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Frauen-Handball: Skandal-Trainer Prokop tritt nach Foul zurück

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Skandal-Trainer Prokop tritt nach Foul zurück

03.11.2009, 16:36 Uhr | dpa, sid

Handball-Trainer Gunnar Prokop wirft nach seinem Foul an der Gegnerin das Handtuch. (Foto: imago)Handball-Trainer Gunnar Prokop wirft nach seinem Foul an der Gegnerin das Handtuch. (Foto: imago) Handball-Trainer Gunnar Prokop ist nach seinem Skandal-Foul in der Champions League der Frauen als Coach von Hypo Niederösterreich zurückgetreten. "Ich habe mein Traineramt bereits zurückgelegt und werde versuchen, diese Situation mit einem Psychologen aufzuarbeiten", teilte Prokop auf der Internetseite des Vereins mit.

Prokop war in der vergangenen Woche im Spiel gegen Metz beim Stand von 27:27 zehn Sekunden vor Schluss aufs Spielfeld gestürmt, um einen Gegenstoß der Französinnen mit vollem Körpereinsatz zu stoppen, und foulte dabei die Metzer Spielerin Svetlana Ognjenovic. Prokop wurde per Roter Karte umgehend des Feldes verwiesen.

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Skandal Trainer foult Spielerin

Emotionale Kurzschlusshandlung

Nun schrieb der 69-Jährige von einer "unentschuldbaren Fehlreaktion" und "unverzeihlichen Situation". Prokop bezeichnete seine Aktion als Kurzschlusshandlung in einem emotional aufgebrachten Moment: "Möglicherweise lässt sich diese Reaktion psychologisch begründen, mir selbst fehlt - aus heutiger, distanzierter Sicht - jede Nachvollziehbarkeit. Es tut mir mehr als leid."

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Schon öfter unangenehm aufgefallen

Zu allem Überfluss hatte Prokop die Stätte des Skandals mit breitem Grinsen im Gesicht verlassen. "Das so genannte Lachen im Nachhinein war offensichtlich das verlegene Lächeln des sich seiner Schuld bewussten Missetäters, der selbst keine Begründung seines Fehlverhaltens geben kann", versuchte Prokop sich nun an einer Erklärung. Sein Ziel hatte der Coach, der in der Vergangenheit schon mehrfach unangenehm aufgefallen ist, in jedem Fall erreicht: Das Spiel endete Unentschieden.

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Genug Missetaten für lebenslange Sperre

"Ehe ich das Spiel verliere, muss ich die Rote Karte riskieren. Taktisch war es völlig richtig, es bestand keine Verletzungsgefahr", hatte Prokop unmittelbar nach Spielschluss gesagt. Sportdirektor Jan Hansen, mit den Däninnen von Aalborg DH ebenfalls Gruppengegner von Niederösterreich, sah das etwas anders: "Es ist an der Zeit, dass er mal länger gesperrt wird. Er hat genug für lebenslänglich beisammen."

EHF suspendiert Prokop

Der Europäische Handball-Verband suspendierte Prokop inzwischen von seinen Ämtern innerhalb der EHF. Prokop darf damit vorerst nicht mehr als Vorsitzender und Mitglied des "Women's Club Committee" fungieren. "Diese Suspendierung hat solange Gültigkeit, bis ein Urteil im Rechtsfall vorliegt", sagte EHF-Spielbetriebsleiter Markus Glaser der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Dem Österreicher drohen eine Sperre und Geldstrafe. Das Strafmaß ist "grundsätzlich nach oben hin offen", hatte Glaser angekündigt. Zuvor hatte Prokop dem Verband den Verzicht auf seine EHF-Ämter angeboten.

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