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Bestechungsaffäre beim THW Kiel: Polnische Schiris sind schockiert

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THW Kiel  

Polnische Schiris schockiert: "Kein Geld bekommen"

03.03.2009, 11:09 Uhr | dpa

Die polnischen Handball-Schiedsrichter Marek Goralczyk und Miroslaw Baum haben sich schockiert über Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Champions-League-Sieg des THW Kiel vor zwei Jahren gezeigt. Goralczyk und Baum hatten am 29. April 2007 das Final-Rückspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt geleitet.

Er habe von den Vorwürfen im Internet gelesen und sei aus allen Wolken gefallen, sagte Goralczyk der "B.Z.". "Jeder macht Fehler, ich auch. Aber nicht für 50.000 Euro", versicherte er.

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Keine belastbaren Tatsachen

Dem deutschen Rekordmeister Kiel war vorgeworfen worden, seit 2000 internationale Spiele manipuliert zu haben. Diese Anschuldigungen hatte THW-Manager Uwe Schwenker am Montagabend nach einer Krisensitzung des Ligaverbandes HBL zurückgewiesen. "An den Vorwürfen ist nichts dran. Der THW hat keine Spiele manipuliert", sagte er. "Belastbare Tatsachen liegen nicht vor", hatte auch HBL-Präsident Reiner Witte erklärt. Am (heutigen) Dienstag tagt in Hamburg der Aufsichtsrat der HBL zu dem Thema. Der Manipulationsverdacht beruht bislang auf Gerüchten, die dem HBL-Aufsichtsratsmitglied Dieter Matheis "zu Ohren gekommen" waren. Beweise gibt es dafür nicht.

Schiris: "Legen die Hand füreinander ins Feuer"

"Nie im Leben" habe er Geld bekommen, der THW Kiel sei auch nicht auf ihn zugekommen, versicherte Schiedsrichter Goralczyk. "Ich würde wegen so einer Sache niemals meine Reputation riskieren", sagte er und verbürgte sich auch für seinen Kollegen Baum: "Wir pfeifen seit zehn Jahren zusammen und würden füreinander die Hand ins Feuer legen." Goralczyk will vorerst keinen Anwalt einschalten und wartet darauf, dass der polnische Handball-Verband auf ihn zukommt.

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EHF noch nicht eingeschaltet

Baum antwortete im "Flensburger Tageblatt" auf die Frage, ob er Geld angenommen habe: "Nein, um Gottes Willen. Das alles ist ein großer Schock für mich. Seitdem ich von dem Vorwurf weiß, bin ich psychisch angeschlagen." Die Europäische Handball-Föderation (EHF) sei bislang nicht auf ihn zugekommen. An das Spiel in Kiel habe er eine "gute Erinnerung". "Es gab keinerlei Beschwerden", sagte Baum.

Boldsen: "Lächerliche Entscheidung"

In der einzig strittigen Szene bei Kiels 29:27-Sieg hatte der Flensburger Kapitän Joachim Boldsen die Rote Karte (19. Minute) gesehen. "Das war eine total lächerliche Entscheidung. Vielleicht war das Foul für zwei Minuten gut, aber nie und nimmer für Rot in einem Champions-League-Finale", sagte der mittlerweile für den FC Barcelona aktive Boldsen in der Zeitung "Ekstra Bladet". Auf die Vorwürfe gegen den THW reagierte er ausweichend. "Dieses Spiel ist lange her, daran kann ich nicht das Geringste mehr ändern, und deshalb halte ich mich raus", erklärte der Däne.

Weiterer Vorwurf steht im Raum

Das Duo Baum/Goralczyk hatte 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen das Frauen-Finale zwischen Dänemark und Südkorea geleitet. Nach Aussage des ehemaligen Geschäftsführers des Weltverbandes IHF, Frank Birkefeld, war das Spiel zugunsten von Dänemark verschoben worden. Auf die Frage, ob sie jemals ein Spiel manipuliert haben, sagte Baum im "Flensburger Tageblatt": "Nein, das haben wir nie. Wir sind seit etlichen Jahren jetzt Schiedsrichter auf internationaler Ebene, wir hatten eine große Karriere (...). Natürlich sind auch wir keine Maschinen, auch wir haben Fehler gemacht. Aber wir haben nie beabsichtigt, eine Mannschaft zu benachteiligen."

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