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Wieder kein Podestplatz für die deutschen Frauen

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Handball-EM  

Wieder kein Podestplatz für die deutschen Frauen

14.12.2008, 15:27 Uhr | dpa

Handball-EM der Frauen: Die Russin Jartseva (li.) beim Torwurf, Mandy Hering ohne Chance (Foto: AFP)Handball-EM der Frauen: Die Russin Jartseva (li.) beim Torwurf, Mandy Hering ohne Chance (Foto: AFP) Zurück in der Weltspitze, aber erneut den großen Wurf verpasst: Die deutschen Handball-Frauen haben sich mit Platz vier bei der Europameisterschaft in Mazedonien für den enttäuschenden elften Platz bei Olympia rehabilitiert, müssen jedoch weiter auf die erste EM-Medaille seit Silber 1994 warten. Die deutsche Auswahl verlor im kleinen Finale gegen Weltmeister Russland mit 21:24 (11:17). Im Endspiel setzte sich Olympiasieger Norwegen mit 34:21 (13:12) gegen Deutschlands Halbfinal-Bezwinger Spanien durch und holte den dritten EM-Titel hintereinander.

Vor rund 1500 Zuschauern war Stefanie Melbeck (6) in ihrem 200. Länderspiel beste deutsche Werferin. "Es tut weh, mit zwei Niederlagen aus dem Turnier zu gehen", gab Bundestrainer Armin Emrich zu, "die Mannschaft hat sich aber nach dem Abschneiden in Peking mit diesem Turnier zurückgemeldet und gezeigt, was in ihr steckt. Darauf kann sie stolz sein."

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Handball-EM Deutsche Frauen verpassen Finale

Erneut Endstation Halbfinale

Am Vortag hatte der in den Gruppenspielen unbesiegte WM-Dritte Deutschland durch ein 29:32 gegen Favoritenschreck Spanien zum dritten Mal in Serie nach der EM 2006 und der WM 2007 ein Halbfinale verloren. "Es gibt keinen Halbfinal-Fluch", sagte Emrich. Durch das Halbfinal-Aus verpasste sein Team die direkte Qualifikationen für die WM 2009 in China und die EM 2010 in Dänemark und Norwegen. In der WM-Ausscheidung spielt Deutschland nun im Juni gegen Serbien.

Enttäuschung im deutschen Team

"Der vierte Platz ist für mich natürlich eine Enttäuschung. Wenn man das Halbfinale erreicht und dann mit leeren Händen dasteht, ist das bitter", sagte Rückraum-Ass Nadine Krause. Und Kreisläuferin Anja Althaus bekannte: "Ich bin total frustriert. Wir haben in Vor- und Hauptrunde souverän gespielt, aber dann die beiden wichtigsten Spiele des Turniers verloren."

Zehn Minuten kein deutscher Treffer

"Diese EM war eine Megasteigerung im Vergleich zu Olympia. Wir gehören aktuell zu den besten Vier in Europa und damit zur Weltelite", sagte Kapitänin Grit Jurack, die wegen eines gebrochenen Fingers im kleinen Finale an allen Ecken und Enden fehlte. Ohne sie hielt sich die deutsche Mannschaft bis zum 8:9 (15.) gut gegen den Weltmeister, gegen den das Team in der Hauptrunde noch mit 27:22 gewonnen hatte. Dann aber gelang zehn Minuten lang kein Tor, und die deutsche Mannschaft geriet mit 8:17 (25.) ins Hintertreffen. Danach nutzte auch das Herankämpfen auf 16:21 (46.) nichts mehr, auch weil zu viele klare Chancen inklusive dreier Siebenmeter vergeben wurden.

Großes Verletzungspech

Jurack, die vor dem Schlusstag die EM-Torschützenliste anführte, hatte sich gegen Spanien den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen, war bereits am Sonntagmorgen abgereist und soll an diesem Montag operiert werden. Mit dem Ausfall der Rekord-Torschützin, die im Halbfinale ihren 1500. Länderspiel-Treffer erzielt hatte, gipfelte das deutsche Verletzungspech im Verlauf der EM. Die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause (Schädelprellung), Stefanie Melbeck (Nasenbeinbruch), Anne Müller (Bänderabriss im Finger) und Clara Woltering (Rückenprobleme) mussten zeitweilig ersetzt werden.

Jurack weiterhin kaum ersetzbar

"Unsere Mannschaft hat ein starkes Turnier gespielt, wenn sie auch das i-Tüpfelchen mit dem Erreichen des Finales verpasst hat", urteilte DHB-Präsident Ulrich Strombach und wies Kritik aus der Bundesliga wies zurück: "Wenn jetzt einige einen Umbruch fordern, sehe ich das anders." Jurack sei mit 31 Jahren die älteste Spielerin, "aber sie steht über allem. Der Trainer, der auf sie verzichtet, muss dumm sein." Und Jurack will der Auswahl auch treu bleiben. "So lange mir das Spaß macht, spiele ich gern für Deutschland", beteuerte sie.

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