01.05.2012, 21:53 Uhr | sid
Auch der SC Magdeburg kann Kiel nicht stoppen. Die Nordlichter krönen eine optimale Saison.
Der THW Kiel ist erneut deutscher Handball-Meister. Die Schleswig-Holsteiner sicherten sich den Titel bereits fünf Spiele vor Saisonende mit einem 32:27 gegen den SC Magdeburg. Mit 17 Titeln sind die Kieler deutscher Rekordmeister.
In dieser Bundesliga-Saison haben sie noch nicht einen Punkt abgegeben und führen die Tabelle mit 58:0 Punkten an. Der erste Verfolger, die SG Flensburg-Handewitt, hat elf Minuspunkte mehr, der Dritte Füchse Berlin schon zwölf.
Zu den ersten Gratulanten gehörte Martin Schwalb, Trainer und Präsident des abgelösten Titelträgers HSV Hamburg. "Alfred Gislason und seine Mannschaft haben bisher eine sensationelle Saison gespielt, und der Titel ist natürlich absolut verdient", sagte Schwalb, der mit seinem Team im vergangenen Jahr vorübergehend in die Phalanx des THW eingebrochen war und die Kieler nach zuvor sechs Meistertiteln in Folge vom Thron gestoßen hatte. "Was die Kieler in dieser Saison leisten, ist einmalig. Ich kann mir gut vorstellen, dass am Ende sogar die Null steht", sagte Bundestrainer Martin Heuberger: "Für die kommende Saison wünsche ich mir aber wieder mehr Konkurrenz und mehr Spannung. Es schadet der Attraktivität der Liga, wenn eine Mannschaft praktisch schon nach der Hinrunde als Meister feststeht."
Schon am kommenden Wochenende wollen sich die Kieler Handballer beim Final-Four im DHB-Pokal den nächsten Titel sichern. Ende Mai steigt dann das Finalturnier in der Champions League in Köln. Effektiv, dominant und unersättlich - auch der SC Magdeburg bekam die Überlegenheit des neuen Meisters zu spüren. Zwar hielt die Mannschaft von Trainer Frank Carstens die Partie zunächst offen - nach 28 Minuten stand es 13:13 - doch dann schalteten die Kieler wie so oft in dieser Saison kurz mal einen Gang hoch. Zur Halbzeit führte Kiel mit zwei Treffern und spätestens beim 23:17 (40. Minute) war das Spiel entschieden.
10.285 Zuschauern in der ausverkauften Arena feierten ihre Mannschaft schon lange vor dem Schlusspfiff. Mit ordentlich Wut im Bauch waren die Kieler in die Saison gestartet. Nachdem die Zebras in der vergangenen Serie vom HSV Hamburg gedemütigt worden waren, arbeitete Gislason wie ein Besessener an der Rückkehr auf den deutschen Handball-Thron. Mühelos pulverisierte der THW den Startrekord des TBV Lemgo mit 17 Siegen in Serie. Zwei Mal gewannen die Fördestädter "nur" mit drei Toren. Ansonsten spielte Kiel die Konkurrenz in Grund und Boden. Zehn Tore waren es im Schnitt, die der THW den Gegnern in den 29 Duellen der bisherigen Bundesliga-Saison voraus war. Und eines scheint sicher: Gislason wird dafür sorgen, dass Kiel nicht nachgibt, bis auch das letzte Spiel der Saison gewonnen ist. Schließlich soll den Fans am 2. Juni auf dem Kieler Rathausplatz nicht nur die Meisterschale präsentiert werden - sondern auch der Rekord für die Ewigkeit.
Quelle: sid
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