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Handball-EM: Entsetzen bei den deutschen Handballfrauen

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Entsetzen bei den deutschen Handballfrauen

03.01.2012, 14:03 Uhr | dpa, dpa

Handball-EM: Entsetzen bei den deutschen Handballfrauen. Die "Zombies" von Larvik: Deutschlands Handball-Frauen. (Foto: imago)

Die "Zombies" von Larvik: Deutschlands Handball-Frauen. (Foto: imago)

Ratlosigkeit und Niedergeschlagenheit, Entsetzen und Leere - die deutschen Handballerinnen stehen nach dem ersten EM-Vorrunden-Aus der Geschichte vor einem Scherbenhaufen. Bundestrainer Rainer Osmann sprach gleich nach der 23:33-Pleite gegen die Ukraine von "personellen Konsequenzen". Ob er damit sich selbst oder einen radikalen Umbruch in der Mannschaft meinte, ließ er zunächst offen. "Diese Leistung ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Unerklärlich, unfassbar", sagte Osmann, dem das Entsetzen ins Gesicht geschrieben war. Das Wort Rücktritt nahm er nicht in den Mund.

Noch nie hatte eine deutsche Frauen-Mannschaft seit Einführung der EM 1994 eine Hauptrunde verpasst. "Ich bin geschockt, das ist eine echte Katastrophe", sagte Osmann und betonte: "Die gesamte Europameisterschaft war ein Schaden für den deutschen Handball. Und die Partie gegen die Ukraine war eine einzige Demontage." Die völlig überforderte Kreisläuferin Anja Althaus klagte: "Wir haben 60 Minuten lang wie Zombies auf dem Feld gestanden."

Althaus: "Der absolute Tiefpunkt"

In Larvik platzte der Medaillen-Traum wie eine Seifenblase. "Keine hat auch nur ansatzweise ihre Form abgerufen, keine", sagte Spielführerin Nina Wörz nach zwei Niederlagen in drei Spielen. Wörz konnte auf der Mitte-Position keine Akzente setzen. Das Debakel gegen die Ukraine ist deshalb so erschreckend, weil sogar eine Niederlage mit sieben Toren noch für das Weiterkommen gereicht hätte. Althaus hatte Tränen in den Augen: "Das ist der absolute Tiefpunkt meiner Karriere."

In allen drei EM-Spielen blieben die Deutschen ihr Leistungsvermögen schuldig. Abgesehen von den Torhüterinnen - im Ukraine-Spiel glänzte die Leipzigerin Katja Schülke - war es ein kollektiver Totalausfall. Gerade die Routiniers wie Rekordnationalspielerin Grit Jurack, Althaus oder Wörz blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück und konnten die Mannschaft nicht führen. "Kurz vor Schluss, als wir mit acht Toren hinten lagen, zitterte allen die Hand. Egal, ob eine Spielerin 290 Länderspiele auf dem Buckel hat oder zehn", sagte die 33-jährige Jurack, die sich um ihre persönliche Zukunft im Nationalteam noch keine Gedanken gemacht hat. "Warum soll ich jetzt aufhören? Ich will jetzt erst einmal nach Hause zu meinem Sohn Lukas."

Jeder mit sich selbst beschäftigt

Dass man überheblich in die entscheidende Partie gegangen sei, wies Jurack zurück. "Dazu gab es nach den beiden schwachen Partien überhaupt keinen Grund. Das Gegenteil war der Fall: Jede war viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt." Wie sicher man von einem Weiterkommen ausgegangen war, verdeutlichte auch die Tatsache, dass die Teamleitung in der Nacht zum Samstag hektisch versuchte, Rückflüge zu organisieren. Auf das Aus war niemand vorbereitet.

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