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Handball: Olympia 2012 ist das große Ziel von Heiner Brand

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Handball  

Olympia 2012 ist das große Ziel

25.09.2008, 18:28 Uhr | Aufgezeichnet von Jörg Runde, t-online.de

Heiner Brand baut sein Team mit Blick auf Olympia 2012 um. (Foto: imago)Heiner Brand baut sein Team mit Blick auf Olympia 2012 um. (Foto: imago) Ab Samstag ist es für Heiner Brand endlich soweit: Der Handball-Bundestrainer verabschiedet sich nach einem strapaziösen Sommer mit den Teilnahmen an der EM und an den Olympischen Spielen in den wohlverdienten Urlaub. Das verkündete Brand in Offenbach am Rande der Präsentation des neuen Computerspiels „Handball Manager 2009“.
Wie lange er unterwegs ist und wohin die Reise geht, wollte er nicht sagen. Mit t-online.de sprach Brand aber über die Zukunft der deutschen Handball-Auswahl und kündigte einen Umbruch an.

Der aktuelle Kader Ohne Zeitz, Kehrmann und Fritz

Herr Brand, was ist leichter: Die deutsche Mannschaft der Zukunft zusammenzustellen oder beim „Handball Manager 2009“ ein erfolgreiches Team zusammenzustellen?
Ich habe das Spiel einmal gespielt aber mit geringem Erfolg. Also mit meiner Mannschaft tue ich mich da deutlich leichter.

PC-Spiel Handball-Manager 2009

Ist denn nach der Enttäuschung bei Olympia mit einem Umbruch zu rechnen?
Auf jeden Fall. Es ist Zeit für einen Umbruch. Wir werden jungen Spielern eine Chance geben. Beim ersten Lehrgang vom 12. bis zum 15. Oktober in der Sportschule Kaiserau werden Florian Kehrmann, Henning Fritz, Andrej Klimovets und Christian Zeitz fehlen. Auch einige Spieler der Champions-League-Teilnehmer sind nicht dabei. Das ist so abgesprochen.

Wer wird an Stelle dieser bisherigen Führungskräfte aufrücken?
Aus den DHB-Europameisterteams der Junioren der Jahre 2004 und 2006 sind ein paar Spieler dabei. Andere, wie Sebastian Preiß und Jens Tiedtke, kehren zurück. Die jetzt nominierte Mannschaft könnte auch weitgehend die Spiele der Europameisterschafts-Qualifikation bestreiten.

Ist die Tür zur Nationalmannschaft für die bisherigen Stammkräfte zu?
Nein, mit Sicherheit nicht. Aber erst einmal setze ich auf die jetzt nominierten Spieler. Sie bekommen die Chance, Erfahrung zu sammeln, und dürfen auch Fehler machen. Der Schnitt birgt große Risiken, das gehört aber dazu. Wir wollen die jungen Spieler heranführen und werden schon bald sehen, ob sie es schaffen.

Vor allem Zeitz und Kehrmann sind überraschend nicht dabei. Warum haben Sie die beiden nicht nominiert?
Mit Christian Zeitz ist vereinbart, dass er erst einmal seine Bestform findet. Wenn er die wieder hat, setzen wir uns zusammen und schauen weiter. Genauso sieht es bei Florian Kehrmann aus. Keiner ist rausgeflogen. Gute Leistungen werden sich auch zukünftig auszahlen.

Schon bald stehen die ersten EM-Qualifikations-Spiele statt. Haben Sie keine Angst vor Niederlagen?
Erst einmal schauen wir auf das Spiel gegen Bulgarien. Und ganz ehrlich: Diese Mannschaft sollten wir auch ohne die erfahrenen Spieler schlagen. Gegen Slowenien und Weißrussland wird es schon schwieriger. Aber ich bin optimistisch.

Kalkulieren Sie mit dem Umbruch bewusst auch eine schwächere WM mit einem Aus nach der Vorrunde ein?
Natürlich wollen wir bei jedem Turnier erfolgreich sein. Doch ich schaue perspektivisch und denke bei der Neubesetzung des Teams vor allem an Olympia 2012 in London. Natürlich gehen wir ein Risiko ein. Aber ohne Risiko funktioniert es nicht. Die Spieler müssen ihre Qualität entwickeln.

In den Vereinen kommen junge Spieler kaum voran, weil immer wieder ausländische Stars verpflichtet werden, die dann auch spielen.
Zu dem Thema sage ich nichts mehr. Ich habe jetzt zwölf Jahre lang auf die Problematik hingewiesen. Jetzt nehme ich es einfach so hin, dass Talente in den Topklubs nicht zum Zuge kommen.

Da kann man schon einmal neidvoll zur Fußball-Nationalmannschaft schauen.
Die Fußballer sind viel weiter als wir. Bis auf Ballack, Klose und Frings sind da fast nur junge Spieler mit großer Perspektive. Podolski, Lahm und Schweinsteiger sind noch keine 24 und haben schon mehr als 50 Länderspiele. Das ist toll.

Für Sie ist so ein Umbruch eine neue Situation.
Das ist eine Situation, die ich mag. Ich war immer ganz gut darin, aus Mannschaften viel rauszuholen. Und ich habe große Lust etwas aufzubauen

Kommt der Umbruch vielleicht etwas zu spät?
Nein, als amtierender Weltmeister muss man auch das Olympia-Turnier anderthalb Jahre später mit einer eingespielten Mannschaft angehen. Hätte ich früher etwas geändert und es wäre schief gegangen, wäre ich in der Luft zerrissen worden.

Und so bleibt auch eine Enttäuschung. Haben Sie vorher gespürt, dass die Mannschaft nicht voll da ist?
Die Befürchtungen waren vorher tatsächlich da. Aber man hofft immer, dass sich alles besser entwickelt, als man vielleicht denkt. Es hat das letzte Quäntchen Konzentration gefehlt. Und das ist auf Weltklasse-Niveau entscheidend. Einigen haben die Ablenkungen im olympischen Dorf und bei den anderen Sportarten sicherlich nicht so gut getan. Da fehlte der totale Fokus auf den Erfolg.

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