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Handball-Exot Bahrain ist erstmals bei einer WM dabei

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Bahrain ist zum Lernen da

15.01.2011, 12:25 Uhr | dpa, t-online.de, t-online.de, dpa

Handball-Exot Bahrain ist erstmals bei einer WM dabei. Ali Merza im Spiel gegen Spanien (Foto: dpa)

Ali Merza im Spiel gegen Spanien (Foto: dpa)

Aus 300 Spielern kann Ulrik Kirkely wählen. Klingt viel, quasi nach Qual der Wahl. Aber das ist nicht der engere Kreis potentieller Nationalmannschafts-Kandidaten, das sind alle in Bahrain aktiven Handballer. Diese Tatsache macht es für Kirkely, den dänischen Trainer Bahrains, nicht gerade einfach, eine halbwegs konkurrenzfähige Nationalmannschaft zu stellen. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es 15 Mal so viele Vereine wie in Bahrain Spieler. Aber der Handball-Zwerg ist trotzdem erstmals bei einer WM dabei und hat damit schon alles erreicht. Die Niederlage gegen Spanien zum Auftakt blieb im erträglichen Rahmen (22:33), am Sonntag wartet Deutschland (ab 16.15 Uhr im Live-Ticker von t-online.de).

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Bahrain hat nur eine Million Einwohner und ist mit einer Größe von 700 Quadratkilometern das kleinste Land, das es je zu einer WM geschafft hat. Es gibt genau eine Liga mit zwölf Klubs, zudem einen Pokalwettbewerb.

Spielen und arbeiten

Für die Bahrainis, die im selben Hotel wie das DHB-Team wohnen, wird es ein Treffen mit ihren sportlichen Vorbildern. "Wir schauen schon, wie sie sich auf ein Spiel vorbereiten und versuchen, es auch so zu machen", sagt Kapitän Saeed Jahwer in der "Südwest-Presse". Sich Dinge abschauen, lernen - das ist das Hauptziel des Außenseiters bei dieser WM, der mit dem in Dubai aktiven Jaffar Abdul Qader nur einen Profi im Aufgebot hat. Rund 1500 Euro bekommen die Spieler bei ihren Vereinen, daneben gehen sie arbeiten.

Spektakulär war die Art und Weise, wie Bahrain das Ticket nach Schweden gelöst hat: Im Halbfinale der Asien-Meisterschaft stand es Sekunden vor dem Ende gegen Saudi-Arabien unentschieden. Jahwer kam am eigenen Kreis an den Ball und feuerte ihn quer durch die Halle über den verdutzten saudi-arabischen Keeper hinweg ins Tor. 26:25, Ende, Bahrain war qualifiziert, das kleine Handball-Wunder perfekt.

Mit 47 Jahren bei einer WM

Jahwer hat sich damit selbst zum Karriere-Ausklang den Höhepunkt beschert. Er ist 39 Jahre alt - und damit sieben Jahre jünger als Torwart Mohamed Ahmed - und wird nach dem Turnier aufhören. "Wir sind sehr stolz darauf, dass wir hier sein dürfen und gegen die besten Spieler der Welt spielen", sagt Jahwer. Und das Ziel: "Wir hoffen, dass wir ein oder zwei Spiele knapp gestalten können", sagt Kirkely.

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