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Handball: Bundesliga-Klubs in der Kostenfalle

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Handball-Bundesliga  

Bundesliga-Klubs in der Kostenfalle

05.11.2008, 15:49 Uhr | dpa

Uwe Schwenker, Geschäftsführer des THW Kiel (Foto: imago)Uwe Schwenker, Geschäftsführer des THW Kiel (Foto: imago) Die erneute Pleite des Handball-Bundesligisten TuSEM Essen hat eine Debatte über das mitunter abenteuerliche Geschäftsgebahren in der höchsten deutschen Spielklasse ausgelöst. Angesichts wachsender Schuldenberge forderte Uwe Schwenker wirksamere Prüfungsverfahren. "Wir werden darüber sprechen müssen, ob die Lizenzauflagen zu verschärfen sind", sagte der Geschäftsführer des THW Kiel.

Das Beispiel Essen dokumentiert das Dilemma. Nur drei Jahre nach dem ersten Gang in die Insolvenz tappte der Klub erneut in die Schuldenfalle. Seit Saisonbeginn betrug die monatliche Unterdeckung 100.000 Euro, Gesamtschulden von 1,5 Millionen Euro zwangen zur Kapitulation.

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Essen erster Absteiger

Damit steht Essen als erster Absteiger fest, will aber die Saison zu Ende spielen. Die Vorstellung, dass dabei ein nicht konkurrenzfähiges Team zum Einsatz kommt, bereitet Frank Bohmann Unbehagen. "Andere Klubs haben kein Interesse daran, mit 30 Toren Unterschied gegen Essen zu gewinnen", sagte der Geschäftsführer der Handball Bundesliga (HBL).

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Lizenzierungsverfahren wird kontrolliert

Bohmann stellte eine "selbstkritische Überprüfung" des Lizenzierungsverfahren in Aussicht. Daraus könne aber nicht geschlussfolgert werden, dass die Liga ihre Sorgfaltspflichten vernachlässigt habe. Vielmehr äußerte er Zweifel, ob die im Mai vorgelegten Zahlen aus Essen seriös waren.

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Auch Nordhorn schreibt rote Zahlen

Der TuSEM ist kein Einzelfall: Ligakonkurrent Nordhorn lebte ebenfalls lange Zeit über seine Verhältnisse. Wegen einer Etatlücke von mehr als 500.000 Euro hatte die HBL Nachbesserungen verlangt und mit Punktabzügen gedroht. Nach Angaben von Nordhorn-Geschäftsführer Holger Beelmann kam die HSG Nordhorn den Wünschen der HBL mittlerweile nach: "Das Konzept ist eingereicht, konnte aber noch nicht mit faktischem Geld unterfüttert werden. Wir sammeln gerade das Geld von Sponsoren ein."

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Schärfere Prüfverfahren gefordert

Einen weiteren Drahtseilakt möchte sich Beelmann in Zukunft ersparen. Wie Schwenker macht er sich für bessere Kontrollen stark: "Wenn zwei Vereine bereits im ersten Halbjahr ins Wanken geraten, sollte man über Nachbesserungen beim Lizenzierungsverfahren nachdenken." Andreas Rudolph, Präsident des HSV Hamburg, stieß ins gleiche Horn: "Auch wir hätten 2004 die Lizenz nicht bekommen dürfen. Eigentlich ist sie nichts wert. Das Lizenzierungsverfahren muss transparenter und schärfer werden."

Magdeburg stand kurz vor der Insolvenz

Auch der Tabellenletzte Stralsund ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Wie Manager Jörg Dombdera bestätigte, ist der geplante Etat in Höhe von 1,2 Millionen Euro noch nicht gedeckt. Klubs wie der SC Magdeburg leiden unter den Sünden der Vergangenheit. "Dreimal stand ich unmittelbar vor der Situation, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen", sagte SCM-Geschäftsführer Holger Kaiser. Die vergangene Saison schloss er mit einem Minus von etwa 780.000 Euro ab. Zuvor hatte der Verein bereits 2,5 Millionen Euro Schulden abgebaut und wähnt sich bei seinem Sanierungskurs auf gutem Weg.

Klubs müssen Einsparungen vornehmen

Nur ein Umdenken kann die Liga vor weiterem Unheil bewahren. "Zwei bis drei Vereine treiben die Kostenspirale nach oben, manche meinen, da mitziehen zu müssen", sagte Kiels Geschäftsführer Schwenker mit Bezug auf das Werben um namhafte und teure Profis. Diese Entwicklung bereitet auch Bob Hanning Kopfzerbrechen: "Wir machen gerade den Fehler, uns zu sehr mit dem Fußball zu vergleichen. Die derzeitigen Gehaltssteigerungen sind einfach utopisch." Gleichwohl warnte der Manager der Füchse Berlin vor einer allzu negativen Sicht der Dinge: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Großteil der Vereine seriös wirtschaftet. Die Insolvenz des TuSEM darf zu keinem Generalverdacht für alle Liga-Klubs führen."

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