeuert wird?
Angst darf man nie haben, dann hat man schon verloren. Es ist immer eine Frage der Konzentration und des Willens. Und Leidenschaft ist natürlich ganz wichtig. Die kann man sich nicht erarbeiten, die hat man oder eben nicht. Mit der Nationalmannschaft hatten wir die immer, weshalb wir Gegner geschlagen haben, die vermeintlich stärker waren und uns in vielen Bereichen überlegen waren. Und so ist es als Torhüter auch. Mit Leidenschaft kann man viel kompensieren.

Welchen Anteil an der Leidenschaft und dem Erfolgshunger hat denn Bundestrainer Heiner Brand?
Einen sehr großen. Er lebt Leidenschaft und Erfolgshunger vor. Er ist ja nicht nur für das Spiel sondern auch für das Drumherum verantwortlich. Er weiß genau, was die Mannschaft braucht. Er lässt uns Freiräume in der Freizeitgestaltung und zieht wieder an, wenn es notwendig ist. Dafür hat er ein sehr gutes Gespür. Brand ist wirklich der Vater des Erfolges.

In den Auszeiten nimmt sich der Bundestrainer teilweise zurück und lässt die erfahrenen Spieler sprechen. Ergibt sich das in der Hektik oder ist das gewollt?
Das ist schon gewollt. Der Bundestrainer fragt, was die Spieler über Spielsituationen denken. Und oft ist es einfach sinnvoll, wenn die Entscheidung aus dem Team auf dem Feld kommt, da man dann noch stärker hinter der Lösung steht, als wenn sie von oben kommt. Und so nimmt er uns auch viel mehr in die Pflicht.

Christian Schwarzer war so ein Spieler, der das Wort ergriffen hat und zur Tat geschritten ist, wenn es brenzlig wurde. Ist er überhaupt zu ersetzen?
Er wird uns natürlich sehr fehlen. Er ist als Persönlichkeit ein großer Verlust. Jetzt müssen andere Spieler zeigen, was sie drauf haben. So etwas entwickelt sich manchmal. Vor der WM hat jeder gewusst, dass Michael Kraus ein guter Spieler ist. Aber man hat nicht damit gerechnet, dass er so überzeugt. Der Sprung ins kalte Wasser muss halt irgendwann einmal sein. Und dann heißt es schwimmen so gut es geht.

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