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96.000 Euro für den Champions-League-Sieg?

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Handball - THW Kiel  

96.000 Euro für den Champions-League-Sieg?

08.03.2009, 21:18 Uhr | t-online.de, sid

Handball-Rekordmeister THW Kiel hat neue Details in der angeblichen Manipulationsaffäre als "bösartige Gerüchte" zurückgewiesen und juristische Schritte angekündigt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, sollen bei mindestens zehn THW-Spielen in der Champions League Schiedsrichter bestochen worden sein.

Zudem soll der ehemalige Kieler Trainer Zvonimir Serdarusic bei einem früheren Treffen mit Vertretern des Liga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen Belege und Kontoauszüge aus der Zeit vor dem Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt präsentiert haben. Die Rede ist von 96.000 Euro, die für das Finale gezahlt worden sein sollen. Das habe der Beiratsvorsitzende der Rhein-Neckar Löwen, Dieter Matheis, dem "Spiegel" in einem schriftlichen Statement bestätigt.

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Schwenker: "Das ist nichts Neues"

Auch THW-Manager Uwe Schwenker soll bei einem Treffen mit einem der Löwen-Gesellschafter Bestechungen eingeräumt haben, berichtet der "Spiegel". Der Manager dementierte die Vorwürfe erneut. "Wir haben keine Spiele manipuliert", sagte Schwenker. Zu den Angaben im "Spiegel" meinte Schwenker: "Das ist nichts Neues. Für uns sind keine Sachen dabei, die wir nicht schon erörtert hätten."

Staatsanwaltschaft soll aufklären

THW-Gesellschafter Georg Wegner hat nach Informationen der "Kieler Nachrichten" mit dem Leitenden Oberstaatsanwalt Schwab in Kiel telefoniert und diesen gebeten, "alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen einzuleiten". Wegner gab zudem bekannt, dass Manager Uwe Schwenker um Urlaub gebeten habe, der ihm gewährt worden ist. Er wolle Gelegenheit haben, sich in vollem Umfang gegen die Anschuldigungen zu wehren, sagte Rechtsanwalt Wegner der Zeitung.

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Liga-Chef will nachfragen

Dem widersprach Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL). "Da sind zwei, drei neue Sachen drin. Da werden wir nachfragen", sagte Bohmann. "Die konkrete Summe kannte ich nicht, auch die Zahl von zehn Spielen nicht. Dies war bisher nicht Gegenstand der Beratungen."

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"Falsch und frei erfunden"

Die Behauptung, Schwenker habe einem Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen Bestechungen bestätigt, seien "falsch und frei erfunden", heißt es dagegen in einer am Samstag veröffentlichen Presseerklärung des deutschen Meisters. Er habe "lediglich in einem Gespräch mit Jesper Nielsen, an dem auch der THW-Gesellschafter Dr. Hubertus Grote teilgenommen hat, bestätigt, von den Gerüchten gehört zu haben und diese in gleichem Zusammenhang zurückgewiesen", teilte der THW mit.

Imageschaden für den Rekordmeister

Die "ständigen Wiederholungen nicht belegter Gerüchte" haben laut THW zu einem erheblichen Imageschaden für den Verein und den gesamten deutschen Handball geführt. "Der THW Kiel ist nicht länger gewillt, dieses hinzunehmen und wird Anfang nächster Woche die notwendigen rechtlichen Schritte gegen Personen, die solche verleumderischen Gerüchte erfinden oder verbreiten, ergreifen", erklärte der Verein.

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Hat Serdarusic geplaudert?

Die Informationen des "Spiegel" beruhen auf einem Beschluss der Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen vom 17. Februar zur überraschenden Vertragsauflösung mit Serdarusic, der eigentlich im Sommer Trainer in Mannheim werden sollte. Serdarusic soll in früheren Gesprächen erklärt haben, "von diversen Bestechungsversuchen und vollzogenen Bestechungen" zu wissen und "teilweise mitgewirkt" zu haben, heißt es. So soll er Mittelsmänner genannt haben, über die Schiedsrichter angesprochen worden seien.

Thema war bereits vom Tisch

Dem widerspricht jedoch eine Erklärung des Trainers an das Bundesliga-Präsidium (HBL) drei Tage zuvor. Darin hatte Serdarusic mitgeteilt: "Ich habe weder selbst an einer Spielmanipulation teilgenommen, noch beschuldige ich irgendjemanden vom THW Kiel, so etwas getan zu haben." Die HBL hatte das Thema bereits zu den Akten gelegt. In einer Erklärung am Mittwoch hatte es dazu geheißen, das Präsidium habe "alle Möglichkeiten der Befragung ausgeschöpft, die zur Sachverhaltsaufklärung beitragen können. Alle Befragten konnten keine tragfähigen Angaben machen oder Beweise vorlegen."

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