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Kritik an Strombach vor DHB-Bundestag

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Kritik an Strombach vor DHB-Bundestag

02.10.2008, 17:25 Uhr | dpa

DHB-Präsident Strombach (li.) mit IHF-Präsident Moustafa (Foto: imago)DHB-Präsident Strombach (li.) mit IHF-Präsident Moustafa (Foto: imago) Der Bundestag des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Wochenende in Hamburg wäre eigentlich ein Routine-Ereignis, gebe es nicht Vorwürfe gegen Präsident Ulrich Strombach. Der seit knapp zehn Jahren den größten nationalen Handballverband der Welt führende Gummersbacher soll nach Informationen des NDR-"Sportclub" versucht haben, die Abstimmung über die Vergabe der WM 2005 mit finanziellen Mitteln zu beeinflussen.

Der Vorgang an sich ist nicht neu, hat aber durch vorliegende Schriftstücke über den tatsächlichen Ablauf von finanziellen Zahlungen neue Brisanz erhalten.

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Wenig erfolgreicher Lobbyismus

Beim Kongress des Weltverbandes IHF in St. Petersburg im Jahr 2002 hatte Strombach dem russischen Verband eine Prämie von 50.000 Dollar in Aussicht gestellt, wenn dieser auf eine WM-Bewerbung für 2005 verzichtet. Das bestätigt DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier, wehrt sich aber gegen Korruptionsvorwürfe: "Wenn wir sie bitten, auf eine WM-Bewerbung zu verzichten, ist das kein Stimmenkauf. Das ist Lobbyismus". Trotz des russischen Verzichts setzte sich damals Tunesien bei der Vergabe der WM 2005 gegen Deutschland durch. Der deutsche Verband konnte zunächst nur 10.000 Dollar an die Russen zahlen, die restlichen 40.000 Dollar übernahm die IHF im Vorgriff auf die finanziellen Leistungen, die der DHB für die WM 2007 in Deutschland erhielt.

Strombach: "Olle Kamellen"

Strombach, der in Hamburg nach zehnjähriger Präsidentschaft erneut zur Wahl steht und sich in seinem Amt bestätigen lassen will, hält sich mit Stellungnahmen zurück. "Das sind alles olle Kamellen", sagte der DHB-Präsident. Er habe sich nichts vorzuwerfen. Vize Bredemeier versuchte unterdessen, die Lage zu beruhigen. "Das war kein Alleingang von Ulrich Strombach, sondern geschah mit Billigung des Präsidiums." Gemeint sind Präsident, Vize und Schatzmeister Wolfgang Gremmel.

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Landesverbände machen Druck

In den Landesverbänden sieht man Strombachs autokratischen Führungsstil kritisch. "Wir wollen Aufklärung. Vielleicht gibt es ja eine gute Erklärung des Präsidenten", sagte Karl-Friedrich Schwark, Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Verbandes. Holger Nickert, Vorsitzender des badischen Verbandes, sieht den Vorgang moralisch-ethisch als sehr bedenklich an, sagte aber auch: "Ich kann nicht sagen, ich mach' so etwas nicht, wenn die anderen es tun. So hat man vielleicht nie mehr eine Chance. Das ist kein deutsches Problem, sondern ein internationales. Man braucht einen weltweit gültigen Ehrenkodex."

Bredemeier unterstützt Strombach

Nickert ist jedoch entsetzt, dass ein kleiner Kreis im Präsidium über den Einsatz von 50.000 Dollar beschließt, ohne die Landesverbände zu fragen bzw. zu unterrichten: "Die Kommunikation und Transparenz im Verband fehlt mir komplett. Ich möchte wissen: Was läuft eigentlich bei uns?" Vize Bredemeier stellt sich vor den Präsidenten. "Herr Strombach leistet sehr, sehr gute Arbeit. Für ihn steht immer das Wohl des Verbandes im Vordergrund." Er räumte allerdings ein, dass der der 64-Jährige "den Laden auch mal gewöhnungsbedürftig" führt. Eine Alternative zu Strombach gibt es derzeit nicht. Zumindest hat sich kein Gegenkandidat für die Wahl am Samstag gemeldet. "Ich möchte noch einmal wiedergewählt werden. Es ist noch so manches zu tun, und ich bin noch nicht fertig", sagte Strombach.

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