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Top-Clubs stöhnen unter Olympia-Belastung

23.08.2012, 10:27 Uhr | dpa

Top-Clubs stöhnen unter Olympia-Belastung. Gleich nach Olympia stand Thierry Omeyer für den THW beim Supercup schon wieder im Tor.

Gleich nach Olympia stand Thierry Omeyer für den THW beim Supercup schon wieder im Tor. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Handball-Profis sind hart im Nehmen. Die Top-Leute absolvieren mit ihren Clubs und Nationalteams pro Saison zum Teil mehr als 60 Spiele. Im Olympia-Jahr hatten einige von ihnen so gut wie keinen Urlaub. Mangelnde Erholung kann für ein erhöhtes Verletzungsrisiko sorgen.

Zwischen Olympia-Triumph und dem ersten Bundesligatraining lagen für die Kieler Handballer Thierry Omeyer und Daniel Narcisse gerade mal vier Tage. Mehr Zeit blieb den beiden Franzosen nicht, Urlaub und dringend nötige Regeneration waren in diesem Sommer nicht drin. "Da war keine Zeit zur Erholung", bekannte der frisch gebackene Supercup-Gewinner Omeyer.

So wie den beiden Welt- und Europameistern erging es 33 weiteren Bundesliga-Spielern. Sie düsten nach der ohnehin anstrengenden und stressigen Saison direkt zur Olympia-Vorbereitung. Und von London ging es für alle fast sofort wieder zurück zu ihren Clubs. Denn am Freitag startet die stärkste Liga der Welt in ihre neue Spielzeit. Die Kieler und Flensburger waren bereits beim Supercup am Dienstag im Einsatz.

Da wundert es nicht, dass vor allem die Trainer der Spitzen-Clubs jammern, wenn auch auf hohem Niveau. "Den Vorteil, mit einer eingespielten Mannschaft an den Start gehen zu können, haben wir an andere Teams abgetreten", monierte Kiels Meister-Macher Alfred Gislason nicht zum ersten Mal den eng gestrickten Terminkalender. "Aber was soll ich machen? Wir reden schon seit Jahren darüber und es passiert nichts. Ich muss damit irgendwie umgehen."

Dem Triple-Sieger aus Kiel fehlten gleich sieben Spieler bei der Saisonvorbereitung. Erst neun Tage vor dem Ligaauftakt gegen den VfL Gummersbach hatte Gislason seinen Kader komplett zusammen. "Natürlich ist es ein Nachteil für uns, wenn so viele Spieler in der eigentlichen Vorbereitung nicht da sind - vor allem, wenn es sich auch um Neuzugänge handelt. Die Berliner Füchse, die nur Nincevic abstellen mussten, haben da einen sehr großen Vorteil uns und den Hamburgern gegenüber", sagte Gislason. Omeyer sieht hingegen keine Probleme: "Wenn man mit einer Goldmedaille zurückkommt, ist es kein Problem, neue Motivation zu finden."

Der HSV stellte wie der Vorjahres-Zweite SG Flensburg-Handewitt jeweils sechs Spieler nach London ab. Hamburgs Trainer Martin Schwalb musste sich mit den gleichen Problemen herumschlagen wie Gislason. "Mir bleiben nur zehn Tage Zeit. Das ist sehr wenig für unsere Ziele", sagte der frühere Nationalspieler.

Flensburgs Coach Ljubomir Vranjes versucht, das Positive aus der Extra-Belastung zu ziehen. "Erfolgreiche Teilnehmer können die Olympia-Euphorie ans gesamte Team übertragen", meinte der frühere Weltklassespieler. Seine schwedischen Landsleute Mattias Andersson und Tobias Karlsson hatten in London Silber geholt. Er räumte jedoch ein: "Es wird sicherlich länger dauern, bis sich das Team eingespielt hat, da Automatismen wegen der fehlenden gemeinsamen Trainingszeit von Neuzugängen und Olympia-Fahrern nicht greifen können."

Von Wettbewerbsverzerrung will niemand reden, aber einen Vorteil könnten die weniger betroffenen Clubs haben. Denn Medaillengewinn hin oder her: Die Belastung stecken auch Hochleistungssportler nur begrenzt weg, irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht, das Verletzungsrisiko steigt. Berlins Manager Bob Hanning, der nur den Kroaten Ivan Nincevic gen London ziehen lassen musste, sieht das Ganze weniger problematisch. Einen Vorteil für kleinere Clubs kann es von ihm aus ruhig geben: "Es wäre schön, wenn es so wäre. Wenn kleinere Teams dadurch die Möglichkeit haben große zu ärgern, wäre das nur ein Ausgleich des Wettbewerbs."

Die "Kleinen" glauben nicht, dass sie einen Vorteil haben. "Nein, das ist keine Wettbewerbsverzerrung. Wenn ein Verein mit der Abstellung der Nationalspieler und der fehlenden Vorbereitung ein Problem hat, wir nehmen die dann gerne bei uns auf", meinte Hannovers Trainer Christopher Nordmeyer.

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