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Handball: Frisch Auf! Göppingen versprüht neuen Glanz

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Handball-Bundesliga  

Altmeister Göppingen versprüht neuen Glanz

24.10.2009, 14:39 Uhr | dpa, sid

Lars Kaufmann ist einer der Garanten für den Göppinger Höhenflug. (Foto: imago)Lars Kaufmann ist einer der Garanten für den Göppinger Höhenflug. (Foto: imago) Selten hat sich ein Trainer in seiner Mannschaft so getäuscht. Noch zwei Tage vor dem Auftakt der Handball-Bundesliga hatte Velimir Petkovic von Frisch Auf Göppingen einen "etwas holprigen" Saisonstart befürchtet und seinen Spielern fehlenden Biss vorgehalten.

Knapp zwei Monate später zeigt der Traditionsverein davon mehr als genug: Nach sechs Siegen in Serie finden sich die Süddeutschen mit 12:2 Punkten in der Liga überraschend auf dem dritten Platz wieder. Mittlerweile sagt Petkovic: "Ich bin sehr zufrieden."

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Spitzenspiel bei den Zebras

Wenn Frisch Auf Göppingen am Sonntag bei Rekordchampion und Spitzenreiter THW Kiel antritt, steht daher nicht nur ein Traditionstreffen, sondern ein echtes Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten und dem Ersten an. "Ich erwarte eine Göppinger Mannschaft, die sich mit allem wehrt", sagt Kiels Manager Uli Derad respektvoll, macht aber gleich mal klar: "Aber es wird trotzdem nicht zu einem Punktgewinn reichen."

Petkovic: "Wir sind bereit"

Göppingens Trainer Velimir Petkovic, der seit fünf Jahren auf der Kommandobrücke steht, bastelt allerdings bereits an einem ähnlichen Coup wie im März 2005, als man beim 33:33 einen Punkt aus der Ostseehalle entführte. "Irgendwann müssen die starken Gegner ja kommen, wir sind bereit dafür", sagt der gebürtige Bosnier mit einer großen Portion Selbstvertrauen, die parallel zum Punktekonto in der Bundesliga gewachsen ist.

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Lange 37 Jahre ohne Titel

Nach der Auftaktniederlage in Flensburg starteten die Göppinger eine Siegesserie mit doppelten Punktgewinnen gegen Hannover, Magdeburg, Düsseldorf und Lübbecke sowie in Berlin und Wetzlar. Dazu kamen zwei Siege im DHB-Pokal. Die ganz großen Gegner kommen für den EHF-Pokalteilnehmer zwar erst in den kommenden Wochen, doch bemerkenswert ist der Saisonstart für den neunmaligen deutschen Meister - der letzte Titel liegt allerdings schon 37 Jahre zurück - schon jetzt.

Kaufmann trifft am laufenden Band

Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung haben zwei prominente Neuzugänge, die Weltmeister von 2007, Lars Kaufmann und Michael Haaß. "Beide haben gezeigt, warum wir sie geholt haben", sagt Petkovic nach gerade mal sieben Spieltagen, "wir glauben an sie." Vor allem Kaufmann, in Lemgo zuvor nicht richtig auf die Beine gekommen, blüht bei den Schwaben auf der Königsposition im linken Rückraum richtig auf und ist mit 49 Toren derzeit zweitbester Torschütze der Liga. Kaufmann und Haaß stehen auch für das "deutsche Konzept" bei Frisch Auf, Nationalspieler wie Christian Schöne und Manuel Späth sind weitere deutsche Leistungsträger.

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Solides finanzielles Fundament

Sie alle wissen, was sie an Göppingen haben. Im Gegensatz zu anderen Bundesligisten gibt es bislang keinerlei Meldungen über finanzielle Probleme beim Klub (3,5 Millionen Etat). Geschäftsführer Gerd Hofele hat das Ruder Mitte der 90er übernommen und aus den sportlich bitteren und finanziell sehr problematischen Zeiten der Zweitklassigkeit 2001 wieder in die Bundesliga geführt. Mehrere Jahre schon ist Göppingen nun sogar schuldenfrei.

Rückkehr in die Heimat

Seit dieser Saison darf die Mannschaft, deren innere Geschlossenheit immer wieder betont wird, nach anderthalb Jahren im Stuttgarter Exil wieder in der frisch renovierten Heimhalle vor bis zu 5600 Zuschauern spielen. Die Fans dankten mit einem neuen Dauerkartenrekord in dieser Saison. Auch Handball-Legende Bernhard Kempa, Symbol der frühen Göppinger Erfolge, sitzt noch heute bei Heimspielen auf seinem Platz.

Petkovic: "Wir kämpfen wie die Löwen"

Und so ist Trainer Petkovic, der Nationalmannschafts-Regisseur Michael Kraus in Göppingen hervorbrachte, selbst vor der Reise zur Übermannschaft nach Kiel nicht bange. "Meine Jungs kämpfen wie die Löwen, und gegen die Weltklassemannschaft des THW können wir ohne Druck aufspielen", sagt er mit Stolz.

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