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THW Kiel bleibt hinsichtlich der Betrugsanklage aus Flensburg gelassen

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Handball - Bundesliga  

Kieler fichten Vorwürfe und Anklagedrohung nicht an

01.02.2010, 16:14 Uhr | dpa, sid

Für den THW Kiel könnte der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ein teures Nachspiel haben. Nach der Anklageerhebung gegen die früheren THW-Erfolgsgaranten Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic verdichten sich die Anzeichen, dass Kiels Nordrivale SG Flensburg-Handewitt Regressforderungen an den Rekordmeister stellen wird. "Es deutet viel darauf hin, dass es eine Schadenersatzklage geben wird", sagte Flensburgs Anwalt Thomas Summerer. Hierbei gehe es um eine "beträchtliche sechsstellige Summe".

"Ich glaube, dass man in Flensburg ganz andere Probleme hat. Die wären gut beraten, sich um ihre Dinge zu kümmern", kommentierte Schwenkers Nachfolger als Manager in Kiel, Uli Derad. Der 44-Jährige spielt damit auf weitere Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft an, wonach gegen den SG-Präsidenten Frerich Eilts wegen Bestechlichkeit und besonders schwerer Untreue ermittelt wird. Insofern sieht sein Klub auch keine Notwendigkeit, nervös zu werden. "Natürlich würden wir uns das auch anders wünschen, aber wir können es nicht ändern. Wir versuchen, uns auf den Sport zu konzentrieren."

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Die Vorwürfe bleiben

Dem THW wird vorgeworfen, während der Amtszeit von Ex-Manager Schwenker und Ex-Trainer Serdarusic mindestens zehn Champions-League- Partien manipuliert zu haben, darunter das Finale 2007 gegen die SG. "Wir gehen davon aus, dass die Vorwürfe zutreffen", sagte der Münchner Sportrechtler Summerer. Schwenker und Serdarusic, denen bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe drohen, haben die Vorwürfe der Schiedsrichterbestechung bislang stets bestritten.

Flensburgs Anwalt sieht "stichhaltige Indizien"

Summerer allerdings spricht von "stichhaltigen Indizien" in den Akten, die angeblich darauf hinweisen, dass das Endspiel manipuliert wurde. Allein an Prämien hatte der THW damals mehr als 500.000 Euro eingestrichen. Für ihn sei wichtig, dass die Staatsanwaltschaft Kiel gegen die früheren THW-Macher nicht nur Anklage wegen Untreue erhoben habe, sondern auch wegen Betrugs, sagte Summerer. Denn zum Betrug gehöre immer ein Schaden, der in diesem Fall der "Wettbewerbsverzerrung" eindeutig bei seinem Mandanten liege: "Der THW hat 2007 Sponsoreneinnahmen und Siegprämien eingestrichen und davon langfristig profitiert. Hinzu kommt die dadurch gestiegene Siegermentalität der Kieler. Das liegt der SG schwer im Magen."

Eilts weist seinerseits Anschuldigungen zurück

Hinzu kommt, dass Eilts als früherer Vorstandsvorsitzender der Flensburger Sparkasse einem Makler Immobilien aus Kreditabwicklungsfällen der Sparkasse verschafft haben soll. Die Staatsanwaltschaft vermutet einen Zusammenhang mit einem Werbevertrag des Immobilienmaklers zu Gunsten des Flensburger Bundesligisten. Eilts wies die Vorwürfe aber zurück und forderte stattdessen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens. "Nach erfolgter Akteneinsicht hat mein Anwalt hierzu ausführlich Stellung genommen und die Einstellung des Verfahrens beantragt", sagte Eilts dem "Flensburger Tageblatt"

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Kiel weiß nichts von belastendem Material

Neben Derad reagierte such Kiels Aufsichtsratsvorsitzender Klaus-Hinrich Vater gelassen auf die jüngsten Entwicklungen. Bei ihm komme keine Unruhe auf, so Vater. "Nach meinem Wissensstand gehe ich davon, dass gegen den THW nichts Belastbares rauskommt." Zu den möglichen Forderungen des norddeutschen Bundesliga-Kontrahenten sagte er: "Die Flensburger müssen das tun, was sie für richtig halten."

Schwenker wartet Anklageschrift ab

Als nächstes werden sich die Gremien des THW zusammensetzen und mit den Anwälten beraten. Der Inhalt der Anklageschrift ist dem Klub noch nicht bekannt. Auch Uwe Schwenker war zunächst noch nicht informiert. "Ich muss abwarten, was in der Anklageschrift steht", sagte er den "Kieler Nachrichten" und fügte an: "Klar, dass mich das berührt."

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Entschuldigung des Gerichts

In der Manipulationsaffäre geriet auch das Kieler Landgericht in Kritik. Nachdem Schwenker und Serdarusic erst durch die Medien von der Anklageerhebung erfahren hatten, entschuldigte sich das Gericht für diesen Fauxpas. Man bedaure dies sehr, hieß es. Das Gericht reagierte damit auf die Kritik von Schwenkers Anwalt Harald Riettiens, der dem Kieler Gerichtssprecher "einen schweren Verfahrensfehler" vorgeworfen hatte.

Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung weiter unklar

Ob die 5. Große Strafkammer tatsächlich ein Verfahren gegen Schwenker und Serdarusic eröffnet, entscheidet sich in den kommenden ein bis drei Monaten. So lange will vorerst auch der für die Champions League zuständige Europäische Handball-Verband (EHF) warten. "Allein aus der Ankündigung, dass Anklage erhoben wird, lässt sich inhaltlich nichts ablesen. Wir werden nun erneut Akteneinsicht beantragen und gehen davon aus, dass wir alle Infos erhalten werden, die wir brauchen", sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer.

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