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Handball: Bestechungsaffäre weitet sich aus

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Handball  

Der Korruptions-Skandal weitet sich aus

16.02.2010, 08:55 Uhr | dpa

Der Korruptions-Skandal im Handball weitet sich aus. (Foto: imago)Der Korruptions-Skandal im Handball weitet sich aus. (Foto: imago) Die Verbände machen ernst: Am Tag, als die Korruptions-Krise die WM-Ebene erreichte, ging die Europäische Handball-Föderation (EHF) in die Offensive. Nicht einmal 24 Stunden nach dem Deutschen Handballbund (DHB) leitete auch Europas Dachverband die Fahndung nach versuchter Bestechung von Schiedsrichtern ein. Am Dienstag verschickte der Verband an alle Unparteiischen und Delegierten aus den vergangenen vier Jahren Fragebögen.

"Wir gehen an die Basis. Das sind fünf Fragen, in denen wir um präzise Aufklärung bitten, was den Einzelnen begegnet ist. Das machen wir in Rasterform und werden es dann verfeinern. Wir setzen das parallel zum DHB um", sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer.


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Präsident erst spät informiert

Zuvor war der erste Bestechungsversuch außerhalb des Europacups bekannt geworden. Ein Sprecher des dänischen Verbandes DHF bestätigte, dass die Spitzen-Schiedsrichter Martin Gjeding und Mads Hansen im Sommer 2008 eine versuchte Bestechung vor dem WM- Qualifikationsspiel Rumänien gegen Montenegro gemeldet hatten. Sie hätten sich an den zuständigen Ausschuss gewandt, die Verbandsspitze sei laut Präsident Per Rasmussen jedoch erst jetzt, neun Monate nach dem Vorfall, informiert worden. "Es ist unhaltbar, dass wir erst jetzt informiert worden sind", wird Rasmussen in einer DHF-Pressemitteilung zitiert.

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30.000 Euro im Koffer

Wie die Zeitung "Jyllands-Posten" (Århus) berichtete, wurden den Unparteiischen nach eigenen Angaben im Juni 2008 je 30.000 Euro in einem Koffer geboten, um den Rumänen zu einem Sieg zu verhelfen. Sie hätten dies abgelehnt. "Ich kann dazu noch keine Stellungnahme abgeben", sagte Wiederer.

Zoll findet Riesensumme

Nach Aussage des EHF-Generalsekretärs werden nun anhand der Fragebögen etwa 4000 Spiele überprüft, an denen 300 Schiedsrichter und 150 Delegierte beteiligt waren. "Vier Jahre haben wir deshalb gewählt, um auch das besagte Spiel von Lemme/Ullrich erfassen zu können", sagte der Funktionär. Die vom Spielbetrieb suspendierten Magdeburger Referees Frank Lemme und Bernd Ullrich hatten einen Bestechungsversuch vor dem Final-Rückspiel im Europapokal der Cupsieger zwischen Medwedi Tschechow und BM Valladolid im April 2006 verschwiegen. Am Folgetag waren bei der Ausreise vom russischen Zoll 50.000 Dollar in Ullrichs Gepäck gefunden worden. Beide bestreiten, das Geld genommen und Spiele manipuliert zu haben.

Analysten prüfen Spiele

Am Montagabend hatte der DHB Lemme und Ullrich suspendiert und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen. Dazu gehört auch die Befragung aller Schiedsrichter, die in den letzten drei Jahren aktiv gewesen sind. Zudem wird ein Sachverständigen-Gremium unter anderem mit Männer-Bundestrainer Heiner Brand und seinem ehemaligen Frauen-Kollegen Armin Emrich eingesetzt, das von auffälligen Spielen unabhängige Analysen vornehmen soll. "Wir haben ähnliches bisher schon gemacht, nur praktikabel und nicht instrumentalisiert", sagte Wiederer. Bei Beschwerden von Clubs würden Analysten eingesetzt, die beurteilen würden, ob Schiedsrichter einfach nur schlecht waren oder tendenziös gepfiffen hätten.

Beschuldigte Schiris wehren sich

Unterdessen hat das Magdeburger Gespann Vorwürfe gegen die EHF gerichtet. Nach Meinung von Lemme und Ullrich würden Referees, die einen Bestechungsversuch melden, nicht mehr eingesetzt. "Wir wussten aus Gesprächen mit Kollegen, wie die EHF reagiert, wenn ein Bestechungsversuch angezeigt würde: Die Schiedsrichter wurden aus dem Verkehr gezogen, die betreffenden Vereine hingegen kamen ungeschoren davon", wird Bernd Ullrich in der "Magdeburger Volksstimme" zitiert. Wiederer wies die Vorwürfe vehement zurück: "Das ist absolut unrichtig."

Kiel kann aufatmen

Derweil konnten die Verantwortlichen beim THW Kiel vorerst aufatmen. Ein Bericht der EHF zur Analyse des gewonnenen Final-Rückspiels in der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg- Handewitt entlastete den Meister vom Verdacht der Spielmanipulation, weil keine Anhaltspunkte dafür gefunden wurden. "Dieses Ergebnis der EHF ist alles andere als überraschend für uns. Es bestätigt nur, was wir gesagt haben", betonte ein THW-Sprecher. Der Verband hatte nach einer Kontrolle der Partie dem polnischen Schiedsrichter-Gespann eine "harmonische Spielleitung" attestiert. Zudem zeuge die Ansetzung von 53 Referee-Gespannen aus 27 Ländern in weiteren 83 internationalen Begegnungen der Kieler zwischen 2000 und 2009 von Ausgewogenheit.

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