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Handball: Bundestrainer Brand nimmt seinen Kapitän in die Pflicht

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Handball - Nationalmannschaft  

Brand nimmt seinen Kapitän in die Pflicht

06.04.2010, 13:22 Uhr | dpa, dpa

Handball: Bundestrainer Brand nimmt seinen Kapitän in die Pflicht.

Gesprächsbedarf: Heiner Brand (rechts) kritisiert Michael Kraus. (Foto: imago)

Heiner Brand hat seinen nach der enttäuschenden EM in die Kritik geratenen Kapitän Michael Kraus in die Pflicht genommen und zu mehr Professionalität aufgefordert. Für die weitere Entwicklung des 26-Jährigen vom Bundesligisten TBV Lemgo sei entscheidend, "dass er für sich selbst vernünftige Entscheidungen trifft und sich nicht von jedem beeinflussen lässt", sagte der Bundestrainer dem "Handball-Magazin".

Kraus müsse einen klaren Weg finden, stellte der Nationalcoach weiter fest.

"Er hat sich nicht professionell verhalten"

"Dass er sich nach Spielen in Lemgo ins Auto gesetzt hat, ein paar hundert Kilometer nach Göppingen gefahren ist und dort den Rest des Wochenendes verbracht hat, hat sicher nicht zur Stabilisierung seiner Leistung und zur Gesunderhaltung seines Körpers geführt", kritisierte Brand, der auf dieses Verhalten auch die vielen Verletzungen von Kraus zurückführt. "Er hat sich nicht so professionell verhalten, wie das eigentlich sein sollte."

Für viele ist Kraus überfordert

Kraus war nach schwachen Leistungen bei der Europameisterschaft im Januar in die Schusslinie geraten. Fachleute, darunter auch ehemalige Mitstreiter, sahen den gebürtigen Göppinger im Kapitänsamt überfordert. Auch Brand hält eine Ablösung von Kraus für denkbar. "Ich werde das mit ihm abklären. Die Rolle darf für ihn nicht zu einer Belastung werden", erklärte der Bundestrainer, der seinen Noch-Kapitän aber auch in Schutz nahm: "Michael war nicht in Form, weil er im Dezember verletzt war. Er hätte eigentlich eine Pause machen müssen, aber er hat immer weiter gespielt."

Keine Sorgen um die eigene Person

Sorgen um sein eigenes Renommee macht sich Brand nach Platz zehn bei der EM im Januar, dem schlechtesten EM-Abschneiden einer deutschen Mannschaft überhaupt, nicht. "Mir oder anderen muss ich nichts mehr beweisen. Ich habe einen Status und werde nicht so schnell angegriffen. Den habe ich mir über viele Jahrzehnte erarbeitet", meinte Brand, der immer wieder betont, dass der Weltmeister von 2007 derzeit kein Top-Team ist. "Ich habe unsere Probleme kommen sehen und sehe auch in der Zukunft Gefahren. Wir haben noch keine Spitzenmannschaft, und ich kann auch nicht versprechen, dass dies in ein, zwei Jahren der Fall sein wird", erklärte der Bundestrainer.

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