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Handball - EM 2008: Heiner Brand bekräftigt seine Verantwortung

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Handball - EM 2008  

Brand: Haben Verantwortung gegenüber dem Handball

14.01.2008, 14:07 Uhr | sid

Heiner Brand (Foto: imago) Heiner Brand (Foto: imago) Handball-Weltmeister Deutschland reist mit dem Rückenwind eines unerwartet hohen Sieges über den WM-Dritten Dänemark zur Europameisterschaft nach Norwegen. Doch laut Bundestrainer Heiner Brand ist noch nicht alles Gold, was glänzt. Wenige Tage vor dem Auftaktmatch gegen Weißrussland spricht Brand im Interview über den Stand der Vorbereitungen, die besondere Rolle von Kapitän Markus Baur sowie einen möglichen Wechsel auf der Torhüter-Position.

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Herr Brand, die EM-Generalprobe ist mit dem 34:24-Sieg gegen den WM-Dritten Dänemark gelungen. Auf welchem Leistungsstand sehen Sie Ihre Mannschaft wenige Tage vor der am Donnerstag in Norwegen beginnenden Europameisterschaft?
Brand: Mit dem Abschlusstest bin ich zufrieden, man darf ihn aber auch nicht überbewerten. In der Abwehr haben wir uns zuletzt deutlich verbessert, im Angriff fehlt dagegen noch etwas die Konstanz. Das hat man vor allem bei unserer Niederlage gegen die Dänen am Samstag gesehen. Daran müssen wir bis zum EM-Start noch arbeiten, denn Fehler werden dort sicher bestraft.

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Wie beurteilen Sie Ihr Team im Vergleich zum WM-Triumph vor einem Jahr?
Wir haben nicht so viele Maßnahmen gehabt seit der WM und waren dabei auch nicht immer komplett. Deshalb haben wir im Sommer eigentlich keine großen Schritte nach vorn gemacht. Aber wir sind spielerisch auch durch die WM etwas weiter als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Haben Sie Angst, dass den Spielern der WM-Sieg ein bisschen zu Kopf gestiegen sein könnte oder sie das EM-Turnier nun etwas auf die leichte Schulter nehmen könnten, zumal in sieben Monaten die Olympischen Spiele in Peking anstehen?
Es besteht kein Grund zur Unruhe, dass irgendein Spieler abheben könnte. Es sind dieselben wie vorher, und sie sind sich der Verpflichtung bewusst. Jeder weiß, dass es bei einem anderen Turnier wieder von vorn losgeht. Und wir wissen, dass wir es uns einfach nicht erlauben können, mal nicht richtig zu spielen. Wir stehen schließlich auch in Konkurrenz zu anderen Sportarten und haben eine Verantwortung gegenüber dem Handball. Wir tragen das mit Stolz, und ich habe ja das Glück, dass es für die Spieler bei der EM um Plätze für Olympia geht. Da kann sich keiner erlauben, mit angezogener Handbremse zu spielen, selbst wenn er wollte. Was aber sicher ohnehin nicht der Fall ist.

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Bei der WM hat der zurückgeholte Christian Schwarzer direkt eine Führungsrolle übernommen. Wie sehr wird er der Mannschaft in Norwegen fehlen?
Schwarzer hat bei der WM eine positive Rolle gespielt. Aber es waren auch andere Spieler, die Führungspositionen übernommen haben wie Markus Baur, Florian Kehrmann, Henning Fritz. Diese Älteren sind da gefordert. Die Jüngeren brauchen vielleicht gar nicht so sehr Hilfe, weil sie jetzt wissen, was abgeht.

Heiner Brand (Foto: imago) Heiner Brand (Foto: imago) Über Markus Baur, der seit 1. Januar offiziell nicht mehr Spieler, sondern Trainer beim TBV Lemgo ist, wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert. Wie sehen Sie seine Rolle?
Markus Baur ist Mannschaftskapitän und Spielmacher. Er hat die gleiche Aufgabe wie bei den vergangenen Turnieren, und die wird er sehr wahrscheinlich auch bei Olympia einnehmen, wenn die Vorbereitung so läuft, wie ich mir das vorstelle. Das ist sicher eine Gratwanderung, da Markus nach der EM nicht mehr aktiv ins Spielgeschehen eingreifen wird. Wir haben über elf Jahre zusammengearbeitet, da bin ich ihm schuldig, ihm eine Chance zu geben. Voraussetzung ist die absolute Fitness. Wenn das nicht so ist, dann sind wir beide Profis und wissen, dass das nicht geht.



Ist die Mannschaft mit Oleg Velyky, der bei der WM wegen einer Verletzung gar nicht ins Spielgeschehen eingreifen konnte, noch stärker?
Die Mannschaft weiß, dass Oleg Velyky ihr helfen kann. Aufgrund seiner individuellen Klasse ist er in der Lage dazu. Aber es wird keine Verantwortung auf ihn abgeschoben, er soll ein normales Teammitglied sein. Alles andere werden wir sehen, ohne Druck auf ihn auszuüben.

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Wie sieht es auf der Torhüter-Position aus, nachdem Johannes Bitter beim Abschlusstest gegen Dänemark am Sonntag eine überragende Leistung geboten hat?
Johannes hat wirklich sensationell gehalten. Es ist aber auch eine Tatsache, dass wir ein großes Turnier mit einem überragenden Fritz hinter uns haben. Ich bin froh, dass wir zwei Torhüter auf diesem Niveau haben und damit während des EM-Turniers auf dieser Position auch mal wechseln können. Ob sich Änderungen ergeben, werden wir sehen.

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Wie schätzen Sie die Vorrundengegner Ihrer Mannschaft ein?
Zu Spanien muss ich wohl nichts sagen, die zählen zu den Topfavoriten. Ungarn ist sehr unangenehm, die sind immer dran, vorne mit dabei zu sein. Die sind zu vielen Dingen in der Lage und haben internationale Topspieler. Der vermeintlich schwächste Gegner ist Weißrussland, aber die sind sehr unangenehm. Ich habe viele Videos von ihnen gesehen. Wir müssen gegen eine Mannschaft wie Weißrussland gewinnen, aber das wird kein Selbstläufer.

Die EM gilt als das wesentlich schwierigere Turnier im Vergleich zu einer WM ...
Die EM ist nicht schwieriger. Was es unangenehmer macht, ist die Tatsache, dass es in so kurzer Zeit so viele Spiele gibt. Aber das betrifft alle. Vielleicht sind manche nur im Vorteil, die nicht so starke nationale Ligen haben und schon länger zusammen trainieren konnten.

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