Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Handball >

DHB-Team kommt mit blauem Auge davon

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

DHB-Team kommt mit blauem Auge davon

29.11.2010, 12:56 Uhr | Aus Göppingen berichtet Arne Henkes, t-online.de

. Adrian Pfahl beim Wurf. (Foto: imago)

Adrian Pfahl beim Wurf. (Foto: imago)

Seit Jahren predigt Heiner Brand, dass der enge Terminplan der Klubwettbewerbe seiner Nationalmannschaft das Wasser abgräbt. Einen erschreckenden Beleg für die These des Bundestrainers lieferte die DHB-Auswahl mit dem mehr als glücklichen 26:26 (8:14) gegen Österreich. Ein Gegner, den man vor noch nicht allzu langer Zeit in die Kategorie "Pflichtsieg" einsortiert hätte, führte den Weltmeister von 2007 mit einfachen Mitteln und einem zugegebenermaßen überragenden Torhüter Nikola Marinovic phasenweise vor und ging mit einem Sechs-Tore-Vorsprung in die Kabine.

"Die erste Halbzeit war unterirdisch", kommentierte Horst Bredemeier gegenüber t-online.de den schwachen Auftritt des DHB-Teams in der EWS-Arena von Göppingen. "Wir müssen mit diesem Punkt mehr als zufrieden sein", führte der DHB-Vizepräsident weiter aus. Das Glück, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein, war der gesamten deutschen Delegation anzusehen. Verfolgen Sie die Handball WM 2011 bei t-online.de.

Heiner Brand sieht das Positive

Pascal Hens, Michael Kraus, Sebastian Preiß, Torsten Jansen, Lars Kaufman und Michael Müller standen Brand nicht zur Verfügung, als Ausrede wollte er dies aber nicht gelten lassen. "Die Mannschaft, die heute gespielt hat, kann und muss besser spielen". Auch dem 58-Jährigen war die Erleichterung darüber, dass der totale Fehlstart in die EM-Qualifikation vermieden wurde, dennoch deutlich anzumerken. "Das Positive ist, dass die Mannschaft trotz der vielen Rückschläge - und es waren verdammt viele Rückschläge - immer wieder probiert hat das Spiel zu drehen".

Sport 
THW Kiel führt Ahlen vor

Die noch sieglose HSG Ahlen-Hamm kommt gegen den Meister unter die Räder. Video

Immer wieder probiert hat es auch Brand. Von der Bank aus, mit den Mitteln, die einem Trainer gegeben sind. Bereits nach wenigen Minuten nahm er eine Auszeit, redete auf seine verunsicherte erste Sieben ein. Schnell zeichnete sich ab, dass die Ansprache nicht gefruchtet hatte, also versuchte er, das labile Angriffsgefüge mit ungewohnt vielen Wechseln zu stabilisieren. Stefan Kneer ersetzte nach wenigen Minuten Sven-Sören Christophersen im linken Rückraum, Martin Strobel übernahm die Mitteposition für den in den Anfangsminuten völlig indisponierten Michael Haas, Manuel Späth rückte für Jakob Heinl an den Kreis. Doch all diesen Wechseln war wenig bis gar kein Erfolg beschieden. Das Spiel blieb geprägt von Abstimmungsproblemen, daraus resultierenden Fehlpässen und schwachen Abschlüsse.

Glandorf seiner größten Stärke beraubt

Lediglich die Hereinnahme von Adrian Pfahl für den vollkommen neben sich stehenden Holger Glandorf zeigte Wirkung. Der Gummersbacher sorgte aus langen Kreuzbewegungen heraus für Torgefahr und war es schließlich auch, der der Mannschaft mit seinem siebten Treffer wenige Sekunden vor Schluss den wichtigen Punkt rettete und die totale Blamage verhinderte. Rätsel gibt hingegen die Verfassung von Glandorf auf. Dem Lemgoer, weltweit einer der besten im rechten Rückraum, gelang fast gar nichts. Immer wieder rannte sich der 27-jährige in der österreichischen Defensive fest und konnte die Mannschaft als Kapitän nicht wachrütteln. "Gegen die kompakte 6:0-Abwehr haben sich die Jungs schwer getan, weil sie immer nur quer gelaufen sind und nicht Richtung Tor", beschreibt Christian Schwarzer gegenüber t-online.de das Dilemma des deutschen Rückraums, das vor allem Glandorfs Stärken zu einer stumpfen Waffe werden ließen.

Die Mannschaft von Brand lebt seit jeher davon, die vorgeschriebenen Abläufe, die für jeden Spieler in einer Art Buch festgehalten sind, präzise umzusetzen und mit dieser kollektiven Stärke, individuelle Schwächen auszugleichen. Dass sich diese Präzision bei immer kürzer werdenden Vorbereitungszeiten kaum aufrechterhalten lässt, daraus macht im DHB-Lager keiner einen Hehl. "Eine Mannschaft wie wir, braucht Training. Wir bräuchten einfach mal eine Woche nur Training, damit diese Automatismen wieder greifen. Aber das ist nicht gegeben", stärkt Bredemeier die Forderungen Brands.

Der Bundestrainer bleibt stur

Doch viel Zeit bleibt dem Tüftler Brand vor der WM im Januar in Schweden nicht mehr. Gerade erst fiel ein geplantes Kurz-Trainingslager im November dem Bundesliga-Spielplan zum Opfer. So bleibt nur das Hoffen auf die Rückkehr der angeschlagenen Spieler, die dem Spiel mit ihrer Erfahrung sicher gut tun, aber auch ein Hens oder Kraus sind darauf angewiesen, auf funktionierende Abläufe zurückgreifen zu können.

Ein Spieler, der das Spiel mit seinen individuellen Stärken in Angriff und Abwehr beleben könnte, bleibt hingegen wohl weiter außen vor: Christian Zeitz. Der Kieler spielt derzeit in der Form seines Lebens, seinen voreiligen Rücktritt 2008 aus der Nationalmannschaft nimmt Brand dem enfant terrible aber nach wie vor übel. "Meine Information ist ja nur, dass er nicht mehr will. Von daher habe ich über das Thema nicht mehr nachgedacht", sagt Brand süffisant zu der Personalie Zeitz. Der prinzipientreue Bundestrainer will nicht über seinen Schatten springen, er erwartet eine Reaktion des eigenwilligen 30-Jährigen. Dass dieser dem EM-Zehnten gut zu Gesicht stehenden würde, davon ist auch Schwarzer überzeugt. "So wie er im Moment spielt, ist er der beste Halbrechte in der Bundesliga".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal