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Kieler Prozess: Was wusste Zeuge Storm wirklich?

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Kieler Prozess: Zeuge Storm gerät unter Druck

22.11.2011, 17:54 Uhr | dpa

Kieler Prozess: Was wusste Zeuge Storm wirklich?. Gerät unter Druck: Was wusste Thorsten Storm wirklich? (Quelle: imago)

Gerät unter Druck: Was wusste Thorsten Storm wirklich? (Quelle: imago)

Kehrtwende im Kieler Handball-Prozess: Der eigentliche Zeuge Thorsten Storm ist nun selbst ins Wanken geraten. Am elften Verhandlungstag geriet der Geschäftsführer der Rhein Neckar-Löwen in Erklärungsnöte und verließ konsterniert den Saal 232 des Landgerichts Kiel. Die Verteidigung des Ex-THW-Managers Uwe Schwenker hatte zuvor erklärt, Storm habe die Bestechungsgerüchte als Erpressungsversuch nutzen wollen und ihn daraufhin mit einer Aussage seines Vaters konfrontiert.

Storm senior hatte bei der Polizei ausgesagt, sein Sohn habe ihm Mitte oder Ende Januar 2009 erzählt, der THW Kiel habe da "irgendwo eine Leiche im Keller". Man könne die Spieler Nikola Karabatic und Vid Kavticnik womöglich "für umsonst kriegen". Storm reagierte verblüfft. "Das glaube ich nicht", sagte der 47-Jährige kopfschüttelnd.

Verhandlungen mit Spielern im Blickpunkt

Diese Aussage stützt die Version der Verteidigung Schwenkers, Storm habe die Gerüchte um angebliche Manipulation gezielt eingesetzt, umso THW-Star Karabatic womöglich kostenlos nach Mannheim zu lotsen. Laut Gerüchten sollen Schwenker und der frühere THW-Trainer Zvonimir Serdarusic das Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung manipuliert haben. Schwenker wie auch Serdarusic bestreiten die Vorwürfe. Die Anschuldigungen wurden Anfang 2009 bekannt.

Der THW Kiel hatte am 25. Januar 2009, als sich Storm, ein Löwen-Anwalt, Schwenker und THW-Gesellschafter Georg Wegner getroffen hatten, 3,5 Millionen Euro Ablöse für beide Profis verlangt. Die Spieler hatten zuvor erklärt, Trainer Serdarusic, der bei den Löwen einen Vertrag von Juli 2009 an besaß, nach Mannheim folgen zu wollen.

Storm kann sich an wichtige Details nicht mehr erinnern

Wie schon am Vortag bestritt Storm energisch, die Manipulations-Vorwürfe als Druckmittel eingesetzt zu haben. Weil ihm aber bewusstgeworden sei, dass die Transferverhandlungen mit einer Erpressung in Verbindung gebracht werden könnten, habe er den Löwen-Anwalt Christian Wiegert hinzugezogen, berichtete er.

Die Glaubwürdigkeit des Zeugen wurde von der Verteidigung stark angezweifelt. Denn Storm konnte sich zum Beispiel nicht erinnern, wann genau er das erste Mal von den Bestechungsvorwürfen erfahren hatte. Er behauptete aber, nicht schon vor dem Vertragsschluss mit Serdarusic am 29. Dezember 2008 konkrete Informationen gehabt zu haben. Demgegenüber steht, dass Storm schon am 23. Dezember 2008 am Rande eines Spiels in Flensburg erklärt hatte, dass "in Kiel bald eine Bombe" platze. Fortgesetzt wird der Prozess am 30. November mit der Befragung des Zeugen Wiegert.

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