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Neuer Bestechungsvorwurf im Frauen-Handball

29.03.2010, 16:00 Uhr | sid

In der jüngsten Vergangenheit hat der Handball vor allem mit vermeintlichen Bestechungen Schlagzeilen gemacht. Ein neues Kapitel in der Enthüllungswelle kommt nun aus Frankreich: Der französische Schiedsrichter Laurent Reveret berichtete in der Sportzeitung "L'Equipe" über einen mutmaßlichen Bestechungsversuch nach dem ersten Champions-League-Finale der Frauen im Vorjahr zwischen Swesda Swenigorod und Hypo Niederösterreich (25:24).

"Auf dem Bankett nach dem Spiel hat mir ein Russe einen Umschlag mit vielen Euro gegeben. Ich habe den Umschlag aber umgehend zurückgegeben und den Europa-Verband EHF über den Vorgang informiert", sagte der Referee.

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Investition in die Zukunft?

Für Reveret war die Offerte nach Swenigorods Erfolg "der erste Versuch mit Geld. Mit hübschen Mädchen ist es vorher aber schon ein- oder zweimal passiert." Der Unparteiische hat für die bei Bestechungen eher unübliche Praxis der nachträglichen und praktisch stillschweigenden Einigung auch eine Erklärung: "Ich war ein junger Schiedsrichter. Vielleicht wollte man in mich investieren."

Deutsche Schiris im Fokus

Allerdings ist eine solche Vorgehensweise in Russland offenbar durchaus gängig. Denn auch nach dem Europacup-Finale 2006 zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid waren am Moskauer Flughafen im Gepäck des deutschen Schiedsrichters Bernd Ullrich, der das Endspiel mit seinem Kollegen Frank Lemme geleitet hatte, 50.000 Dollar gefunden worden. Pikant: Die Schiedsrichter des zweiten Endspiels in der Frauen-Champions-League 2008 in Wien (31:29 für Swenigorod) waren die Magdeburger Lemme/Ullrich.

Wiederholte Bestechungsversuche

Reverets Behauptungen rücken zum dritten Mal ein Europacup-Spiel im Frauen-Bereich ins Zwielicht. Zuvor hatten deutsche Schiedsrichter über Bestechungsversuche vor Partien des russischen Teams Lada Togliatti im Januar 2006 und März 2007 berichtet.

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