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TBV Lemgo: Verfall eines Handball-Klubs

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Der TBV Lemgo versinkt im Mittelmaß

23.11.2010, 13:20 Uhr | sid, sid

TBV Lemgo: Verfall eines Handball-Klubs. Schwere Zeiten beim TBV Lemgo. (Foto: imago)

Schwere Zeiten beim TBV Lemgo. (Foto: imago)

Der TBV Lemgo hat den Anschluss an die Top-Teams der Handball-Bundesliga verloren und muss seine Leistungsträger an die zahlungskräftige Konkurrenz abgeben. Die Zeiten, als die Ostwestfalen als "TBV Deutschland" den Kern der Nationalmannschaft bildeten, sind vorbei.

Der EHF-Cupsieger richtet sich neu aus und schraubt seine eigenen Ansprüche dabei zurück. "Die Champions League ist mittelfristig nicht realistisch", sagt Geschäftsführer Volker Zerbe: "Unsere Zielsetzung bleibt jedoch die, an einem europäischen Wettbewerb teilzunehmen." Der 42-Jährige hat die erfolgreichste Zeit in Lemgo selbst noch miterlebt. 1997 wurde der Klub erstmals deutscher Meister, 2003 wiederholte er den Triumph und sorgte mit der perfekt praktizierten schnellen Mitte bei den Gegnern für Angst und Schrecken. Der TBV stellte sechs Akteure der Nationalmannschaft, die bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Silbermedaille gewannen. Doch die goldenen Zeiten sind erst einmal vorbei, die Zukunft ist trist.

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Etat verkleinert, Stars abgegeben

Mit 12:12 Punkten nach zwölf Spielen befindet sich der TBV im Niemandsland der Tabelle. Der Zuschauerschnitt liegt derzeit nur bei 3681 Fans (Vorjahr: 4963), schon vier Heimspiele gingen verloren. Die Stars kehren dem Verein den Rücken. 2009 wechselte Lars Kaufmann nach Göppingen, vor dieser Saison verließen in Spielmacher Michael Kraus (HSV Hamburg) und Abwehrchef Daniel Kubes (THW Kiel) weitere Leistungsträger den Verein. Im kommenden Sommer geht in Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) ein weiterer Nationalspieler. Nach wie vor habe der TBV aber die Philosophie, jungen, deutschen Spielern die Möglichkeit zu bieten, sich top zu entwickeln, so Zerbe.

Es werden allerdings nicht mehr die deutschen Spitzenspieler sein. Bereits vor dieser Saison musste der Etat um rund 1,2 Millionen Euro reduziert werden. Der Hauptsponsor und Mehrheitsgesellschafter (Heristo AG) will zudem kürzer treten. "Wir wollen den TBV auf eine breitere Basis stellen. Um auch unserer Zielsetzung in Zukunft gerecht zu werden, müssen wir die Kräfte bündeln", sagt Zerbe. Der Geschäftsführer weiß aber auch, dass Lemgo mit den Top-Klubs der Liga Kiel, Hamburg und den Rhein-Neckar Löwen wirtschaftlich nicht mithalten kann. "Es gibt eine Veränderung in der Sportlandschaft. Die drei großen Vereine sind dem Rest der Liga derzeit enteilt", sagt Zerbe ernüchtert.

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