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Bestechungsaffäre: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Verantwortliche des THW Kiel

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Champions League  

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kieler Verantwortliche

09.03.2009, 09:45 Uhr | dpa, sid

Jetzt klärt die Staatsanwaltschaft die Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel auf. Die Behörde hat Ermittlungen gegen THW-Manager Uwe Schwenker eingeleitet. Grund sei der Verdacht der Untreue, teilte sie in Kiel mit. Gegen den früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic werde zudem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt.

"Der Anfangsverdacht hat sich Ende der Woche verdichtet", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Es sei noch nicht absehbar, wann mit ersten Ergebnissen gerechnet werden könne.

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Mehrere Gebäude durchsucht

Bereits am Sonntag hatten laut Wick Mitarbeiter des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Kiel mehrere Gebäude durchsucht - nach Informationen des Internetportals "Spiegel Online" die THW-Geschäftsstelle und einige Privatwohnungen. Einzelheiten wollte der Staatsanwalt nicht bestätigen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", betonte Wick. Allerdings gelte weiter die Unschuldsvermutung. "Wir sind noch weit weg von einer Verurteilung."

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Gesellschaftler stärken Schwenker den Rücken

Am Montagabend stärkten die Gesellschafter und der Beirat des THW Kiel nach einer Beratung mit Schwenker dem Manager den Rücken. "Nach eingehender Diskussion sind aber auch weiterhin keinerlei belastbare Fakten bekannt, die diese Gerüchte bestätigen. Damit stehen Gesellschafter und Beirat auch weiterhin vorbehaltlos hinter dem THW Kiel und seinem Management. Gleichwohl begrüßen wir ausdrücklich die Arbeit der Staatsanwaltschaft, um den Sachverhalt möglichst schnell aufzuklären", hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Schwenker erhält Urlaub

Unterdessen hat Manager Uwe Schwenker um Urlaub gebeten, der ihm auch gewährt worden ist. Schwenker wolle Gelegenheit haben, sich in vollem Umfang gegen die Anschuldigungen zu wehren, sagte Wegner. Schwenker sagte auch seine Teilnahme an der Champions-League-Tagung am Montag in Wien ab. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner neuesten Ausgabe, dass bei mindestens zehn THW-Spielen in der Champions League Schiedsrichter bestochen worden seien.

Löwen-Manager: "Serdarusic hat Gerüchte bestätigt"

Das Magazin beruft sich auf Informationen aus dem Umfeld der Rhein-Neckar Löwen. Diese hatten Mitte Februar das Engagement von Kiels ehemaligem Trainer Serdarusic in Mannheim beendet, bevor dieser seinen Dreijahresvertrag im Sommer antreten konnte. Serdarusic soll bei einem früheren Treffen mit Vertretern der Löwen die Mitwirkung an Bestechungen eingeräumt und auch Belege und Kontoauszüge aus der Zeit vor dem Champions-League-Finale 2007 gegen Flensburg präsentiert haben, teilweise als Casino-Belege getarnt. "Wir haben mit Serdarusic zusammengesessen und auch er hat Gerüchte bestätigt", sagte Löwen-Manager Thorsten Storm am Sonntag dem TV-Sender Eurosport.

Der Kündigung zuvorgekommen

Der Löwen-Manger bestätigte, dass die Mannheimer wegen der Vorwürfe den Vertrag mit Serdarusic kündigen wollten. "Da die Gerüchte von verschiedenen Seiten immer wieder kamen aus Kiel, haben wir gesagt: Das geht nicht", erklärte Storm. Serdarusic sei dem Verein jedoch zuvorgekommen und habe selbst um Auflösung des Kontrakts gebeten. Wegen der Affäre befürchtet Storm einen Imageschaden für seinen Sport. "In dieser ganzen Sache hat sich der ganze Handball nicht mit Ruhm bekleckert, alle nicht."

Löwen: "Wir haben niemanden angeklagt"

Storm betonte noch einmal: "Wir haben niemanden angeklagt. Es gibt einen Aufsichtsrat der HBL, der einen vertraulichen, persönlichen Brief geschrieben hat. Dieser Brief ist im Norden der Republik irgendwie in die Öffentlichkeit gekommen. Aber mit Sicherheit nicht durch Herrn Matheis (Beiratsvorsitzender der Rhein-Neckar Löwen, Anm. d. Red.). Da kann sich jetzt jeder seinen Reim drauf machen, wer davon einen Vorteil gehabt hat. Die Rhein-Neckar Löwen nicht."

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HBL sieht keine neue Entwicklung

Die Leitung der Handball-Bundesliga (HBL) sieht derzeit keinen Anlass zu weiteren eigenen Ermittlungen. Präsident Reiner Witte erklärte nach einer Telefonkonferenz des Präsidiums: "Wir werden keine weiteren Schritte einleiten. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass nach wie vor keine belastbaren Fakten vorliegen." Auch hätten sich die Zahlen nicht verändert, der Spiegel habe nur über Dinge berichtet, die bereits im Verlauf der Woche erörtert wurden.

"Weiterhin keine belastenden Unterlagen"

Auch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann erklärte, dass es zwar verschiedene Behauptungen, "aber weiterhin keine belastenden Unterlagen" gebe. Er versicherte: "Die Sache wird sicher nicht im Sand verlaufen." Bohmann bewertet den protokollierten Beschluss der Gesellschafter des Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen, in dem diese davon ausgehen, dass Schwenker und Serdarusic Schiedsrichter bestochen haben sollen, nicht als eindeutiges Belastungsmaterial. "Dieses Papier ist uns inzwischen vorgelesen worden. Wir haben es zur Kenntnis genommen, aber es ist kein Beweis", betonte Bohmann.

Unabhängiger Kontrollausschuss gefordert

Als Konsequenz wird innerhalb des Aufsichtsrats der Handball-Bundesliga die Bildung eines unabhängigen Kontrollausschusses erwogen, um in Zukunft mit Fällen wie den Manipulationsvorwürfen gegen Kiel besser umgehen zu können. "Wir müssen auch im Handball einen Kontrollausschuss à la DFB oder eine Schiedsgerichtsfunktion à la DOSB einrichten, um solche Fälle professioneller anzugehen", sagte Hans Peter Krämer, Aufsichtsrats-Mitglied des Ligaverbandes HBL. Krämer begrüßte die Aufklärungsarbeit der Kieler Staatsanwaltschaft. "Ich bin froh, dass Kiel jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, damit die Sache mit professionellen Mitteln angegangen wird."

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